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wenn Ihr nicht Alle bedacht werden könnt.— Den letzten Preis erhielt Meiſter Girlandajo, den zweiten Marco d'Oggione aus Turin, den erſten— Leonardo da Vinci aus Mailand.“
„Halt' ein, halt' ein, Lorenzo,“ ertoͤnte eine Stimme aus dem Hintergrund.
Die Zuſchauer und Maler wendeten ſich dorthin, wo die Stimme erſchallte, und machten einem jungen Manne Platz, der ſich aufgeregt durch die Menge drängte. Ihm folgte ein Mann, welcher ein tief verhülltes Bild auf die leer gebliebene Staffelei ſtellte.
„Michael Angelo,“ murmelte Bartoldo.
„Ich melde mich— mit um— den— erſten Preis,“ rief der junge Mann.
„Wahnſinnig iſt der Knabe, wahnſinnig!“ ſprach Bartoldo und trat zu Angelo, der ihn bebend um⸗ klammerte.
Novellen⸗Zeitung.
„Bartoldo,“ flüſterte er,„dieſer Augenblick giebt mir die Meiſterkrone oder— den Tod! Noch ankert meine Hoffnung auf loſem Sande— aber— iſt dieſes — Werk gelungen— erſteht für mich ein neues Leben.“
„Du kommſt zu ſpät, Angelo,“ ſprach Lorenzo Medici,„die Preiſe ſind vertheilt.“
„Das Bild wurde zu dieſer Stunde erſt fertig— drei Tage und Nächte habe ich daran gearbeitet,“ rief Angelo.
„Leonardo da Vinci iſt und bleibt Sieger,“ er⸗ widerte Lorenzo.
Leonardo da Vinci's Stirn furchte ſich wie der Himmel vor einem Gewitter, dann brach er los:„Ich habe mit vollem Recht den erſten Preis erhalten, allein ich trete mit Freuden zurück, wenn ſein Bild beſſer als das meinige gelungen.“ 1
„Dir gebührt die Ehre,“ erwiderte Lorenzo, „Angelo kam nicht zu rechter Zeit.“
„Doch, Herr, wenn ich auf die Ehre verzichte,“ rief da Vinci auf's Neue,„und Dich nochmals bitte, daß Du unſere Bilder prüfeſt und den Preis dem Beſten von uns übergiebſt?“
„Verlangſt Du das?“ fragte Lorenzo.
„Ich bitte Dich darum, zu verlangen habe ich Nichts— bei Gott, es wär' der Erſte, der mich über⸗ grollte der ſieggewohnte Meiſter.„Dieſer Bube“— er ballte ſeine Fauſt—„kommt mit frecher Stirne, um mir meine Siegerkrone zu entreißen?
troffen,“
geprüft werden kann, und ſagt mir Einer von Euch, mein Bild ſei ſchlechter als ſeines, ſo verachte ich den Preis— ich mag ihn nicht. Wolle immer, was Du ſollſt*), iſt meine Deviſe— Lorenzo hat zu entſcheiden. — Wie lange malteſt Du am Bilde— verſtand ich recht?“
„Drei Tage und Nächte,“ ſtammelte Angelo.
Indem Angelo mit bebenden Händen ſein Werk enthüllte, lehnte er ſich mit dem Haupt an die Staf— felei— Alles drängte ſich herzu, im Saale ward's ſtille.—
Vinci trat vor das enthüllte Bild— er ſtutzte — er ſchlug verlegen die Augen nieder.„Täuſcht mich der Blick,“ rief er,„umfängt ein Wahn meine Sinne? Sag' mir,— lebt dieſes holde Weib? Wer lehrte Dich dieſen Pinſel führen? Wer gab dem Kopfe auf der Leinwand Farbe und Empfindung? War's innerer Drang, der Dir dieſen Schwung ver⸗ lieh, war's der Gedanke, der Vollendung ſchuf?“ Er trat auf den bebenden Angelo zu— er faßte ſeine Hand und rief:„Verzeihung, Angelo, Verzeihung!“ — Dann ſtürzte er ihm um den Hals und küßte ihn. „Ich nehme Dich voll Liebe an meine Bruſt. Komm nach Mailand— vereinige Dich mit mir— laß uns dort vereint Werke für die Nachwelt ſchaffen. Dort entſtehe verjüngt die Kunſt,— ſie baut uns den heiligſten Tempel. Fortan umſchling' uns das Band der innigſten Freundſchaft und Liebe, das hier ge⸗ ſchloſſen ward und— dort fortbeſteht. Dir gebührt der Preis— Du— haſt mich übertroffen.“—
Im Zimmer herrſchte noch immer eine Stille, die nur durch Lorenzo's Ausruf:„Himmel, es iſt
alles Leben, alle Thatkraft verloren zu haben— er trat an das Bild und ſprach:„Fort, fort mit Dir — warum gab ich Dich preis— mein heiligſtes Ge⸗ heimniß haſt Du entriſſen!“.
„Die Schatten des Bildes,“ fuhr Vinci fort, der ſich im Anſchauen des Angelo'ſchen Werkes verlor, „ſind dunkel— durchſichtig die Kopfumrandung— der Hintergrund meiſterhaft— verklärt ſchaut dieſes überirdiſche Weib mit ihrem dunklen Auge auf mich nieder.“
„Die Sonne meiner Kunſt,“ begann Bartoldo in feierlichem Tone,„trägt mein Angelo zu Grabe — ein neues Morgenroth tagt am Himmel— nimm
f des Hi r d ſchleudere—— 3 So entfeſſele ſich des Himmels Zorn un ſchleuder mich an Dein Herz ſei Du mein Meiſter— eine
auf ihn ſeine Flammenblitze— die Lorbeerkrone iſt
um Nichts mir feil, um Nichts!“
„Du biſt verloren,“ murmelte Bartoldo zu Angelo,
der ſprachlos vor ſich hinſtarrte. „Enthülle Dein Bild!“ Vinci,„enthülle es— daß Schatten, Licht und Farb
donnerte Leonardo da
neue Aera ſteigt mit Dir empor.“ Während dieſer Unterhaltung war Lorenzo in Gedanken verſunken.„Klar iſt mir Alles,“ murmelte
*) Vogli sempre quel che tu debbi.(Leonardo da Vincis
e Sprüchwort.)
meine Tochter!“ unterbrochen wurde. Angelo ſchien⸗ g
er,„ſone — aber jeder Fi So brin Herzen l er vor 1 den erſten Die ſich— folgten Lorbeerk „K. dem Sie An- Angelo „D
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