Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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einem humoriſtiſchen Geſichtspunkte aus und er hatte ein ſcharfes Auge für das Schöne in der Natur und malte die Wälder und Seen Neuſchottlands mit ſehr lebhaften Farben. Einige ſeiner Skizzen inNature and Human Nature und inLife in a Colony ſind in ihrer Art vollkommen ſo gut wie ſeine Briefe in Sam Slick.

Vor ohngefähr zehn Jahren gab er ſeinen Oberrichter⸗ poſten in Halifax auf und nahm ſeinen dauernden Wohnſitz in England, wo er im Jahr 1858 von der Univerſität in Oxford honoris causa das Doctor⸗Diplom erhielt und 1859 in Launceston unter der Gönnerſchaft eines zu den Tories zählenden Herzogs, welcher in dem Flecken großen Einfluß beſaß, in Folge ſeiner conſervativen Grundſätze zum Mit⸗ glied des Unterhauſes erwählt wurde. Er hielt nur ein paar Reden im Parlamente, aber ohne großen Erfolg, da er als Politiker wenig Talent hatte und da er zu ſpät in's Parla⸗ ment eingetreten war, um darin eine Figur zu ſpielen, wären ſeine politiſchen Fähigkeiten auch größer geweſen, als ſie es waren. Seine letzte Rede im Parlamente war die über die für Canada nothwendigen Vertheidigungswerke, und da er über dieſen Gegenſtand aus eigner Anſchauung ſprach, ſo fand er babei auch aufmerkſame Zuhörer. Zum öffentlichen Redner war er wegen ſeiner ſchwachen Stimme, die bei dem großen, kräftigen Manne eine eigenthümliche Erſcheinung war, wenig geeignet. Bei den letzten Parlamentswahlen trat er wegen ſeiner zerrütteten Geſundheit nicht wieder als Candidat auf. In ſeiner Stellung als Parlamentsmitglied hätte er ſeiner Geburtscolonie von Nutzen ſein können, doch ausgenommen dieNeue canadiſche Landcompagnie, deren Präſident er war, intereſſirte er ſich für die Angelegenheiten ſeines Geburtslandes wenig. Er war nach ſeiner Erziehung und ſeinen Geſinnungen ein Conſervativer, hatte aber dabei gleichzeitig entſchiedene menſchliche Sympathieen, und dieſe doppelte Richtung ſeines Gemüths ſchien beſtändig mit ſich im Kriege zu ſein und ihn zu verhindern, über irgend einen politiſchen Gegenſtand entſchiedene Anſichten anzunehmen. Er ſprach über einen Gegenſtand, wie die verantwortliche Regierung der Colonieen, ohne ſich entſchieden dafür oder dagegen zu erklären. Er war ein witziger, ſehr gebildeter Mann und bis zu einem gewiſſen Grade ein Genie. Er war ein heitrer Geſellſchafter, beſaß dabei viel Herzensgüte und fand in England in die vornehmſten Cirkel Zutritt, wo er ſehr geſchätzt und von denen, die ihn näher kannten, ſelbſt geliebt war. Als humoriſtiſcher Schriftſteller der neuern Zeit iſt ihm in den Annalen der Literatur ein hervorragender Rang geſichert.

Die Eskimos.

In ‚Lubbock's Pre-Historic Timés wird über dieſen Volksſtamm Folgendes mitgetheilt:

Ihrem Charakter nach ſind die Eskimos ein ruhiges, friedliches Völkchen. Den Eskimos, welche der Capitain Roß in der Baffin's Bay beobachtete, vermochte man nicht begreiflich zu machen, was ein Krieg ſei, und ebenſowenig fanden ſich bei ihnen kriegeriſche Waffen. Gleich andern Wilden gleichen ſie in vielen Rückſichten Kindern. Sie ſind ſo ſchlechte Arithmetiker, daß das Zählen bis Zehn eine ſchwere Arbeit, bis Funfzehn eine Unmöglichkeit für Viele unter ihnen iſt. Doctor Rae, deſſen Parteilichkeit für die Eskimos ſehr bekannt iſt, verſichert uns, wenn ein Eskimo nach der Zahl ſeiner Kinder gefragt werde, ſo komme er in große Verlegenheit. Nachdem er einige Zeit an ſeinen

Novellen⸗

Feitung.

