Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
779
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Die bei uns am längſten mit der rauhen Jahreszeit rin⸗ genden Feldblumen, wie Hahnenfuß, Taubneſſel, Hirtentaſche, Gänſeblümchen und andre, überdauern ſie dort vollſtändig. Manche Sträucher, wie Goldregen und Tamarix, blühen inden milden Herbſttagen zum zweiten Mal. Ende Januar ent⸗ faltet der Haſelbuſch ſchon wieder ſeine ſich lang ſtreckenden Kätzchen und zeigt die purpurnen Fäden der Piſtille; ein Veilchenbouquet nur wenige Wochen ſpäter iſt nichts Seltenes, und im März öffnen Crocus, Narciſſen, japaneſiſche Quitte und Blutjohannisbeere voll Ungeduld ihre Kronen.

Auch in der Thier⸗ und namentlich Inſectenwelt tritt dort keineswegs jene vollſtändige Erſtarrung ein, in welche ſie bei uns verfällt. Noch ſpät im November umflattert der Admiralſchmetterling die Glocken des Arbutus; der Käfer ſchwirrt, die Hummel ſummt, die Mücke ſpielt in den ſonni gen Stunden der Chriſtzeit, die Biene ſammelt noch in dem⸗ ſelben Monate aus den Trauben der Epheublüthen, und ſo verwirklicht die Wight faſt des Dichters Sehnen nach dem Eiland, wo das Blatt nimmer ſtirbt in der ſtets grünen Laube und die Biene das Jahr durch die Blume beſucht.

Bachſtelzen und Schwalben harren und zögern bis in den December hinein, als ob ſie nur ungern ſich trennten; Kiebitze und Staare ſind ganz Standvögel geworden, und der Buchfink verwandelt ſchon im Februar ſeinen einſylbigen Winterruf in die uns wohlbekannte Melodie. Jede ſonnige Stunde auch der kalten Monate verſammelt Rothkehlchen und Amſeln, Droſſeln und Meiſen zu einem wenn auch etwas verhaltenen Zwitſcherconcert in den grünen Zweigen der Bäume.

Denn wenn auch die gewöhnlichen Laubhölzer, zu denen dort Feigen, Kaſtanien und andere hinzutreten, ihren Blatt⸗ ſchmuck verlieren, ſo bleiben doch noch genug, um den Gär⸗

mergrüne Eichen und Steinlinden, Stechpalme, Buchsbäume, Myrthen und Lorbeer, der edle ſowohl wie der portugieſiſche und der Kirſchlorbeer, überwintern nicht blos kränkelnd in ſchwächlichen Büſchen, ſondern wachſen kräftig empor zu Bäu⸗ men und tragen reichlich Frucht.

Dennoch werden wir aus alle dem nicht ſchließen dürfen, daß der Winter auf ſeiner Wanderung die Inſel gänzlich um⸗ gehe. Das Kaminfeuer und anderes kennt man nicht lodert auch ſchon in den unfreundlichen Tagen des October,

Folge. 779 ſchnell. Im November und ſelbſt December ſind Gewitter nichts Ungewöhnliches, und in jedem Monate des Winters giebt es Tage, die man theilweiſe im Freien ſitzend verbrin⸗ gen kann. Der Zeit des Stürmens und des Regens folgt ſchnell der warme, wohlthuende Sonnenſchein.

Die verſchrieenen Nebel können allerdings und zwar in allen Monaten die Inſel tagelang einhüllen und dem Vor⸗ überſegelnden entziehen, ſowie ihr ſelbſt jede Ausſicht auf die gegenüberliegende Küſte verſchließen. Land und Meer wer⸗ den gleichmäßig von ihnen traumhaft überſponnen; die Um⸗ riſſe der Küſte und ſogar der einzelnen Gegenſtände verſchwin⸗ den und die Schiffe, wo ſie ſichtbar, ſcheinen in der Luft zu fahren oder zu ſchweben. Doch ſelbſt dieſe lichtgedämpften, dunſtgetränkten Nebeltage ſind nicht ohne Reiz; Thier und Pflanze ſcheinen ſich in der thauigen Atmoſphäre wohl zu be⸗ hagen, und auch die friſchen Wangen der Inſulanerinnen verrathen meiſt keine Leiden von dieſer Seite her.

