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Kanſas in Miſſouri abſcheuliche Wüthereien. Dieſer Mont⸗ gomery, von welchem eine Zeitung ſeiner Partei, die Tri⸗ bune, ſagte, daß er„zehnmal den Galgen verdient habe, denn er ſei Raubmörder von Profeſſion,“ iſt nun Oberſt in Lincoln's Unionsarmee und befehligt ein Regiment von Ne⸗ gern, das er, wohlgemerkt laut republikaniſchen Mittheilungen, in folgender Weiſe anredete:„Ihr ſchwarzen Hallunken ſeid von den Abolitioniſten am Narrenſeil herumgeführt worden. Freuen ſolltet ihr euch, daß man euch das Privilegium ge⸗ währt, Waffen zu tragen, und ihr ſollt der(rückſtändigen) Löhnung halber nicht räſonniren. Ihr ſeid eine Sclaven⸗ race. Noch vor wenigen Jahren beteten eure Väter Schlan⸗ gen und Krokodile an und eure Geſichter haben einen viehi⸗ ſchen Ausdruck. Die Religionsübungen, welche ihr hier im Lager anſtellt, ſind ein Gemiſch von Barbarei und Chriſten⸗ thum. Euer Geſicht kann nicht anders gemacht werden, und in demſelben prägt ſich Nichtswürdigkeit aus. Euer ſchlech⸗ tes Blut ſoll euch abgezapft werden. Ich will euch einen Rath geben: wer von euch die gelbſte Haut hat, ſoll ſich das ſchwärzeſte Mädchen zum Weibe nehmen.“
So ſprach ein Raubmörder und Unionsoberſt, ein Hauptwerkzeug der Abolitioniſten. Wie ſpricht der Präſi⸗ dent Lincoln?
Im Jahre 1863 faßte er den Plan, ſo viele Neger als möglich zu deportiren, um ſie aus der Union los zu werden. Sie ſollten nach Chiriqui auf den centralamerikaniſchen Iſthmus, andere nach Weſtindien geſchafft werden. Aber ſo⸗ wohl die neugranadiniſchen wie die britiſchen Behörden ver⸗ weigerten die Aufnahme. Lincoln ließ am 14. Auguſt 1863 eine Deputation von Negern und Mulatten vor ſich kommen und ſprach Folgendes zu ihnen:
„Ihr ſeid eine von uns Weißen durchaus verſchiedene Race; zwiſchen euch und uns iſt ein weit größerer Unter⸗ ſchied, als wir ihn unter zwei anderen verſchiedenen Racen finden. Ob das recht oder unrecht iſt, habe ich hier nicht zu unterſuchen, aber dieſer phyſiſche Unterſchied iſt ein großer Nachtheil für uns beide. Ich glaube, eure Race leidet ſehr dabei, daß ſie unter uns lebt, und unſere Race leidet dadurch, daß ihr da ſeid. Es iſt wohlgethan, wenn wir uns trennen. Meiner Meinung zufolge erleidet eure Race das größte Un⸗ recht. Wenn ihr auch keine Sclaven mehr ſeid, ſo ſeid ihr doch noch weit von einer Gleichſtellung mit den Weißen ent⸗ fernt. Auf dieſem großen Continente iſt nicht ein einziger Mann eurer Race vorhanden, der uns gleich ſtände. Ueber die Sache ſelbſt mag ich nicht discutiren; ich habe nur die Thatſache ins Auge zu faſſen, und dieſe kann ich nicht ändern, wenn ich auch wollte.— Es mag euch etwas hart erſcheinen, aber es iſt wahr, daß unſere weißen Leute euch, die freien Farbigen, los ſein wollen und euch nur höchſt ungern unter ſich ſehen.“ So der Abolitioniſt Lincoln!
Dann empfahl der Präſident dieſen freien Farbigen, nach Centralamerika zu gehen und dort,„um ſich nützlich zu machen,“ Steinkohlen zu graben.
Lincoln erklärte die Unverträglichkeit der weißen und der farbigen Menſchen; er betonte, daß eine Gleichberechtigung und Gleichſtellung der letzteren mit den erſteren ein Ding der Unmöglichkeit ſei. Er ſprach damit ganz entſchieden den „amerikaniſchen Gedanken“ aus, an welchem die Emancipa⸗ tionsclauſel nichts ändern wird.
Präſident Lincoln alſo hat amtlich erklärt, daß eine wirkliche Gleichberechtigung der freien Farbigen ein Ding der„Unmöglichkeit“ ſei; nützlich könnten dieſelben ſich nur außerhalb des Gebietes der Vereinigten Staaten machen.
