„Hör' meine Gründe— hör' ſie— Papſt Sixtus haßt mich, und Prieſterhaß iſt giftiger Haß— ich muß mich mit Venedig verbinden, ich muß, ſonſt falle ich.“
„Geliebter Vater!“
„Verbinde ich mich mit Venetien, iſt eine Allianz mit Mailand die Folge,— dieſe drei Staaten vermögen dem Papſte eine impoſante Macht entgegenzuſtellen; — bleibe ich allein übrig, müßte ich untergehen— alſo— vermähle Dich mit Como.“
„Ich weiſe ihn zurück, Vater, ich darf nicht anders, ich darf nicht.“ 1
„Du biſt eines Fürſten Tochter, bringe dem Vater und dem Staate dieſes Opfer.“
„Vater, theurer Vater,“ rief Annunziata bewegt, „fordere von mir den Tod— ich ſterbe mit Freuden für Dich, aber meine Hand erhält der Doge nicht.“
„Mich überraſcht das nicht, denn ich weiß, daß die Tochter Medici's es längſt vergaß, was ſie ihrem Hauſe ſchuldet. Gut, gut— meine Haare ſind in Ehren ergraut— fällt meine Ehre, falle auch mein Stamm— ich verachte das Leben.“
„Dich, theurer Vater, zwingt die Ehre, mich ein Schwur, ein heiliger Schwur.— Habe Nachſicht mit mir— übe Menſchlichkeit,“ rief Annunziata im Aus⸗ druck tiefer Leidenſchaftlichkeit.
„Die will ich üben, aber auch nicht meine Vater⸗ pflicht hintenanſtellen,“ ſprach Medici gereizt.„Dein Vater iſt Fürſt, nun ſpricht der Fürſt mit der Fürſten⸗ tochter! Ich kenne Alles, Alles.— Dieſer Garten hörte Eure Schwüre. Vergißt der Bube, daß er ſein Auge zu einer Fürſtentochter emporhob— und dieſe Medici iſt ſo ehrvergeſſen, daß ſie zur Dirne eines Bildners herabſinkt— ich zwinge Dich, den Donen zu heirathen!“
„Du zwingſt mich nie, Vater,“ ſprach Anmunziatn, indem ſie erbleichte,„nie— denn wenn ich entſage, muß ich ſterben— hörſt Du— ſterben! Dann will ich mich meinem Vater droben vertrauen, der lindert alle Schmerzen.“ Annunziata ſchaute verklärt zum Himmel— in dem Auge ſtanden Thränen, die ihr über die Wangen rollten.
„Aus iſt's mit meiner Liebe,“ ſchrie Lorenzo in höchſter Zornaufwallung,„aus mit meiner Güte! Heute verläßt der Bube Florenz— mein Herz hat Dich, hat ihn verſtoßen.— In einer Stunde frage ich bei Dir noch einmal an,— Du wirſt des Dogen Gattin, oder ein Kloſter birgt Dich, Ehrvergeſſene.“ Indem er Annun⸗ ziata einen wüthenden Blick zuwarf, eilte er die Allee hinunter, ſie aber ſank auf eine Bank und rief:„Nun hat mich die ganze Menſchheit verſtoßen, aber zwingſt Du mich, Vater, zu dieſer Heirath, vermag ich Dir zu
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Novellen⸗Jeitung.
trotzen und zu— ſterben!“ Annunziata verbarg ihr Haupt in beiden Händen und ſchluchzte laut— ſie ſah auf— Bartoldo ſtand vor ihr.
„Fürſtin,“ ſprach er in tiefem Ernſt,„ich nahe mich Dir vertrauensvoll— erlaube mir, Dir ein paar Worte zu ſagen.“
„Sprich, Meiſter,“ rief die Jungfrau.
„Sage, was haſt Du meinem Angelo angethan?“
„Ich— Angelo?“
„Ja, Du!— Sein junges leidenſchaftliches liebe⸗ ergriffenes Herz, oft ein Erbtheil großer Seelen, kann dieſe bittere Prüfung nicht ertragen. des Lichtes klammert es ſich feſt, das ihn geblendet
und in ſeinem Innern wie eine Flamme brennt. Löſche
die Gluth in des Knaben Bruſt,— löſche ſie,—
damit ſie ihn nicht verzehre.“
„Die Herzen, Meiſter, verbanden ſich frühe, ſehr frühe.“
„Du biſt eine Fürſtin, er ein Bildner, den ſeine Hand ernährt, ſeine Schwielenhand. Ihm iſt die Kunſt ein ſtiller Tempel ſeines Glückes— reiße dieſen Friedem dieſes Glück nicht nieder.“
„Ich?“
„Vergieb meinem Freimuth— ein Herz ſpricht zum Herzen— uns trennt Stand und Geburt— verdamme den Greis, aber höre ihn— höre ihn.“
„Ich ehre Deinen Freimuth.“
„Nun, ſo vergieb, wenn ich Dir verkünde, daß Du meinem Knaben entſagen mußt.“
„Entſagen?“
„Ja, wenn Du nicht willſt, daß er ſchmachvoll untergehen ſoll. Glaube, Fürſtin, wir Künſtler haben auch unſern Stolz; wenn auch nicht die Geburt uns
adelt, adelt uns das Werk, das wir geformt— ein
Bildner darf ſich nicht mit einer Fürſtin verbinden.“
„Weshalb nicht?“
„Frage Dich ſelbſt.“
„Reiche ich Angelo meine Hand, bin ich ärmer als eine Bettlerin, denn ich will nicht Fürſtin ſein, ich will nicht— ich ſage mich los von Allem, was mein war— die Bettlerin will nur den Künſter lieben!“
„Dein Vorſatz iſt groß— allein Dir fehlt doch das Vollbringen.“
„Wie ſo?“
„Wenn Dein Vater Dich verſtieße, würde er Dir ewig zürnen, ewig? Vaterliebe iſt ein heiliges, von der Natur geknüpftes Band, nur böſe Herzen vermoͤ⸗ gen es zu zerreißen.“
„Gewiß.“
„Käme mein Angelo in Eure Sphären, würde ſeine Kunſt ihn nicht mehr erfreuen, ſein ihm angeborner Ehrgeiz ſinde da ein anderes Feld, ſeine Thatkraft
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