Vierte Folge. 791
Renſch zu heißen, verloren! Du lebſt, Du liebſt, du walteſt, Dich ehrt Dein Volk— Du biſt groß alſo, Freunde, ſtoßt an— die Menſchengröße mes wackern Fürſten ſoll leben!“ Die Künſtler entblößten feierlich das Haupt.— Während dieſer ganzen Unterredung ſaß Michael Umgelo, der Preisgekrönte, in einer ihn faſt verbergen⸗ ſen Laube und nahm wenig Theil an Allem, was
„Vielleicht gedenkt Ihr dann, Herr König, Des Liedes nur mit Groll und Leid,
Und Eurer Haft im Schloſſe Krummau Vergeßt Ihr für die Ewigkeit!“
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aft über Hain So ſprach der Ritter, der den Namen
Ullrich vom Roſenberge trug; Da traf ihn ſchon des Königs Zornblick Und ſeine Fauſt fiel auf den Krug.
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vorging.(Fortſetzung folgt.)
Das Krummaner Lied.
lus dem Böhmiſchen des J. E. Wocel überſetzt von
Alfred Waldau.
„Ich hoff', Ihr ſinget mir zum Abſchied Nochmals das Lied, ſo ſchön und hold,
Das Lied, worin Ihr Preis und Ehre Dem großen König Karl zollt!“—
Der König Wenzel rief's im Schloſſe Zu Krummau nach dem Abendmahl, Dann ſtand er auf und nahm vergnüget
Zur Hand den vollen Weinpokal.
Die edlen Herrn der Tafelrunde Erhoben von den Stühlen ſich, Dann tönt' zu Vater Karl's Ehren Ihr Lied ſo hell und feierlich:
„Seht, perlend ſchäumt in den Pokalen
1 Der rothe Saft aus unſerm Land! Ei wahrlich, duͤnket Euch nicht Allen, Es ſeien Roſen d'reingefallen,
1 Geſchenkt von einer Feenhand?
Hoch ſoll der edle Spender leben!
Die Elbelandſchaft ſchmückte er Rings auf den Höh'n mit prächt'gen Reben: Der Enkel ſoll das Glas erheben,
Er trink' auf Karl's Ruhm es leer!
Wohlan, ſo laßt den Becher kreiſen, Gefüllt mit dunkelrothem Wein!
Sie hocherhebend laßt uns preiſen
Das Slavenreich in ſtolzen Weiſen, Und Karl's Ruhm ſoll ewig ſein!“—
„„Dank!““ ruft nun der gefang'ne Köͤnig, „,„Bis ich der Thronherr wieder bin,
Gedenk' ich des Krummauer Liedes Noch immer mit getreuem Sinn!““
Und nach dem dritten Schlage ſtürzt' er Das Steingefäß um, zornentbrannt— Beim vierten lag der Krug in Scherben Und blutroth war des Königs Hand.
„„Wohlan, Ihr Herrn vom Roſenberge, Hier habt Ihr meine Antwort gut:
Ihr ſeid der Krug, und ich, Ihr Braven, Ich bin die Fauſt, beſpritzt vom Blut!““
Beſtürzt entfernte ſich vom Tiſche Der Herr Ullrich vom Roſenberg,
Und ſprach gar heimlich mit den Freunden, Als gälte es ein großes Werk.
Dann nahm er einen vollen Weinkelch, Trat wieder vor den König hin— „Herr, zur Verſöhnung!“ rief er bittend;
Ihn ſahen Alle niederknie'n.
Wer ſagt's, ob er vor Demuth kniete, Ob falſcher Sinn dazu ihn zwang?
Die Hand mit dem Pokale zittert, Zu Boden ſtarrt das Auge bang!
Schon nahm den weingefüllten Becher Der Fürſt zur Hand und ſprach ſodann: „„Es lebe hoch das Land der Böhmen, Es lebe jeder treue Mann!
Wie dieſer Trank, von Gott geſegnet, So wohl erwärmt mein kühles Blut, Wie er den trüben Geiſt erheitert, Im Herzen weckt den alten Muth:
So ſoll durch Böhmens Gaue ſtrömen Ein mues Leben, friſch und hell,
Daß auch das Herze des Geringſten Von Glück und Freude überquell'!
Dies Glas, Ihr treuen Kronenwächter, Leer' ich auf Euer Wohl fürwahr, Ihr ſeid ſo edel, wie dies Weinblut— Heil Dir, Du treue Ritterſchaar!““