Fingern gezählt, werde er wahrſcheinlich ſeine Frau zu Rathe ziehen und oft ſeien Beide verſchiedener Meinung, ſelbſt wenn ſich die Zahl ihrer Kinder nicht über vier oder fünf erſtrecke. Sie ſind außerordentlich ſchmutzig. Wenn man indeſſen die Schwierigkeit erwägt, während des größten Theils des Jah⸗ res das für ſie zum Trinken nothwendige Waſſer zu erlangen, ſo kann man ſich nicht darüber wundern, daß es ihnen nie einfällt, ſich zu waſchen. Ihr Wort für Schmutz ‚Eberk ſchließt durchaus keine Idee von etwas Unangenehmen oder Beleidigenden in ſich ein, aber um ihnen gerecht zu werden, muß man ſich erinnern, daß die außerordentliche Kälte, indem ſie die Fäulniß verhindert, einen unſerer wichtigſten Gründe, die uns zur Reinlichkeit beſtimmen, entfernt und zu gleicher Zeit einen ſo großen Waſſermangel veranlaßt, um das Wa⸗ ſchen beinah zur Unmöglichkeit zu machen. Als allgemeine Regel iſt anzunehmen, daß es unmöglich iſt, ſich auf ihre Verſprechungen zu verlaſſen; nicht etwa weil ſie abſichtlich betrügen wollen, ſondern wegen der ſchwankenden und unbe⸗ ſtändigen Geſinnung, die ſie mit ſo vielen andern Wilden gemein haben. Unter ſeinen Landsleuten iſt ein glücklicher Jäger oder Fiſcher ſtets bereit, ſeine Robbe oder ſein Wallroß

mit ſeinen weniger glücklichen Nachbarn zu theilen, aber er

erwartet, als etwas ganz Folgerechtes, daß er dafür genügend entſchädigt werde, ſobald die Gelegenheit ſich dazu darbietet. Sie geben unter ſich nichts weg, ohne zu erwarten, eben ſo viel zurück zu bekommen, und da ſie gar nicht im Stande ſind, ſich eine andre Verfahrungsweiſe zu denken, ſo wiſſen ſie von Dankbarkeit natürlich ſehr wenig. Indeſſen Capi⸗ tain Roß und Dr. Rae ſind der Meinung, daß die Eskimos, die ſie getroffen haben, weder undankbar, noch beſonders ſelbſtſüchtig waren. Auch in andern Rückſichten ſcheinen die⸗ ſelben ſehr begünſtigte Individuen der Race geweſen zu ſein. Obſchon nicht grauſam, ſcheinen die Eskimos doch ein etwas herzloſes Volk zu ſein. Sie ſcheinen allerdings kein Ver⸗

gnügen darin zu finden, Jemandem Schmerzen zu verurſachen, aber ſie geben ſich auch keine Mühe, Leiden zu entfernen oder

ſie zu mildern. Die Eskimos ſind auch große Diebe, aber, wie Capitain Parry ſehr richtig bemerkt, muß man dabei den

Grad von Verſuchung berückſichtigen, denen ſie täglich aus⸗

geſetzt waren, wenn ſie die großen Vorräthe von Reichthü⸗ mern betrachteten, welche die Schiffe zu enthalten ſchienen. Nach Hall's Angaben ſind ſie indeſſen unter ſich ſtreng ehr⸗ lich, gütig, großmüthig und glaubwürdig. Die Frauen der Eskimos ſcheinen keinen hohen Charakter zu haben. Sowohl Polygamie wie Polyandrie ſcheinen unter den Eskimos vor⸗ zukommen. Ein ſtarker, geſchickter Mann hat mehr als eine Frau, eine hübſche oder geſcheidte Frau in einigen Fällen mehr als einen Mann. Die zeitweilige Ueberlaſſung eines Weibes wird als ein Zeichen beſondrer Freundſchaft betrach⸗ tet, wobei indeſſen der Vortheil nicht ganz auf einer Seite iſt, da eine zahlreiche Familie, weit entfernt eine Laſt zu ſein, unter den Eskimos ein großer Gewinn iſt. C.

Misrellen.

Es hatte Jemand eine junge und ſchöne Frau geheira⸗ thet, mit welcher er aber in beſtändigem Zwieſpalt lebte, und obgleich die Verwandten und Freunde alles Mögliche aufbo⸗ teu, Frieden und Eintracht zu ſtiften, ſo wollte es doch nichts fruchten, und der Ehemann beſtand feſt auf ſeinem Vorſatz, ſich ſcheiden zu laſſen. Die Frau ward endlich auf ſein Ver⸗ langen vor den Richter gefordert, der, da er ſie ſo wohlgebil⸗ det ſah, zu ihm ſagte:Aber warum wollen Sie geſchieden

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