Novellen⸗
Zeitung.
Im Repräſentantenhauſe des durch und durch abolitioni⸗ ſtiſchen Staates Maſſachuſetts wurde offen ausgeſprochen: „Wir verabſcheuen die Seclaverei, aber nicht minder verab⸗ ſcheuen wir den Neger.“ Um die Schwarzen aus jenem Staate zu entfernen, gab man ihnen hohe Anwerbeprämien und ſandte ſie auf den Kriegsſchauplatz, wo allerdings die meiſten zu Grunde gegangen ſind. Dieſe Art der„Philan⸗ thropie“ war ganz smart; man opferte die Schwarzen und ſchonte die Weißen.
Unter den abolitioniſtiſchen Zeitungen iſt die Newyork Tribune, welche in mehr als 100,000 Exemplaren erſcheint, am einflußreichſten. Seit länger als 20 Jahren iſt buch⸗ ſtäblich kein Tag vergangen, an welchem ſie nicht den Neger in den Vordergrund geſtellt hätte. Aber gerade durch ſie gewinnen wir einen tiefen Einblick in das, worauf die Aboli⸗ tioniſten hinarbeiten. Wir wollen aus einer November⸗ nummer vom Jahre 1862 folgende Stelle ausheben:
„Die Indianer ſind durch das unaufhaltſame Vordrin⸗ gen über unſere Grenzen hinausgetrieben worden und daſſelbe wird auch mit den Schwarzen geſchehen, ſobald das mächtige Syſtem, vermittelſt deſſen die Sclavenhalter die Neger ſchützen, beſeitigt wird. Es iſt Wille des Schickſals, daß nur freie weiße Arbeiter unſer Land beſitzen. Durch die Sclavenhal⸗ ter iſt der freie Weiße um die eine Hälfte unſeres Landes beſtohlen worden, denn dort arbeiten Schwarze. Ohne die Sclavenhalter wären die Neger ſchon längſt bei uns auf eine geringe Zahl zuſammengeſchmolzen.“
Demnach wäre es alſo Abſicht der Abolitioniſten, die Schwarzen aus dem Lande zu treiben und mit ihnen zu ver⸗ fahren, wie einſt und noch jetzt mit den Rothhäuten. Es iſt aber ein durchaus frevelhaftes Spiel, welches mit den armen Negern getrieben wird. In Virginien waren von den Unions⸗ truppen einige hundert Schwarze ihren Herren geraubt und dann ſich ſelbſt überlaſſen worden. Man wandte ſich an den Gouverneur Andrew von Maſſachuſetts mit der Bitte, ihnen in ſeinem Staat ein Unterkommen zu verſchaffen, er erklärte jedoch, daß man in Maſſachuſetts keine Neger gebrauchen könne! Den„befreiten“ Negern geht es überall ſchlimm. Wir citiren abermals aus der in ſolchen Dingen gewiß un⸗ verdächtigen Tribune:„In St. Louis liegen(Winter 1862) etwa 3000 dieſer Unglücklichen ohne Beſchäftigung oder Brod; nun iſt das kalte Wetter eingetreten, und die Armen wiſſen nicht, was ſie anfangen ſollen. Unter denen in Fortreß Monroe iſt die Noth entſetzlich. In der Nähe bei Camp Hamilton liegen ein paar hundert Männer, Weiber und Kinder in halboffenen Scheunen ohne Schuhe, Kleidung und Nahrung und ohne Decken auf der kahlen Erde. Zwar lie⸗ fert die Bundesregierung ihnen etwas Mehl und Bohnen, aber es fehlt an Kochgeſchirren.“
Im Journal of Commerce ſteht Folgendes:„Hier in Waſhington herrſcht unter den aus Virginien hergebrachten Negern ein ſo grenzenloſes Elend, daß ſelbſt ein verhärtetes Herz darüber jammern muß. Sie ſchreien nach Brod und Obdach. Es war doch wenigſtens die Pflicht derer, welche dieſen Exodus der Neger veranlaßt haben, für die Verlaſſenen zu ſorgen, aber das geſchieht mit nichten.“—.
„Die Abſchaffung der Sclaverei wird mit Nothwendig⸗ keit die Ausrottung oder Vertreibung der Neger im Gefolge haben.“ So äußert der Newyork Herald; er ſagt weiter: „Die Regierung hat ungefähr 150,000 entlaufene oder ihren Herren geraubte Sclaven zu füttern, deren Unterhalt täglich an 50,000 Dollars koſtet. Sie bringen dem Proletariat und dem Pauperismus einen ungeheuern Zuwachs. Der
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