Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
765
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Ukommene Be⸗ rtete, reſervirt t mehreren jun⸗ le. Es geſchieht lchten, da gerade ich in den Acdig⸗ rfluß an heiraths⸗ tmütterlichen Be⸗ en ſoll, einem ach⸗ Für ihn iſt nt gewöhnlich: er m ihrem Tiſche zu Tochter nicht der neert gegangen ſchen Concerte Bedeutung ſie nger Leute, und duch aine hä⸗ cließen kann, daß n hier vorhanden daß eine Schaan ncert beſucht und ige und zwiſche

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Berlins iſt noch orzuheben. Hen ob vom Stamm 3, das iſt neben⸗ ztere annehmen, t, die es giebl. ren nach Berlu, Hungl'ſchen Con Engel, welche , der Nachfolgen zunges große A⸗ de den Berlinen nit aufzuwarten Jaab er lih Mil K apellmeiſtet ſel Dirigenten

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nn tragikomiſcher Weiſe,

Vierte Folge.

Damen. Als er bei Kroll ſeine Concerte gab, gewann er mit all dieſen Eigenſchaften, oder vielleicht nur mit einer davon, das Herz oder doch die Hand der unverehelichten Tochter des verſtorbenen Kroll. Er führte ſie heim als Gattin und war Gebieter des größten Vergnügungstem⸗ pels von Berlin. Aber nicht lange genoß er dies Glück das verſchuldete Etabliſſement fiel in andere Hände, und während ſeine Frau von dem neuen Beſitzer eine Jahres⸗ revenue bezog, trat ihr Gatte in die Stelle eines Kapell⸗ meiſters des Orcheſters bei Kroll. Die Concerte erfreu⸗ ten ſich eines guten Rufes und trotz der Reclame ,‚welche Herr Engel geſchickt zu handhaben verſteht, konnte ihm die Anerkennung als tüchtiger Dirigent nicht verſagt werden. Speculativ außerdem ſetzte er ſich nun auch mit Theater⸗ agenturen in Verbindung und hatte als Compagnon dabei viel Glück. Es gelang ihm ſelbſt, ſeine Sphäre bis an die königlichen Theater auszudehnen, und namentlich ver⸗ ſtand er es, fremde Nachtigallen, wie die Marchiſio's, die Tribelli, in das Netz ſeiner Agenturen zu ziehen. Eine neue und entſchieden glückliche Phaſe ſeiner Laufbahn er⸗ öffnete ſich, als das Kroll'ſche Etabliſſement abermals zur Subhaſtation kam. In dem Termin erſchienen wenige und nicht ſehr kaufluſtige Speculanten, unter welchen Herr Engel aus erklärlichen Gründen der verwegenſte war. Er bot bis zu 109,000 Thaler und man ließ ihm den Zuſchlag dafür, vielleicht ohne daß es Herrn Engel glaubhaft ſchien; denn in der That repräſentirte das Etabliſſement in ſeinem Boden und in ſeinen Gebäuden einen viel größeren Werth, ganz abgeſehen von dem koſtbaren Mobiliar und dem Gar⸗ veninventarium. Es war ſpottbillig dem Gatten der Toch⸗ ter Krolls zugefallen. Aber nun handelte es ſich um die Summe der Anzahlung, die natürlich weder Herr Engel noch ſeine Frau beſaß. Der verhängnißvolle Tag nahte und noch immer keine Hoffnung, das Geld zu erhalten. Aber das Glück verließ Herrn Engel nicht. Am letzten Abende vor dem Zahlungstermin befand ſich Engel in einer feinen Weinhandlung, wo Bekannte und Fremde ſich über ſeine muntere Laune amüſirten. Er erzählte dabei auch daß er morgen wohl die Herrſchaft über das Kroll'ſche Etabliſſement verlieren würde, wenn nicht durch ein Wunder des Himmels ihm die nöthige Kauf⸗ ſumme zufalle. Und ſiehe da das Wunder geſchah. Ein fremder Herr, einer der reichſten Landbeſitzer unſeres Adels, welcher in der Geſellſchaft ſich befand, nahm Herrn Engel bei Seite und ſagte ihm, daß er das Geld vorſtrecken werde. Der Glückliche traute ſeinen Ohren nicht, und noch, als er eine ſehr beſtimmte Anweiſung auf einen der aften Berliner Banquiers auf Höhe der betreffenden Suumme in Händen hatte, glaubte er ſehr ernſthaft an eine Wyſtification. Indeſſen er wollte ſich doch davon über⸗ jeugen, und man kann ſich ſein freudiges Erſtaunen vor⸗ ſtellen, als er am anderen, dem letzten Vormittage, nach der Vorzeigung ſeiner Anweiſung von dem Banquier an⸗ tamdslos die bedeutende Summe ausgezahlt erhielt. Da⸗ nt hatte Herr Engel den Beſitz des Kroll'ſchen Etabliſſe nats erworben und es hing nun von ihm ab, die Reve nuen deſſelben zu bewirken. Nicht ohne Geſchick, wenn auch was gar zu ſpeculativ, reorganiſirte er das große, ſchöne labliſſement. Er brachte das kleine Theater daſelbſt in teſeren Gang, ſorgte für eine gute Oper im Sommer, und nſirte er nicht hinter dem Ladentiſch die Zweigroſchenſtücke nin Bier und Schinkenbrode, ſo dirigirte er doch das Con⸗ ar ſeiner Kapelle. 6.