Die Beſchaffenheit ſolches Winters, welcher übrigens im ganzen ſüdlichen England ein milder iſt, ſo daß der botaniſche Garten von Kew bei London wie ſo viele andere eine ſeltene Sammlung fremdländiſcher Bäume und Sträucher im Freien cultivirt, hat die Inſel mit den ſüdweſtlichen Grafſchaften Devonſhire, wo die Citronen nicht ſelten ſchutzlos reifen und ſelbſt die Agave ſchon zuweilen ihren rieſigen Blüthenſchaft entwickelt, und mit Cornwall gemein, und wird darin noch von den Scillyinſeln übertroffen, auf denen die Geranien weit über Manneshöhe zur Winterzeit in Blüthe ſtehn und ein Straußenpaar ohne beſondere Pflege mit ſeiner Nachkom⸗ menſchaft gedeiht.

Wie aber der Genferſee ſein Clarens und Montreux, die Riviera ihr Mentone und Nizza, die Provence Cannes

und die Hyeèren hatte, ſo giebt es auch auf der Wight eine ten der Inſel einen für uns allzeit fremdartigen Anblick und

für den Winter ein friſches ſüdliches Anſehn zu geben. Im-

die Hausbewohner um die behagliche Fireſide zu verſammeln, und noch an manchem Tage des April, ja Mai kann es will⸗

kommen ſein. Der Wind iſt rauh und ſchneidend und hält die Entwicklung im Frühjahr zurück; auch die Ernte fällt erſt mit der unſrigen zuſammen. Das Waſſer der Teiche kann ſchon frühe gefrieren und ſelbſt, wenn auch nicht alle

Jahre, auf kurze Zeit ſtark genug werden, um den Schlitt⸗

ſchuhläufer zu tragen; Schneeſchauer kann auch der Novem⸗

wmarm von den Blättern herab. Die Bl roſte erlegen,

ber bringen und ſelbſt auf längere Zeit die Blumenbeete und

die glänzend dunkelgrünen, ſtachelſpitzigen Blätter mit den ſcharlachrothen Beeren der Stechpalme in grellem Gegenſatze bedecken.

Doch keine Kälte iſt ſo ſtark oder dauernd genug, um den Schmuck der Inſel, Lorbeer und Myrthe, zu tödten; Pinien, Ryododendron, Aucuba und Mahonien widerſtehn erfolgreich ſeinen matten Anſtrengungen. Nach kurzem An⸗ lauf von ein paar Tagen überraſcht uns wieder ein nebel⸗ trüber, feuchtlauer Morgen, und es tröpfelt ſtundenlang ume iſt vielleicht dem doch die wohlgeſchützte Knospe öffnet ſich

Stätte, wo der Myrthenbuſch und die Fuchſia zu wahrhaften Bäumen geworden, die Nucca ihre ſchenkeldicken Schafte noch in Aeſte theilt, Heliotrop und Roſenbuſch faſt niemals ohne Blumen ſind. Es iſt das der ſüdliche und ſüdöſtliche Theil der Inſel, welcher durch einen Bergſturz zu einer Terraſſe geſchaffen ward, die nun, Dank den ſtehengebliebenen, viel hundert Fuß hohen Wänden, erfolgreich geſchützt wird. Dort ſind der rauhe Nordoſt, welcher im Frühling, und der ſtür⸗ miſche Süd, der im Herbſt und Winter manchen Theilen der Inſel oft unbequem wird, faſt ausgeſchloſſen. Die Regen ſind weniger häufig, Froſt und Meernebel nur ſelten, der Schnee im liegenden Zuſtande faſt unbekannt; die Luft iſt linder, trockner und belebender.

Neben den klimatiſchen Vorzügen, welche ihr in dieſer Breite einen wahrhaft einzigen Platz auf unſerm Erdball anweiſen, vermerken die Kirchenliſten der Wight eine böchſt geringe Sterblichkeit, ſo daß das günſtigſte Verhältniß in ganz England und ein außerordentliches überall die Durch⸗ ſchnittszahl der Todesfälle auf tauſend Köpfe jährlich nur fünfzehn iſt.

Daher darf es uns denn nicht Wunder nehmen, wenn die Engländer, welche im Laufe dieſes Jahrhunderts Men⸗ tone, Nizza, Cannes und andre ihrem Namen nach nun Jeder⸗ mann geläufige Orte ſo zu ſagen erſt entdeckt und großentheils zu dem gemacht was ſie ſind, dieſem vor der Thür liegenden Stück Italien ihre beſondere Aufmerkſamkeit zugewandt und daſſelbe aus verhältnißmäßigem Dunkel und unverantwort⸗ licher Vernachläſſigung hervorgezogen haben. Dieſer Um⸗ ſtand iſt es denn auch, welchem die Wight ſeit den letzten drei oder vier Jahrzehnten große Veränderungen und Verbeſſe⸗ rungen zu danken hat.