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in die junge Bruſt den Keim gepflanzt, der ſeine
Früchte tragen ſoll.“
„Mir iſt's ſchon lange, als wärſt Du mein theures Kind,“ rief Bartoldo bewegt, indem er Angelo um⸗ faßte,„ſchließe mir Dein Herz auf und nimmſt Du es an, will ich Dir auch ein Freund werden!“
Angelo umſchlang den Meiſter; Beide traten Arm in Arm verſchlungen vorwärts.
Novellen⸗Zeitung.
„Ein Geheimniß verdeckte ihre Abſtammung?“
„So war's. Oft ſtrichen wir Beide durch den Hain, des Abendſängers Klage belauſchend, und wenn der Mond ſeine Strahlen auf die Wellen des Arno fallen ließ, ſaßen wir oft am Ufer und ſchauten
dem dahinrauſchenden Strome nach. Schon damals
ſchnitzte ich Bilder aus Holz und Stein, pflückte die
Blumen, die Annunziata liebte.“
„Ja, ſei mir Freund und Vater, Meiſter,“ rief
der Jüngling.„Laß mich Auge ſchauen. machte, wache auch, wenn meine Seele ſich verirrt. Führ' mich zu meinem Ziele, zur Lorbeerkrone— ich will auch allem, allem Erdenglück entſagen.“
„Vertraue Dich mir— ich habe auch in meiner Jugend geliebt.“
„So hör' mich an, hör' mich an, ich vertraue Dir mein Geheimniß.“
„Sprich, Knabe.“
„Mein Vater, der Podeſtà von Capreſo, Ab⸗ kömmling der Grafen von Canoſſa, entdeckte in mir ſchon frühe die Neigung zur Wiſſenſchaft und Kunſt, und gab den lernbegierigen Knaben nach Caſentino in's Kloſter St. Agathe. In ſeiner Nähe ſtürzt der Arnoſtrom mit wildem Toſen aus dem Talterona und formt nach Weſten ein ſchönes Thal, in welchem
liebend in dieſes treue Du wachteſt, wenn ich falſche Striche
das maleriſch gelegene Kloſter ſich an die grüne
Hügelkette lehnt, die ich oft durchſtrich, oft beſuchte. Eines Abends kehrte ich zurück in meine Zelle, von des Glöckleins Klang in die Heimath gerufen, trat nach Kloſterbrauch in das Kirchlein und kniete am Hochaltare deſſelben nieder. Träumeriſch wendete ich
meinen Blick zur Madonna auf dem Altarblatt, die,
in eine Strahlenkrone gehüllt, wie lächelnd auf den frommen Beter ſchaute.“
„Knab', die Madonna iſt Dein Bild?“
„Nein, nein, höre nur weiter.“
„Ich höre!“
„Mein Blick ſchweift ſeitwärts auf einen Bet⸗ ſtuhl, darinnen kniet ein engelſchönes, kleines Mädchen. Braune, lange Locken umwallen die Schultern, das
„Ein Idyll!“
„Da kam Lorenzo Medici ins Kloſter, um, wie die Mönche ſagten, Buße zu thun und ein längſt gegebenes Gelübde zu erfüllen. Er ſah meine Schnitze⸗ leien und Arbeiten und ſprach zu mir: ⸗Wende Dich ſpäter an mich, ich will für Dich ſorgen, mein Knab',⸗ ſtreichelte mir dabei die Wangen und küßte mich.— Bald verließ er uns.“
„Von daher kennſt Du ihn alſo, von daher?“
„Bald darauf ſtarb mein Vater. Ich mußte das Kloſter verlaſſen, das Kloſter, das mich ein Jahr lang mit Annunziata vereinigte. Ich reichte ihr weinend die Hand, der Schmerz erdrückte mich faſt — denn mir war's, als ſagte mir eine innere Stimme,
die Trennung wäre auf ewig— auf ewig! Aber
feſt prägte ich meiner Seele ihr Bild ein— mir iſt's, als kniee ſie noch vor mir am Altare!“— „Sei getroſt, Angelo, ſei getroſt. Verehre ſie als Dein Ideal,— aber meide ſie!“ „Als auch meine Mutter heimgegangen, dorthin,
wo alle Klage ſchweigt, hielt Lorenzo, was er dem
mich zur Kunſt heranbilden.
dunkle Auge ſchaut anbetend zum Himmel empor— mir war's, als ſchaue ein Seraph auf mich nieder.“
„Du Schwärmer!“
„Neben ihr kniete eine alte Duenna, in ſchwarzen Schleier verhüllt. Andern Tages erfuhr ich, daß das Kind eine Mitſchülerin von mir ſei. Der Unterricht führte uns täglich zuſammen.“
„Kannteſt Du ihren Namen?“
„Es hieß, ſie ſei die Tochter eines florentiniſchen Patriziers— ihren Namen erfuhr ich nie, ſie ſchien ihn ſelber nicht zu kennen.“
ließ mich aufſuchen und Girlandajo, der Maler, hat mich unterrichtet, Du biſt mein Mentor in der
Knaben verſprochen. Er
Bildnerei, Alles, Alles verdankte ich dem großeſt
Herzog und Dir, Bartoldo!“
„Mein Knab'!“
„Aber hör' weiter— hör' weiter.“
„Sprich!“
„Heute, mit Anbruch des Tages, ſchritt ich über die Via Calzajoli, dem Domplatz Maria del Fiore vorüber. Feierlich riefen die Glocken den Beter in die heiligen Hallen und auch mich zog's hinein. Das Offertorinm hatte begonnen, eine herrliche Muſik ertönte vom Orgelchor, ich ſank nieder in den Staub
vor dem Allmächtigen und betete. O Meiſter, warum, warum? Du verlangteſt von uns einen Kopf zu
Deiner Mater Doloroſa. Ich wollte Dir Annunziata zeichnen, Annunziata, allein ſie ſchwebte mir in ihrer Jugendfülle, in ihrer Kindheit vor. Wie, dacht' ich, ſieht die Jungfrau aus, wie hat die Knospe ihre
Blüthe entfaltet? Im Geiſte ſtand ihr Bild vor mir⸗
— allein in Wahrheit konnte ich ſie nimmer finden. Ich flehte zu Gott, er möge mir ihr Bild in ſeinen
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