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Judge Haliburton.

Ueber den am 27. Auguſt c. auf ſeinem ſchönen Landſitz in Isleworth in England verſtorbenen unter dem Namen Sam Slick ſehr bekannten humoriſtiſchen Schriftſteller Hali⸗ burton theilt der in Toronto in Canada erſcheinende ‚Globe⸗ vom 15. September Folgendes mit.

Thomas Chandler Haliburton, Sohn des Richters Haliburton und von mütterlicher Seite Enkel des Major Grant, wurde im Jahr 1796 in Windſor in Neuſchottland geboren und hat demnach ein Alter von 69 Jahren erreicht. Er erhielt ſeine Erziehung im King's College in ſeiner Ge burtsſtadt, wurde Advocat und Mitglied der Aſſembly und zuletzt Oberrichter an dem höchſten Gerichtshofe Neuſchott- lands. Er erlangte aber weder als Rechtskundiger, noch als Politiker ſeinen Ruf in der Welt. Man betrachtete ihn ſelbſt in Neuſchottland keineswegs als einen tüchtigen Richter oder als einen geſchickten Advocaten. Obſchon er als ein geſcheid⸗ ter Mann bekannt war, ſo ſoll er, wie man uns erzählt, ſeinen Sitz auf dem Richterſtuhle weit mehr ſeiner Partei⸗Politik als ſeiner Thätigkeit als Advocat zu verdanken gehabt haben. Seinen großen Erfolg erlangte derſelbe auf dem Gebiet der Literatur. Es mag Eingeborne der britiſchen Colonien ge geben haben, die größere Talente einer beſondern Art hatten, als er, aber er ſcheint die Aufmerkſamkeit der Welt in einem weit höhern Grade auf ſich gezogen zu haben, als irgend ein in den Colonien geborner Literat oder irgend Einer, der in den Colonien als Schriftſteller aufgetreten iſt. Er erlangte ſeinen Erfolg in einer beſondern Art. Als er 1835 als Schriftſteller auftrat, ſcheint er gefühlt zu haben, daß es ihm ſchwerlich gelingen werde, die Aufmerkſamkeit der Welt für Scenen, die ſich in dem kleinen Neuſchottland ereigneten, zu erlangen, wenn er nicht beſondre Charattere aufſtellte, welche einen beſondern Anſpruch auf die Sympathie der auswärts Lebenden beſäßen. Deshalb erſchuf erSam Slick, einen mit Uhren hauſirenden Nankee, den er zwiſchen den Farms und Dörfern in Neuſchottland umherwandern ließ, wo er ſeine Wanduhren verkaufte, die Einwohner beobachtete und in einer ſehr piquanten Art die Gewohnheiten, Sitten und geiſtigen Eigenthümlichkeiten ſeiner eignen Landsleute, der Coloniſten und auch der Engländer beſprach. Den Yankee zeichnete er als einen ganz durchtriebenen Republikaner, und ſein Sam Slick machte gleich bei ſeinem erſten Erſcheinen in der literariſchen Welt eine ſolche Senſation, daß man dem Verfaſſer desſelben einen ſehr hohen Rang unter den humo⸗ riſtiſchen Schriftſtellern einräumte. Man las dieſes Buch ebenſowohl in England, wie in Amerika, und es erregte über⸗ all Lachen und fand viel Beifall. In welch hohem Grade das der Fall war, läßt ſich ſchon daraus entnehmen, daß er in Amerika mehrere Nachahmer fand, von denen aber Keiner dem Original gleichkam.

Haliburton veröffentlichte noch eine Menge Schriften, die von dem Publicum gleichfalls mit Beifall aufgenommen wurden, von denen aber keine Sam Slick erreichte. Seine Werke waren:History and Statistics of Nova Scotia Letters to Lord Durham;Bubbles of Canada;The Letter-bag of the Great Western;The Attaché;The Old Judge or Life in a Colony;Rule and Misrule of the English in America;Nature and Human Nature; Wise Saws ꝛc. Sobald er auf Politik zu ſprechen kam, ſo war er nicht mehr auf ſeinem Gebiete. In allen ſeinen Schriften findet ſich nichts, was ſeinem Geburtslande von beſonderem Nutzen geweſen wäre. Er zeichnete ſich beſon⸗ ders in der Beſchreibung des menſchlichen Charakters von