Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
778
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aber wirklich inſtructiv zu wirken und alles das Charakteriſtiſche in einer Illuſtration zu vereinigen, welches man aus einer ganzen Anzahl von Statuen, Reliefs oder Gemälden ergänzend zuſammentragen muß, ſo ſcheuten ſie die Mühe nicht, die nothwendigen Abbildungen nach reiflich vorhergeg angenen Studien ſelbſt zu componiren.

Dies iſt mit vieler Gewandtheit und nicht ohne künſtleriſche Phantaſie geſchehen. Das Weſen des Zeitcharakters, der Nationalitäten und des menſchlichen Ausdrucks überhaupt wurde ſehr treffend feſtgehalten; man überzeugt ſich davon auf angenehme Weiſe, wenn man die ſo ſehr verſchiedenen Typen unbefangen in's Auge faßt, welche in den Tafeln über Aegypten, Grie⸗ chenland, Italien, Deutſchland, Frankreich, England und über die ſlaviſchen Stämme dargeſtellt ſind. In allen iſt der Charakter ſehr gut aufgefaßt, die Stellungen haben viel Leben und Natürlichkeit und alle einzelnen Theile des Coſtümes ſind, ohne ſteif und ſchneider⸗ mäßig zu werden, ungemein deutlich hervorgehoben.

Novellen⸗Jeitung.

Die Zeichnungen der einzelnen Figuren ſtechen gegen die ähnlicher Unternehmungen vortheilhaft hervor.

Albert Kretzſchmar iſt Coſtümier am Hoftheater zu Berlin, eine Stellung, die ihm an ſich ſchon ein reiches Quellenmaterial entgegenbringt.

Das Werk iſt auf hundert Tafeln mit Abbildungen berechnet, und jede Lieferung bringt fünf Tafeln mit circa zwei Bogen Text von Dr. Karl Rohrbach eine, wie es nach deu erſten Vorlagen ſcheint, kurzgefaßte und dabei doch gründliche, überſichtlich klare Arbeit. Nachdem die Trachten eines beſtimmten Volkes be⸗ endet ſind, iſt jedesmal eine Tafel mit ſehr zahlreichen Abbildungen den Schmuckgegenſtänden, Waffen, Ge⸗ räthſchaften und häuslichen Utenſtlien gewidmet.

Die Gediegenheit der eleganten Ausſtattung und der Farbendruck dieſes empfehlenswerthen Werkes ver⸗ dienen alles Lob.

Ich breche hier ab, indem ich mir vorbehalte, mit Nächſtem die Reihe der beachtenswerthen illu⸗ ſtrirten Werke noch um einige Editionen zu erweitern.

Jeuilleton.

Ein Stück Italien im Nordmeer.

Es iſt nicht zum erſten Male, daß manche intelligente Leſer von dem günſtigen Klima der Inſel Wight gehört haben werden. Doch hat neuerlich lange kein Touriſt ſo ausführ⸗ lich darüber berichtet, als E. Laubert, der darüber eine ſo lockende Schilderung giebt, daß wir derſelben die nachfol⸗ gende das Klima und die Vegetation charakteriſirende Skizze entnehmen. Er ſagt unter Andern:

Dem allgemeinſten Geſetze klimatiſcher Gleichheit nach würde die Wight, welche auf der Breite von Teplitz liegt,

nicht beanſpruchen dürfen, vor Kiew, Kiachta und der Süd⸗

ſpitze von Kamtſchatka bevorzugt zu ſein. Der flüchtigſte Blick in ihre Gärten und zwar zur Winterzeit zeigt uns

jedoch, daß hier von einer Aehnlichkeit mit den genannten

Oertlichkeiten nicht die Rede ſein kann, und es nur einer Vereinigung von Umſtänden möglich wird, ſo erhebliche Un⸗ terſchiede hervorzubringen.

Allerdings hat ſie nicht jene Sommerhitze der ſüdſibiri⸗ ſchen Handelsſtadt, welche dem Tiger Bengalens noch zuwei⸗ len bis in ihre Nähe zu wandern erlaubt; ja es fallen ihr nicht einmal, wie es doch bei den ihr parallel gelegenen Rhein⸗ ſtädten der Fall, von einem Himmel, der kaum je an den italieniſchen erinnert, die gehörige Anzahl heißer Tage zu, um die Traube zu reifen, wenn auch immerhin einzelne der⸗ ſelben während des Juli und Auguſt dem Wandrer auf der baumloſen Down und am ſchutzloſen Meeresgeſtade läſtig werden können. Dieſe Beſchaffenheit ihres Sommers ver⸗ dankt ſie dem kühlenden Einfluſſe des ſie umſpülenden Mee⸗ res, welches die grellen Gegenſätze mildert oder aufhebt.

Dafür biegt die Linie ihrer mittleren Wintertemperatur ſich auf der Karte jäh und plötzlich in ſüdöſtlicher Richtung nach Oberitalien hinunter; die Gärten Mailands und Turins

dürften ſich keines ſüdlicheren Ausſehens rühmen, die mittlere Jahrestemperatur von Florenz kaum viel höher ſein. Die Hügelkette, welche im Norden das vorliegende Feſtland beglei⸗ tet, die gleichmäßige Temperatur der See, die Lage nach dem wärmeren Weſten hin, die auch der Bretagne ihr bevorzugtes Klima ſchenkt, und die Winde, welche von Abend her ſich über dem Golfſtrome erwärmen, mußten wereinigt wirken, um jene lauen Wintertage und jenen Blumenſchmuck hervor⸗ Zubringen, deſſen Gegenſatz uns eben erfreuen ſoll.

Wenn bei uns bereits die Georginen vom Froſte ge⸗ knickt ſind und das letzte Blatt der Malve ſich ſchwarz gefärbt, ja noch tief in der zweiten Hälfte des November finden wir dort vereinzelte Blüthen an Myrthe und Erdbeerbaum; Ver⸗ benen, Roſen und Heliotrop dauern ſogar in den December hinein. Selbſt während des Januar kann man in den Gär⸗ ten ein Bouquet zuſammenſtellen aus Aurikeln und Goldlack, Stiefmütterchen und Seidelbaſt, Rosmarin und Levkojen, Immergrün, Anemonen und Lauruſtin; ja letzterer ſcheint, ein bis zehn Fuß hoher, lange und dichte Hecken bildender Strauch, gerade mit Vorliebe in jenem Monate ſeine Legio⸗ nen von zarten Blüthen in reichen Dolden zu entfalten.

Und hinter den Gartenblumen bleiben die des Waldes und der Flur nicht zurück. Die in der engliſchen Lyrik viel⸗ beſungene Primel erhebt auch um Neujahr ihre blaßgelbe Krone über den kurzen Stiel; in der Hecke verbirgt der bei uns unbekannte Mauſedorn um dieſelbe Zeit die zarten Stern⸗ chen unter dem ledrigen, aderloſen Blatt; am Wege zeigt dann der gleichfalls fremdländiſche Huflattich ſeine duftigen Blüthentrauben, und die violetten Lippchen der rankenden Linaria ſind Weihnachten wie Faſtnacht zwiſchen den fettig⸗ kühlen, nierenförmigen Blättchen an Mauern und Ruinen geöffnet.

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