Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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4 durch abolitioni⸗ ſar ausgeſprochen. nicht minder verab⸗ warzen aus;

varzen ans jenem Anwerbeprämien wo allerdings die Art derPhilan⸗

de Schwarzen und

en iſt de Newyork plaren erſteint, 9 Jahren iſt buch⸗ ſie nicht den Neger r gerade durch ſie worauf die Aboli⸗ einer November⸗ ausheben:

fhaltſame Vordrin⸗ vorden und daſſelbe

die Neger ſchützen, 8, daß nur freie ic die Sclavenhal⸗ fte unſeres Landes ze. Ohne die t bei uns auf eine

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Pierte Folge.

Wahnſinn der verrückt gewordenen Puritaner iſt gleichbedeu⸗ tend mit Mord und Vernichtung für den Neger.

Im Jahre 1863 mußten etwa 25,000befreite Neger für nördliche Rechnung auf den Pflanzungen zwiſchen Cairo und Natchez arbeiten. Der Präſident des weſtlichen Sani⸗ tätsdiſtrictes, Neatman, ſchreibt in ſeinem amtlichen Berichte an Lincoln:Dieſe Unglücklichen werden überall unbarm⸗ herzig ausgenutzt; in Memphis erhalten ſie von den Arbeit⸗ gebern 10 Dollars Papier monatlich, während der gewöhn⸗ liche Arbeitslohn 45 ſteht; man zwingt ſie für ein Viertel dieſes Lohns zur Arbeit. Man verſprach dem Selaven Frei⸗ heit, aber wie ſteht es mit ihm? Er wird in der Straße aufgegriffen; er muß, mit oder wider Willen, beim Aus⸗ laden eines Dampfers arbeiten, oder an den Gräben, oder für den Quartiermeiſter, oder er muß für Regierungs⸗ rechnung Holz hacken, Alles das Monate lang, ohne etwas Anderes zu bekommen als Rationen, und am Ende bezahlt man ihn mit Verſprechungen, Knüffen, Püffen und Flüchen. So ſpürt er bald, daß er lediglich den Herrn gewechſelt hat; hier wird er unabläſſig mißbraucht. Das macht ihn verdroſ⸗ ſen und er iſt niedergedrückt; er ſeufzt nach ſeiner alten Hei⸗ math, wo man ihn nährte, kleidete und ihm Obdach gab. Hier wird er überbürdet, denn der Weiße, welchem man ihn zutheilt, will von ihm möglichſt viele Arbeit für den gering⸗ ſten Lohn erpreſſen. Sobald er krank wird, giebt man ihm keinen Cent mehr, wirft ihn bei Seite und er mag verhun⸗ gern. So ſind die Sclavenhalter niemals zu Werke gegan⸗ gen. Dazu kommt noch ein abſcheuliches Truckſyſtem, denn der ſchwarze, angeblich freie Arbeiter muß von ſeinem Arbeit⸗ geber jeden Artikel zu exorbitanten Preiſen kaufen, und der Betrag wird ihm von dem ſpärlichen Arbeitslohne abgezogen; was 1 Dollar werth iſt, muß er mit 2 ½ Dollar bezahlen. Bei Youngs⸗Bend liegen 2100 Schwarze, Männer, Weiber und Kinder, in elenden Zelten, Hütten und Erdlöchern unter mehr Schmutz, Verkommenheit und Elend, als ich je zuvor geſehen habe. Krankheit und Sterblichkeit ſind entſetzlich. Im Sommer ſterben täglich 30 bis 40 und in der zweiten Hälfte des Auguſt durchſchnittlich 75! In dem Lager der Schwarzen bei Natchez finde ich es eben ſo arg; hier ſind ſchon an 2000 geſtorben, denn die, welche keine Arbeit erhal⸗ ten, verhungern, und die, welche Arbeit haben, befinden ſich nun in einer weit ärgeren Sclaverei, als jene war, aus wel⸗ cher man ſie entführte.

So lautet der officielle Bericht eines Lincolnbeamten.

Der Präſident wollte durch einen Federſtrich die Neger emancipiren; das war ſeineBulle gegen den Kometen. Der Congreß hat nun einen Paragraphen der Verfaſſung ge⸗ ſtrichen; die Folge wird lehren, ob ſein Decret ein lediglich zapiernes bleibt. Aber ſo viel iſt gewiß, daß im Staate Louiſiana, ſo weit er ſich im Beſitze der Yankees befindet, an die Stelle der Sclaverei eine Leibeigenſchaft der Neger getre⸗ ten iſt, durch welche dieſe in eine drückendere Abhängigkeit gekommen ſind, als je zuvor.

