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Sorge einer Freundin gefällig zu ſein bei ihr doch noch eine große Stelle ein. Sie wird in Paris den Miniſter ſehen und von ihm die kleine Rente erlangen, welche dem Fräulein von Forbin gebührt; dann wird ſie erfreut, dieſe leichte Pflicht erfüllt zu haben, nach Caen zurückkehren, wofern ſie nicht vorzieht, nach England zu reiſen. Das hat ſie Bar⸗ baroux anvertraut und darauf durchreiſt ſie im Innern einer Diligence einen Theil Frankreichs. Einer ihrer unbekannten Reiſebegleiter— es waren Montagnards— verliebt ſich in ihre Schönheit und bietet ihr, wie ſie ſagte, ſein Herz und ſeine Hand an. Sie lacht darüber und ſchläft ein. Das iſt der Anfang des Trauerſpiels. Friede, Sanftmuth, Hei⸗ V terkeit, Ausgelaſſenheit; wir müſſen eingeſtehen, daß dieſer Ton ihrem Großoheim, ſelbſt in der Epoche des Cid, mangelt. Die Chimene des erſten Actes ſteht an Werth hinter Charlotte zurück und bewahrt ihr Geheimniß weniger gut.
Am 11. Juli iſt Charlotte in Paris, wo ſie ein kleines Zimmer im Hötel de la Providence, Rue des Vieux⸗Auguſtins im Geſchäftsviertel der Stadt, bewohnt. Keine Neugierde, feine unzeitige Geſchäftigkeit. Es iſt bereits Abends fünf Uhr. Blos eine gleichgültige Frage an den Kellner, der ſie bedient.„Was denkt man hier von dem kleinen Marat?“ —„Angebetet von den Patrioten, verwünſcht von den Ari⸗ ſtokraten.“ Aber was verſchlägt dieſe Antwort? Unbedeu⸗ tende Worte, wie alle Reiſende ſie wechſeln. Es iſt die Stunde ſich ſchlafen zu legen und ſich jenes guten Schlafes eines jungen, ruhigen Mädchens zu erfreuen, der durch nichts unterbrochen wird, es ſei denn ein Liebesgedanke. Gott Lob, ein Gedanke dieſer Art hat ſich Charlottens Herzen nie genähert. Wenn je ihr Herz brennt, ſo wird das nicht von einer gemeinen irdiſchen Flamme ſein; doch wozu der Zeit voraneilen? Bei ihr iſt Alles ruhig, voller Harmonie. Aber ihre Träume? Vielleicht eine Erſcheinung der Judith, oder noch ſicherer der Porcia und des Cinna. Ueberdies gehören ſie nicht der Geſchichte an. Wir wollen wenigſtens jung⸗ fräuliche Träume achten.
Am folgenden Tage muß die große Angelegenheit des Fräulein von Forbin zu Ende geführt werden. Charlotte Corday macht dem Deputirten Duperret einen Beſuch. Er ſitzt mit ſeinen Freunden bei Tiſche; denn in jener Schre⸗ ttenszeit fand man noch eine Stunde, um Gäſte einzuladen und ſich mit Feſten zu zerſtreuen. Duperret bietet Charlotte einen Sitz an ſeiner Tafel an, um ſich mit ſeinen Freunden und Töchtern zu erfreuen; ſie kann in dieſem Augenblick nicht; ſie hat dem Bürger Deputirten etwas Beſonderes zu ſagen.
Duperret folgt ihr in ein anderes Zimmer; ſie bittet ihn, ſie zu dem Miniſter des Innern zu begleiten. Duperret würde es gern ſogleich thun, aber ſeine Gäſte, dieſes häus⸗ liche Feſt— er kann in Wahrheit nicht ſich in dieſem Augenblick entfernen. Geſchäfte auf morgen!„Welch ein ſcherzhaftes Abenteuer!“ rief er, als er zu ſeinen Freunden zurückkehrte und ſeinen Platz am Tiſche wieder einnahm. Er würde ſich gar nicht darüber wundern, wenn dieſe Dame nach dem Wort der damaligen Zeit„eine Intriguantin“ ſei. Sie iſt ihm wenigſtens außerordentlich erſchienen. Er werde bald wiſſen, woran er ſich zu halten habe. Jetzt füllt man die Gläſer und alle Sorgen läßt man bei Seite.
