Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
806
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806 Novellen⸗

Ich ahnte es, lautete ſeine Antwort.

Was führt Euch zu mir?

Bartoldo ſchwieg.

Sprecht es aus, o ſprecht es aus.

Ich mache keine Vorrede, Herr ich fange da an, wo ich muß.

So recht.

Hört mich und verzeiht. nicht mit Annunziata verbinden.

Ihr ſprecht mir aus dem Herzen!

Bartoldo's Blick verklärte ſich er fuhr fort: Seht, Lorenzo, der Künſtler gedeiht nimmer an Fürſtenhöfen.

Weshalb nicht?

Er ſtehe unter Protection der Großen dieſer Erde aber mit einer Fürſtin darf er ſich nicht verbinden nie! Seht, des Jünglings ſchöpferiſche Kraft müßte in Eurer glänzenden Umgebung erlöſchen; die Liebe hätte kein Ziel trenne ſie, ſonſt wird ſein Lorbeerkranz ihm zur Dornenkrone, ſprach Bartoldo feierlich.

Mein Geſchick iſt gerecht, warum fübt ich ſie im Kloſter zuſammen!

Erſpare Dir alle Vorwürfe, alle! Glaub' es mir, der Himmel ebnet uns die Lebenswege und leitet uns durch ſeinen Willen auf den rechten Pfad, und was dort beſchloſſen er deutete zum Himmel wird hier geſchehen!

Wackrer Meiſter, wackrer Meiſter!

Großer Fürſt!

Laß mich vor Dir meine ganze Seele entfalten, rief Lorenzo, indem er Bartoldo auf einen Stuhl zog,meine ganze Seele. Höre die Geſchichte meines Hauſes und meiner eigenen Leiden!

Sprich, Fürſt, ſprich, erwiderte der Meiſter.

Lorenzo begann:

Mein Urahn Coſimo war Kaufmann und fſlorenti⸗ niſcher Patrizier, und nur ſein Reichthum und der Wille der Signoria machte ihn zum Staatsoberhaupt. Stets blieb er auf ſeinen Stand ſtolz und verband ſich nie mit Fürſten. Pietro, mein Vater, folgte auf Coſimo und hegte mit uns ſchon andere Pläne. Der Zufall führte mich nach Paris in das Hoflager Ludwig's von Frankreich; dort lernte ich eine Gräfin Lanzini, eine edle Italienerin, kennen und lieben. Ludwig pro⸗ tegirte dieſes Verhältniß, Pietro nicht er wünſchte eine Verbindung mit dem Hauſe Orſini. Lorenzo rann der Schweiß von der Stirn, er machte eine Pauſe.

Fahr fort, fahr fort!

Ich liebte die Gräfin mit dem Feuer meiner erſten Leidenſchaft, mit der ganzen Hingebung der Jugend ſie theilte meine Neigung in eben demſelben

Angelo darf ſich

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Jeitung.

Maße. Wir ließen uns heimlich trauen ſie blieb in Frankreich, ich eilte nach Florenz.

Mir Alles unbekannt.

Nach kurzer Zeit erhielt ich die Kunde, daß meine

Gattin mir ein Kind geboren und daß die Geburt

des Kindes ihr das Leben gekoſtet habe.

Armer Fürſt!

Ich eilte nach Frankreich an ihre Gruft und zu meinem Kinde, das ich einer Italienerin, Namens Peregrina, übergab. Sie zog es groß es wuchs heran zu meiner Freude dieſes Kind war Annun ziata!

Sie iſt nicht Eure legitime Tochter?

Nein, nein, Bartoldo. Die Politik zwang mich, mich mit Claricia Orſini zu verbinden, die mir zwei Knaben ſchenkte und ſtarb. Schon bei Lebzeiten geſtand ich ihr meinen Fehltritt Claricia nahm Annun⸗ ziata, die damals im Kloſter St. Agathe mit Michael Angelo ein Jahr zuſammen gelebt hatte, in mein Haus, und wahrlich, die Tochter hat es nie gemerkt, daß ſie eine Stiefmutter beſeſſen.

Trotz alledem darf Angelo nie der Gatte Annun⸗ ziata's werden!

Er darf es nicht, Du haſt Recht.

Laß mich mit Angelo ſprechen, Du beſänf⸗ tigeſt Annunziata wir trennen ſie.

Für ewig für ewig!

Im Garten des Palaſtes Riccardi luſtwandelten Fiorenza und Annunziata.

Sieh, rief Annunziata,Fiorenza, wie die Aloe

mit voller Blüthe zum Himmel ſtrebt und wie die

Thauperlen der Nacht noch an ihren Blättern hangen. Mir kommt es immer vor, als ſei der Thau die Thräne, die jeder Blüthe vor ihrem Tode entquellen muß.

Herrin, die-⸗Schöpfung ſtrebt ja dem Himmel zu und giebt der ganzen Menſchheit die Deutung, daß ein gütiger Allvater über Alles wacht. So wie jede Blume, ſtrebt ja auch der Menſch er hält hoch ſein Haupt über dieſe vergängliche Welt ſeine Blüthen treiben ja auch in den Himmel. Was er hier gepflanzt, reift ihm dort zur Frucht!

Wie ſchön Deine Erklärung, wie ſchön!

Kennſt Du der Blumen geheimnißvolle Sprache, Fürſtin? Wenn Nachts im traulichen Geflüſter ein leiſer Weſt durch die Blüthen des Gartens ſtrich und wenn der erſte hell erglühende Sonnenſtrahl die duftigen Kelche erſchloß, hab' ich das tiefe Geheimniß den Blumen abgelauſcht..

Wohin wir ſchauen, Mädchen, erkennen wir Gottes Vaterliebe, die unſere ſchöne Welt ſo farbenreich ge⸗ ſchmückt aber ich kenne nicht Deine Deutung.

So flechte ich Dir einen Kranz, Fürſtin, rief

Fiorer und hier aufgli Herzel heut? pralgt, 3c wi dieſen und ſchuld die K

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