Als im Frühjahr 1862 die Yankees Neuorleans beſetz⸗ ſen, decretirte Lincoln für die Neger Freiheit und für die Weißen das Martialgeſetz. Viele Pflanzungen wurden den Rebellen confiscirt und an Günſtlinge der Regierung ver Leben. Aber es fehlte an Arbeitern, denn ein beträchtlicher Theil derfreien Neger wurde mit Gewalt in die Armee

(ingeſtellt und die andern Schwarzen wollten gar nicht arbei⸗

ken. Sie beriefen ſich darauf, daß ſie nun eben ſo freie Leute ſiien wie die Weißen. Der Gouverneur, General Banks, enn abolitioniſtiſcher Dankee aus Maſſachuſetts, ſetzte dann

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beim Präſidenten durch, daß die Regierung darauf verzichtete, fernerhin Neger unter die Soldaten zu preſſen, er bedürfe derſelben zur Arbeit. Er führte Zwangsarbeit ein! 5.

In den öffentlichen Muſiklocalen Berlins.

Ueber die heutigen Concertgeber Berlins und das Leben und Treiben in ihren Vergnügungsräumen giebt Schmidt eine lebendige Schilderung.

Er ſtellt darin unter jenen Heroen des Tages den ſo⸗ genanntenVater Wieprecht obenan und zwar aus zwei⸗ erlei Gründen. Nicht allein, ſagt er, daß er zu den älteſten Concertmachern der Hauptſtadt gehört; er kann auch ver⸗ möge ſeiner Stellung als Generaldirector aller Gardemu⸗ ſikchöre ſo gewaltige Maſſen in's Treffen führen, wie kein zweiter. Ein Concert von Wieprecht iſt deshalb ein be ſonderes Ereigniß für die Liebhaber ſolcher Vergnügen in allen Kreiſen; es geht ſtets ins Monſtroͤſe und zwar in allen Verhältniſſen. Vater Wieprecht, welcher auch nicht allzu oft ſeinen Thron öffentlich beſteigt, ſondern ſich mit einem Dutzend Concerts während des Sommers begnügt und im Winter nur bei außerordentlichen Gelegenheiten den Commandoſtab ergreift, verſammelt im größten Gar⸗ tenlocal Berlins, im Hofjäger, die zahlreichſteMuſik⸗ bande, wie man in Oeſterreich ſagt, und das zahlreichſte Publieum. Seine Concerte haben den Charakter eines Volksfeſtes und da ſie vornehmlich Monſtreleiſtungen preu⸗ ßiſcher Militärmuſik ſind, ſo gewinnt dies Volksfeſt von ſelbſt Züge preußiſchen Nationalſtolzes. Der Officierſtand iſt reich vertreten; der Soldat nicht minder; die preußi⸗ ſchen Kokarden an vielen Cylinderhüten belehren darüber, daß ſich an dieſer Muſik das Herz patriotiſch Vereinigter beſonders labt. Aber auch viel des liberalen, verführten Volks, Männlein wie Weiblein, verſammelt ſich an den Tiſchen, um für fünf Silbergroſchen einmal die Gardemuſik in ihrer ſtrammſten Disciplin zu hören. Wieprecht ver⸗ ſöhnt alle Parteien; ihm klatſchen Reactionäre und Demo⸗ kraten gleichmäßig kräftig ihren Beifall zu. Die parkar⸗ tige Anlage des Gartens geſtattete dabei die freieſte Bewe⸗ gung. Man konnte promeniren, ſich in ſchattige Partien am Arme der Geliebten verlieren, um unter dem Donner preußiſcher Pauken und Trommeln ihr ein Küßchen zu rau⸗ ben, was Vater und Mutter noch nicht ſehen dürfen. Die Jugend ſpielte auf den Plätzen und am Waſſer und erwar⸗ tete die große Schlachtmuſik mit Ungeduld, mit welcher häufig dieſe Concerte ſchließen, entſchieden beſtimmt, dem militäriſchen und kriegeriſchen Sinn des Volks zu ſchmei⸗ cheln oder Genüge zu thun, der ja nur eines Anlaſſes be⸗ darf, um in bedenklicher Art hervorzubrechen. Der Vor⸗ fall, daß Kinder, welche die Eroberung von Düppel ſpiel⸗ ten, ſich mit Steinen tödtlich und lebensgefährlich verwun⸗ deten, mag dem Auslande als Beweis der kriegeriſchen Leidenſchaftlichkeit der Preußen furchtbar erſcheinen den Beſuchern der Wieprecht'ſchen Concerte wird er natür⸗ licher vorkommen. Auch iſt Vater Wieprecht an ſich popu⸗ lär; denn ſeine Art zu dirigiren iſt bei aller Geſchicklich⸗ keit und rühmenswerthen Sicherheit eine ſo leidenſchaft liche, draſtiſche, daß er allein in ſeiner Arbeit ein Schau⸗ ſpiel für Götter bildet. Da ſteht er inmitten ſeiner mu⸗ ſikaliſchen Legion, hinten die Reihen der Tambours, vorn die Contrabäſſe, zur Seite die Poſaunen aller Erzengel, Trompeten, Piccolo's und Hoboen, in den Ecken Pauken,

chineſiſche Becken und Triangel bereit, auf einen Wint