Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
792
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792 Novellen⸗Jeitung.

Der König trank und warf den leeren Trinkbecher wieder auf den Tiſch,

Sank auf den Stuhl und hielt erbebend Die Hand vor's Antlitz träumeriſch.

Die Ritter blickten ernſt zu Boden, Still ward es in dem Tafelſaal

Der König ließ die Hände ſinken, Der König wurde todtenfahl.

Krampfhaft beginnt die Bruſt zu wogen, Der Glanz des Auges iſt entfloh'n

Seht, jetzt bewegt er ſtill die Lippen Und ſpricht in todesmüdem Ton:

Ich dürſte, dürſte bringet eilig Den weingefüllten Steinkrug her!

Blutrother Wein! So lang' ich lebe, Nie werde dieſer Kelch mir leer!*)

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Beachtenswerthe illuſtrirte Werke: König Lud⸗ wigs⸗Album; Schönheiten⸗Gallerie. München, Kunſtanſtalt von Piloty und Loehle. Brehm's illuſtrirtes Thierleben. Hildburghauſen, Meyer's bibliographiſches Inſtitut.

Im Gebiete der Photographie werden Sie in den letzten zehn Jahren ungemein zahlreiche Nach⸗ bildungen und illuſtrirte Werke bemerkt haben, von denen ſich viele der Architectur, der Bildhauerkunſt oder den Leiſtungen der monumentalen Malerei wid⸗ men. Die wirklich bedeutenden und in ihrer Produe⸗ tion wahrhaft hervorragenden bildenden Künſtler der Gegenwart, welche den Muſikern und noch mehr den Dichtern der Neuzeit bei weitem überlegen ſind, bieten hier reichen Stoff und jeder Vervielfältigungsmanier Beſchäftigung dar.

Die Neigung unſerer Gegenwart für alle illuſtrirte Editionen, ja für Abbildungen überhaupt, ſofern ſie

*) Im Jahre 1394 wurde König Wenzel auf Anſtiften ſeines Bruders Sigismund von den böhmiſchen Herren zum erſten Mal gefangen genommen und in den Weißen Thurm eingeſperrt, von hier aber nach dem Schloſſe Krummau und dann nach Oeſterreich abgeführt, bis er auf Veranlaſſung ſeines Bruders, des Herzogs Johann, aus ſeiner Gefangenſchaft befreit ward. Einige ſchreiben, daß ihm damals Feindeshand Gift in den Wein gemengt habe, welches jedoch, anſtatt den beabſichtigten Tod herbeizuführen, den unglücklichen König in den Zuſtand eines unlöſchbaren Durſtes verſetzte. Das ſoll auch die Urſache geweſen ſein, warum dieſer König, deſſen Herz urſprünglich huldreich, wohlthätig und gerechtig⸗ keitsliebend war, immer tiefer ſank und durch ſeine Härte und Grauſamkeit die Zahl ſeiner Feinde täglich vermehrte, da er die letzten Jahre ſeines Lebens in Trinkgelagen mit Perſonen gemeinen Standes zubrachte.

Anmerkung des Dichters.

der ſparſamen Oekonomie des Publicums billig genun ſind und zugleich in das Genre eleganter Modeartike hinüberſpielen, kommt dieſen Unternehmungen ent⸗ gegen. Die Photographie hat mit Recht einen let⸗ haften Fürſprecher durch ihre Treue, durch ihre ſauben Genauigkeit und empfiehlt ſich beſonders da, wo en wie in der Plaſtik oder in den grau in grau gehal⸗ tenen Zeichnungen oder Oelcartons, geſtattet iſt, diren die Originale aufzunehmen.

Farbige Bilder ſetzen mit wenigen Ausnahmen zur Vermittelung erſt gute Nachbildungen voraus; wo dieſe geboten werden können, iſt der gute Erfoln geſichert.

Eine derartige Garantie gewähren natürlich nur wenige Unternehmer in Deutſchland, denn es ſet dieſelbe ungewöhnliche Mittel voraus.

Zu den beſten und renommirteſten Kunſtanſtalten, die in dieſer Beziehung annehmbare Bürgſchaft leiſten, gehört die von Piloty und Loehle in München, zwei Namen von gutem Klang.

Die mannigfaltigen Werke in großem und klei nem Format, die von dieſer Firma im Laufe der Jahre ausgegeben ſind, werden gegenwärtig durch zweit Editionen im kleinen Viſitenkartenumfang erfreulich vermehrt. Sie ſind: das König⸗Ludwigs⸗Album und die Schönheiten⸗Gallerie.

Deutſche Künſtler haben aus Dankbarkeit gegen

den großen Kunſtmäcen, König Ludwig I. von Baiern, 4 dieſem bei Gelegenheit der Enthüllung des berühmten Schwanthaler-Miller'ſchen ErzſtandbildesBavaria in München ein prachtvolles Album gewidmet; ei geſchah am 9. October 1850. Mit königlicher Ge nehmigung wurden von der Piloty und Loehle'ſchen 4 Kunſtanſtalt Vervielfältigungen mannigfacher Art mit

deutſchem und franzöſiſchem Text in 173 größeren Blättern von jenem Album ausgegeben. Trotz der ehrenvollſten Aufnahme von Seiten der Kunſtwelt und des verhältnißmäßig billigen Preiſes, konnte doch dieſer wegen der koſtſpieligen Herſtellung noch nicht niedrig genug angeſetzt werden, um die wünſchens⸗ werthe Verbreitung allen Kreiſen der Geſellſchaft zugänglich zu machen. Die photographiſche Ausgabe in Viſitenkartenformat wird in vier Abtheilungen, j' zu fünfzig Kartenbildern, die eigentliche Zahl von 200 Albumdarſtellungen umfaſſen. Der Subſcriptions⸗ preis ladet zur vielſeitigen Theilnahme ein; noch mehr thut es die treffliche und in der That ſorgſame Ausführung, von der die vorliegenden erſten fünfzig Kartenbilder einen erfreulichen Eindruck gewähren. Das Intereſſe und der Werth dieſes Albums offenbart ſich den Liebhabern der ſchönen Künſte am leichteſten durch die beliebten Künſtler, von denen ſich

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