2 Zur feſtgeſetzten Stunde begiebt Duperret ſich zu der Fremden, und beluſtigt ſich damit, wie er ſagt, eine Viertel⸗ ſtunde von den öffentlichen Angelegenheiten zu plaudern; dann begleitet er ſie in's Miniſterium des Innern. Sonder⸗
barer Verſtoß! Die Deputirten können nur des Abends von
Jolge. 813 acht bis zehn Uhr empfangen werden. Auch die Könige des Convents ſind krittlichen Regeln wie in gewöhnlichen Zeiten unterworfen. Duperret kannte dieſe Etiquette nicht. Er würde gern wiederkommen, aber unglücklicher Weiſe ſind im Laufe des Tages ſeine Papiere verſiegelt worden. Er iſt verdächtig; würde er nicht ein gefährlicher Bittſteller ſein? Charlotte geſteht das zu; ſie räth Duperret, er möge Paris verlaſſen und ſich zu ihren Freunden in Caen begeben; dort werde er gerettet ſein; ſie vermuthet, ein Geſchäft werde ſie in Anſpruch nehmen und er würde ſie ohne Zweifel nicht finden. Duperret verläßt ſie und weiß noch nicht, was er von ihr denken ſoll. Er hat nie etwas geſehen, was dieſem Geſicht, dieſer Stimme, dieſem Blick gleicht. Man ſtelle ſich einen Mann unſrer Zeit vor, der, ohne es zu wiſſen, eines Tages in der Geſellſchaft einer durch einen Geiſterbeſchwörer hervorgerufenen römiſchen Dame aus der Zeit der Gracchen lebte. Zwei Tage— Donnerſtag und Freitag— ſind leer, nutzlos für's Handeln vorübergegangen. Es ſind das jene von den Dichtern verlängerten Momente, wo die Seele ſich ſammelt, ehe ſie das, was ſie unternommen, ausführt. Es i*ſt Zeit, daß die Action beginnt. Schon iſt am 13. Juli der Sonnabendsmorgen verfloſſen und dieſer Tag ſoll in den menſchlichen Trauerſpielen eine Rolle erhalten, Charlotte Corday läßt ſich in das Palais Royal führen. Sie tritt in den Laden eines Meſſerſchmieds und kauft dort ein Meſſer und ſie nimmt das, welches der Meſſerſchmied für ſie wählt. Iſt das etwas Erſtaunliches? Sieht man nicht jeden Tag Einkäufe dieſer Art? Aber als ſie ſich entfernte, verbarg ſie das gekaufte Meſſer mit ſeiner Scheide unter ihrem Halstuch auf ihrer Bruſt. Auf der Place des Victoires ſteigt ſie in einen Fiaker, indem ſie ſagt:„Rue des Cordeliers No. 20.“ Dort wohnt der Bürger Marat. Ein großes Haus, ein Einfahrtsthor, ein innerer Hof; man ſtellt ſich die Wohnung des Volksfreundes nicht ſo vor, den die Einbildungskraft weit eher in einem Loche aufſuchen würde. Uebrigens kann er nicht immer in unterirdiſchen Räumen leben; für den Augen⸗ blick hat er eine Wohnung, ein Dach wie die übrigen Men⸗ ſchen. Wer würde es glauben? Marat hat ſogar ein Vor⸗ zimmer und einen Salon und ein Badezimmer! und ſelbſt eine Freundin, Simonne Evrard. Charlotte hält einen Fächer in der Hand, ſie klopft an eine Thür, Catherine Evrard öffnet ſie ihr. Welch ein ver⸗ drießlicher Vorfall! der Bürger Marat iſt nicht ſichtbar. Ein hitziges Fieber verzehrt ihn, das Revolutionsfieber. Ein Ausſchlag bedeckt ſeinen Körper. Es fällt ihm ſehr ſchwer, nicht alle Sansculotten, die ſich einfinden, vor ſich laſſen zu können. Aber wie! er handelt für ſie, ohne nöthig zu haben, ihre Klagen zu hören. Er erräth ſie. Die Geſundheit des Vaters des Volkes erkauft ſich um dieſen Preis. Die Thür verſchließt ſich. Charlotte Corday kehrt in ihr Zimmer zurück und ſchreibt an Marat. Es handelt ſich von den Girondiſten, ihren Comploten, die ſie alle kennt, weil ſie von Caen kommt. Sie will ent⸗ hüllen, was man ohne ſie nicht wird wiſſen können. Sie rechnet auf das Wort„Complot“ als auf eine Lockſpeiſe, der Marat nicht zu widerſtehen im Stande ſein werde. Später hat ſie geſagt, dieſes Mittel ſei treulos, perfid geweſen. Ja, aber die antike Moral billigt es in ähnlichen Fällen; hat Brutus dech ebenfalls den Cäſar und Cinna den Auguſtus gelieb⸗ oſt? Ihr Brief geht ihr voran, ſie ſchreibt einen zweiten,


