Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
777
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und wird als paſſendes Feſtgeſchenk in allen Kreiſen willkommen ſein.

Was die Einleitung von Robert Prutz betrifft, ſo verdient dieſelbe noch ganz beſonders hervorge⸗ hoben zu werden. Sie iſt mit großer Wärme und mit dieſes Mannes alter Neigung für Vaterland und Selbſtbewußtſein der Nation geſchrieben. Es liegt etwas Mannhaftes, Wohlthuendes in der ebenſo red⸗ lichen als lebendigen Art, mit der Prutz literariſche Fragen behandelt und ſie den Leſern ohne Steifheit, ohne äſthetiſchen Zopf nahe zu rücken und verſtändlich zu beantworten ſucht.

Bleibtreu hat in dieſen Illuſtrationen ohne Frage etwas ſehr Friſches, durch Phantaſie und ſolide Auf⸗ faſſung Gehobenes geleiſtet. Es liegt außerhalb jenes Genres, welches nur dem Amüſement huldigt; im Gegentheil erwecken dieſe Zeichnungen einen ernſten Sinn und rufen dem Beſchauer Zeiten und Thaten in das Gedächtniß zurück, die nur zu leicht im Treiben einer praktiſchen, lebensglatten Gegenwart vergeſſen werden.

Nicht minder verdient unter den neueren illu⸗ ſtrirten Werken als ganz vorzüglich empfehlenswerth hervorgehoben zu werdendie Trachten der Völker von Albert Kretzſchmar, mit Text von Dr. Karl Rohrbach.

Von dieſem ſehr ſchön ausgeführten Werke liegt uns allerdings bis jetzt nur die erſte und zweite Lieferung vor; doch ſchon dieſe bieten viel des Er⸗ freulichen und der Inhalt ſcheint ſo reichhaltig zu werden, daß es zweckmäßig ſein wird, bei der Fort⸗ ſetzung des Werkes demſelben eine wiederholte ſtück⸗ weiſe Betrachtung in unſerm Blatte zu widmen.

Die tüchtigen und fleißigen Unternehmer, ſowie die Verlagshandlung, welche hier eine große Opfer fordernde Arbeit von ungewöhnlicher Vortrefklichkeit hinſtellt, haben ganz Recht, wenn ſie eine wiſſenſchaft⸗ liche Darſtellung der Trachten vom Beginn unſerer Geſchichte bis zum neunzehnten Jahrhundert, und wichtigen Nationen umfaſſend, für ein

dringendes Bedürfniß der Bildung halten.

ſcheint.

Ich glaube, daß dieſes Bedürfniß ein viel größeres, auf weitere Kreiſe ausgedehntes ſein wird, als der beſcheidene Proſpect des Unternehmens zu erwarten Allerdings giebt es noch kein hier einſchla⸗ gendes Concurrenzwerk in Farbendruck, welches alle entſprechenden Nationen berückſichtigt; gewöhnlich handelte es ſich dabei nür um ſchwarze Abbildungen in Holzſchnitt, um partielle, nur eine Zeitepoche um⸗ faſſende Unternehmungen. Dieſe müſſen aber ſowohl für Laien, als ſogar für Sachkenner ſehr ungenügend bleiben, denn mit der Farbe fällt zugleich, wenn es

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ſich um Kleidungsſtücke handelt, alle eigentliche Ver⸗ deutlichung hinweg. Nur die allermodernſte Geſell⸗ ſchaftstracht der Herren, ſowie das Coſtüm der Exa⸗ minanden, der Candidaten, der Leichenbitter, kann die Farbe entbehren, da es vom Cylinder bis zur Schuhſpitze ein einfältiges Schwarz iſt, höchſtens von der ebenſo nichtsſagenden Couleur der friſchen Leibwäſche unter⸗ brochen. Schon die moderne Frauentracht, ſo un⸗ maleriſch und armſelig ſie gegen die der alten und mittelalterlichen Zeiten iſt, ließe ſich ohne Farbe gar nicht deutlich machen; denn wenn ſie auch uns verſtänd⸗ lich wäre, die wir, vertraut mit dem Gegenſtande, uns die Farbe durch die Phantaſie ergänzen können, ſo würden doch ſpätere Generationen ohne den Anhalt ſpecieller Sachkenntniß gar nicht im Stande ſein, ſich einen deut⸗ lichen Begriff davon zu machen. Man laſſe ſich von Laien, die nicht culturwiſſenſchaftlich gebildet ſind, ganz un⸗ befangen die Frage beantworten: wie ſie ſich das Coſtüm der antiken griechiſchen Völker, beſonders des weiblichen Geſchlechts, mit Hülfe der vielen Darſtel⸗ lungen der Sculptur, die ſie geſehen haben, vorſtellen? Wie man hören wird, denken ſie ſich die meiſten Kleidungsſtücke weiß oder wenigſtens von indifferenten, unbeſtimmten Farben, rathlos darüber, welche Stoffe von Flachs, von Wolle, von Seide bereitet waren. Sie machen ſich alſo ein der Wirklichkeit gerade ent⸗ gegenſtehendes Bild, indem die antiken Völker ſich in ſehr draſtiſch ausgeſprochenen ſatten und ſogar ſehr lebhaften Farben zu kleiden pflegteu.

Aber auch über die Formen und Muſter der Coſtüme kann ſich das Publicum nach den Original⸗ darſtellungen antiker und mittelalterlicher Bildwerke, ja ſelbſt nach den ſpäteren hiſtoriſchen und genre⸗ bildlichen Fresco⸗ und Oelgemälden nur eine ſehr mangelhafte Anſchauung bilden. Allerdings haben die Künſtler ihren Gegenſtand mit Treue wiederge⸗

geben. Doch iſt dabei der Endzweck in's Auge zu faſſen: dieſer war die Abbildung einer Handlung oder irgend einer hiſtoriſchen Perſon; mit einem

Wort, es war der Vorſatz, ein Kunſtwerk zu liefern. Die Mode der Trachten aber wollten ſie keinesweges als nächſte Abſicht auf die Nachwelt bringen und da ſie nicht für die Coſtümlehre, noch überhaupt für die Befriedi gung unſerer Wißbegierde in Bezug auf den menſchlichen Anzug arbeiteten, ſo befriedigten ſie auch in dieſer Beziehung die hier rege werdenden An⸗ forderungen nur fragmentariſch.

Dieſe Thatſache haben die Herausgeber der vor liegenden zwei Lieferungendie Trachten der Völker ganz richtig aufgefaßt. Sehr bequem wäre es für ſie geweſen, nur immer aus jeder verſchiedenen Zeit⸗ epoche alte Originaldarſtellungen zu copiren. Um