Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
787
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3 lagt dazu mein

t mich hin und tranz und würbe dürde ich mit nen Vater nicht amer dn Dogen

erfahrne Kind, dr

iproſſen und ſtolz it aus dem Hauſe itten erfüllte ſtets

t Liebe leitet der zingt ſich ihnen

der und griff ſich an und ſtagte:

ftau,Du warſt ne Mutter, die Sorgen, meine trauen ſchenken,

aße. n Kind. te Annunziata.

Vierte

nimmer Geburt und Stand. Die Größe macht ſich durch eignes Streben groß und zwingt man mich, des Dogen Braut zu werden

Nun?

Bin ſein ich dort. Himmel.

Hör' auf, hör' auf!

Peregrina erhob ſich und legte ihre weibliche Arbeit bei Seite.Die Zeit verſtreicht der Nachmittag rückt heran folge mir bald in Dein Schlafgemach, damit ich Dich für das heutige Feſt ſchmücken kann.

Sie ſchritt langſam ins Nebenzimmer.

Annunziata erhob ſich und rief:Schmücke mich, Duenna, ſchmücke mich mit dem Schleier, denn kann ich ihn nicht erreichen, mag eine Kloſterzelle mich auf⸗ nehmen. Dort will ich ſeiner in Liebe gedenken. Be⸗ glückt im Glanz und Ruhm, mit der Meiſterkrone ge⸗ ziert, will ich ſein Glück nur von ferne ſchauen und drückt mich die Erdentrennung nieder werde ich ihn dort ſie deutete zum Himmelwiederfinden.

Im Saale des Palaſtes Riccardi ſtanden die Bilder neben einander aufgeſtellt. Jedes befand ſich auf einer Staffelei, worüber der Name des Meiſters befindlich. Den Hintergrund des Saales ſchloß eine Colonne tos caniſcher Säulen, dazwiſchen lag ein Eingang in die Gemächer Lorenzo Medici's.

Viele Maler waren ſchon verſammelt und fällten über dieſes und jenes Bild ihre Urtheile.

Ein älterer Mann, mit langem Frauem Bart, ſchon im Mittag ſeiner Lebensjahre befindlich, wurde von Allen umringt Jeder lauſchte auf ſeine Worte und ſuchte ſich an ihn heranzudrängen. Sein Adlerblick

Annunziata deutete zum

muſterte mit Kennermiene die Fehler.

Am beſten, rief er,gefällt mir die Säulenhalle des Hauſes. Fries, Architrav und Karnies ſtehen in regelrechter Ordnung. Lorenzo Medici hat den Palaſt wunderſeltſam erbaut

Gewiß, fiel ein ergrauter Meiſter dem Vorredner in's Wort,gewiß, Leonardo da Vinci, in Florenz blüht Architectur und Kunſt.

Ich ſeh's, Girlandajo, ich ſeh's; aber Ludovico Sforza in Mailand iſt auch Kunſtkenner und berief in ſeine Stadt die genialſten Meiſter Italiens, darum og er ſich den Haß des Klerus zu, der gegen ihn den deiligen Vater aufhetzte, rief Leonardo da Vinci.

Der Fortſchritt iſt der Prieſter ſchlimmſter Feind, prach Girlandajo.

O, hört mich, Freunde, ſagte Leonardo da Vinci,

kennt Ihr den Spaß mit meinem Judasbild?

Nein, nein, riefen viele Stimmen. Ihr wißt, fuhr Leonardo da Vinci fort,ich grolle den Prieſtern mitſammen, weil ſie uns das

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Gegentheil von dem lehren, was ſie glauben ihre Frömmigkeit iſt meiſtens Larve, ihr Gebahren Heuchelei. Das Kloſter St. Dominico zu Mailand beauftragte mich, ein Bild des heiligen Nachtmahles zu fertigen, wofür mir der den Moͤnchen verhaßte Prior eine be⸗ ſtimmte Suume zu zahlen verſprach. Nachdem das Bild fertig geworden, beförderte ich es in's Refectorium und eilte dorthin, um das Geld zu erheben, deun Ihr wißt's, Freunde, eines Künſtlers Taſche iſt immer leer. Der Prior feilſcht hin und her und meint, das Bild wäre flüchtig, nicht genau und mehr Entwurf als Original, und zieht mir eine namhafte Summe von dem feſtgeſetzten Preiſe ab. Gut, rufe ich, ſo will ich verbeſſern, vervollkommnen, und nehme das Bild daheim in meine Werkſtatt. Hier ändere ich den Judas⸗ kopf und porträtir' dahinauf den Prior. Als ich es andern Tages ablieferte, lachten die Möoͤnche, der Prior wollte vor Aerger berſten.

Das war gut, herrlich! riefen viele Stimmen.

Aber nun laßt uns einmal die Bilder beſchauen, namentlich ihre Zeichnung, denn die Zeichnung einer Malerei beſtimmt ihren Werth, fuhr da Vinci fort, indem er langſam an der Reihe vorüberſchritt.Hier, er deutete auf einen Chriſtuskopf,iſt der Grundton im Colorit ſchön, doch ſind die Nebenfarben ſchlecht ſchattirt; dort er blieb vor einer Maria ſteheniſt der Grund zu dunkel aufgetragen, das Ganze erſcheint zu ernſt und kalt. Wer malen will, muß mitempfinden, und das Bild iſt ſtets Abglanz unſerer eigenen Seelen⸗ ſtimmung. Ein Drang zur Göttlichkeit muß den Künſtler durchwallen, dann lebt der Meiſter in ſeinem Werke aber ſeht, was iſt das? Hier befindet ſich eine leere Staffelei.

Die Maler ſchauten ſich verwundert an.

Wem mag ſie gehören? fragte da Vinci weiter.

Wir wiſſen's nicht, ſprach Girlandajo.

Hier das Wappen ein Adlerflügel von einem Pfeil durchbohrt, erwiderte da Vinci.

Keiner kannte das Wappen.

Da erſchallte das Geläut einer fernen Glocke, ein Zeichen, daß Lorenzo Medici, der Preisrichter, ſich nahe. Hinein in den Saal ſtrömte das Volk, jeder Maler trat an ſein Bild.

Nun öffnete ſich die Thür hinter der Colonne, die Stufen herab ſchritt langſam Lorenzo Medici, gefolgt von Piſano und einigen Dienern und Pagen.

Ihr wißt's, begann er, nachdem er die Mitte des Saales erreicht,was uns hier zuſammenführt, liebwerthe Meiſter. Es iſt die Kunſt, die hohe, heilige, welche die Geiſter vereinigt und Seele an Seele kettet. Für drei der beſten Bilder habe ich eine Prämie feſtgeſetzt, hört, wer ſie erhält, und zürnt nicht,