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Der ſchon durch mancherlei Forſchungen ſehr verdienſtliche Willatzen hat in der Völkerpolyglotte eine gar fühlbare Lücke ausgefüllt, indem er ſich der ſchwierigen Arbeit unterzog, einen großen Theil der Lieder des altisländiſchen Heldenvolkes, dieſer frühen, mit einem Märchenhauch umgebenen Culturnation des höchſten Nordens, zu übertragen. Das zu Grunde liegende Originalwerk iſt eine leider noch unvollendete Edition, welche der„nordiſke Literatur-Samfund“ (die nordiſche Literatur⸗Geſellſchaft) unter dem Titel „Isländzk Fornkvädi“ ꝛc. herauszugeben begonnen hat.
Sicherlich iſt zwar im frühen Mittelalter das Klima auf Island ein milderes geweſen als jetzt; doch auch dieſe Thatſache angenommen, kann man nicht ohne Erſtaunen die hohe und eigenthümliche Intelligenz innerhalb jenes wilden, der arktiſchen Zone ſo nahe liegenden Landes bewundern.
Der verdienſtvolle Ueberſetzer, deſſen Orientirung wir gern folgen, ſucht uns auf dem Terrain des alten isländiſchen Heldenſtammes heimiſch zu machen, um deſſen poetiſche Ergüſſe in ihrer hohen Einfachheit deſto objectiver würdigen zu können.
Island liegt bekanntlich zwiſchen dem 63. und 66. Grade nördlicher Breite und iſt faſt 1900 Ge⸗ viertmeilen groß; die Bevölkerung zählt etwa 68,000 Menſchen. Kurz nach der erſten Beſiedelung durch Norweger, vor etwa tauſend Jahren, belief ſich die Einwohnerzahl, wie ſich aus den vollſtändig erhal⸗ tenen Geſchlechtsregiſtern nachrechnen läßt, auf unge⸗ fähr 40,000 Seelen und ſoll zur Blüthezeit des Freiſtaats, der hier errichtet ward, bis auf 100,000 geſtiegen ſein, eine immer noch ſehr geringe Popula⸗ tion. Als aber die Inſel unter Norwegen kam, und mehr noch zur Zeit der durch die Calmariſche Union bekannten Königin Margaretha, als Island„danſk Eiendom“(däniſches Eigenthum) ward, ſchwand der Wohlſtand, ſank die Zahl der Einwohner. Doch wäre es ungerecht, den Dänen die Schuld beimeſſen zu wollen. Alle Schrecken der Natur vereinigten ſich, um Unglück über die armen Menſchen zuſammenzu⸗ gipfeln.
Jahrelange Erſchütterungen der Grundveſten, bei welchen Aſchenregen, Steinhagel und Lavaſtröme ganze Landſchaften bis zur Unkenntlichkeit verwüſteten; Waſſerfluthen, die den Kratern entquollen und Men⸗ ſchen, Heerden, ja ganze Gehöfte mit fortſchwemmten; dann Mißwachs und in Folge davon entſetzliche Hungersnoth und zuletzt Peſtkrankheiten: Alles dies trug dazu bei, von Zeit zu Zeit einen großen Theil der Bevölkerung hinwegzuraffen. 1703 Island 50,400 Bewohner; im Jahre 1707 ſtarben von dieſen über 16,000 an den Blattern; in
Novellen⸗
Jeitung.
Folge einer von 1753 bis 1759 anhaltenden Hungers⸗ noth kamen 10,000 Menſchen um, und der härteſte Schlag traf die unglückliche Inſel im Jahre 1783 durch einen aller Beſchreibung ſpottenden Ausbruch des Skaptarjökul. Die Eruptionen dauerten faſt ohne Unterbrechung vom 1. Juni bis Mitte Auguſt des genannten Jahres, alſo 10 Wochen lang. Die Tage verwandelten ſich in Nächte, nur durch die aus dem Krater emporzüngelnden Blitze und die Feuerſäulen erhellt, Aſche und Rauch brachten ſolche allgemeine Finſterniß hervor. Die ungeheure Hitze im Berges⸗ innern ſchmolz das Eis der Gletſcher zu wahren Sündfluthen. Der größte der verſchiedenen Lava⸗ ſtröme, die damals zu gleicher Zeit ſich aus dem
Krater ergoſſen, hat eine Länge von eilf deutſchen
Meilen und ſeine größte Breite beträgt drei Meilen; ein anderer Lavaſtrom iſt neun Meilen lang und hie und da zwiſchen Felſen fünf- bis ſechshundert Fuß hoch gethürmt. Größere Lavafelder giebt's auf der ganzen Erde nicht. Die Lava verbrannte natürlich Alles, was ſie in ihrem Lauf erreichte; auf der ganzen Inſel ward die Atmoſphäre durch Aſche ver⸗ dichtet; ſchädliche Dünſte vergifteten Alles, was den Hunger und Durſt der Menſchen und Thiere zu ſtillen beſtimmt war; Mangel an Nahrungsmitteln und Skorbut rafften viele Menſchen weg, ſo daß in manchen der einzelnen, weit zerſtreut liegenden Gehöfte kaum ein Geſunder geblieben war, der die Kranken hätte pflegen, die Todten hätte begraben können. Unter den Heerden brachen Seuchen aus, ſogar die Fiſche ſtarben oder verließen die Küſten auf längere Zeit. Laut amtlichen Nachrichten kamen in dem Zeitraume von zwei Jahren 9336 Menſchen, 28,000 Pferde und 190,000 Schafe um. Einer der neueren Reiſenden möge den Anblick einer Lavawüſte ſchildern. Dr. Fer⸗ dinand Zirkel ſagt:„Die Erde iſt wüſt und leer und der Geiſt des Todes ſchwebt über der Oede. Nichts Lebendes vermag das weithin ſpähende Auge des durch die endloſe Monotonie ermüdeten Wanderers zu er⸗ blicken, und wenn er vor ſich auf den Boden nieder⸗ ſchaut, entdeckt er nur graue oder ſchwarze, wie ver⸗ branntes Papier ausſehende Flechten, im günſtigſten Falle ein rothes Leimkraut, das wie ein aus dem Himmel herabgefallener Blutstropfen daliegt und be⸗ ſcheiden ſein kaltes Daſein auf der nackten Lava führt. Hier iſt das Leben erſtarrt, hier ſind die Grenzen der organiſchen Schöpfung und hier beginnt das Reich
So hatte z. B.
des Todes.— Treten wir die Wanderung an durch dies troſtloſe Reich, ſo ſehen wir uns rings umgebent von den ſonderbarſten Lavablöcken, von kraterartige! Lavahügeln, zerbrochenen Lavafelſen. Regelloſigkeit ſehen wir ſie bald ſchollenweiſe phan⸗
In wildeſter
Kaſtiſch Fließer Alatt reich einför⸗ nighelt D wunde ſebhaf wird ſtrahl wo d Entzi ſeltſa die Schn jedoch Dew auf die hält


