Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
754
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754 Novellen⸗Jeitung.

Blick auf den Mann warf, welcher eben aus dem heftig ſchüttelte,Herr, regt ſich denn in Ihrem donnerte;

Wagen ſprang,nun, was er will, das weiß ich; er Gewiſſen Nichts, was wie eine Mahnungrüber be⸗ aufriß

ird mir die Wechſel präſentiren und Zahlung for⸗ gangenes Unrecht klingt?... Haben Sie mir denn wiſſen, ab

8 nicht dieſe Hypothek nur mit zwei Drittheilen des zu werfen

dieſem Augenblick wurde der Kopf Hedwig's Werthes ausgezahlt, und habe ich Ihnen für die Wech⸗Ich

ſichtbar und mit trauriger geſenkter Stimme ſagte ſie: ſel nicht fünfzig Procent Zinſen zahlen müſſen?. ſer zur Th

Liebmann ſteht draußen und wünſcht Dich zuIch hoffe, ich ſtehe einem Edelmann gegenüber, mja vellaſf

ſprechen, lieber Vater. ſagte Liebmann kalt, indem er ſeine Schulter zurückzog, wieder!

Laß ihn eintreten, entgegnete dieſer,aus⸗ auf welcher noch immer die Hand ſeines Schuldners Waͤ

weichen kann ich ihm doch nicht und einmal muß es ruhte;und was die Proviſion anbelangt, die ich und ſein

endlich zu Ende kommen. nahm, ſo geſchah dies mit Ihrer freien Zuſtimmung. von Ste

Hedwig zog ſich zurück und eine Minute daraufRun gut, ich weiß, daß Sie formell im Rechte nit beid

ſtand der Wucherer vor dem Gutsherrn. ſind, dafür haben Sie geſorgt. Laſſen Sie uns alſo ergriffen

Er verbeugte ſich ganz höflich, ja faſt unterthänig ein neues Abkommen treffen, verlängern Sie den2.

und fragte in ſchmeichelndem Tone: Wechſel auf ein Jahr, bis dahin wird ſich Rath nicht en

Wie befinden Sie ſich, Herr Baron? finden. NNehr

Sie kommen, um unſere Geſchäfte zu ordnen,Unmöglich! Ich kenne Ihre Verhältniſſe ganz lu

ſagte der Letztere, ohne auf die Frage zu antworten. genau, Herr Baron. Geld aufzutreiben ſind Sie nicht Ihrer Ke

Ja, wenn es Ihnen gefällig wäre ich brauche mehr im Stande; die Ernte für das nächſte Jahr anfte t

mein Geld ſehr nothwendig. haben Sie ſogar ſchon auf dem Halme verkauft. als der

Geld habe ich in dieſem Augenblich nicht, ent⸗ Eine dunkle Röthe übergoß das Geſicht des Herrn.ſich ſein

gegnete Herr von BleinannSie wiſſen, in weſſen von Steinau, doch faßte er ſich gewaltſam und ſagte ſtand al

Taſche es gefloſſen iſt mit jener Ruhe, die oft der Verzweifelte annimmt, r Hand de

nbe bedaure, antwortete Liebmann, kalt die wenn er keinen Ausweg mehr ſieht:

hſeln zuckend, ich bin Geſchaͤftsmann und mußGenug! Was Sie wollen, weiß ich. Ich werde bewegten

meine Capitalien flüſſig machen, Sie werden daher es Ihnen jetzt mit kurzen Worten ſagen. Ihre Ab⸗ nden

Rath ſchaffen müſſen. ſicht iſt, ſich in den Beſitz dieſes Gutes zu ſetzen, und 1

Und wenn ich es nicht vermag? dieſen Plan haben Sie ſeit ſechs Jahren mit raffi⸗ Steina

Es ſollte mir ſehr leid thun. Sie wiſſen, außer nirter Schlauheit verfolgt. Darum riethen Sie mir †erſchöp.

der Hypothek von zwanzigtauſend Thalern, die auf zur Anlegung der Zuckerfabrik und der Sägemühle, um.

dem Gute für mich eingetragen iſt, habe ich von Ihnen Gelegenheit zu haben, mich zu Ihrem Schuldner zu uir Il

noch für zehntauſend Thaler Wechſel in den Händen, machen; darum leiſteten Sie mir Vorſchüſſe, darum

welche jetzt fällig ſind. venanede Sie mich zur Ausſtellung von Wechſeln, 1 zweiſle

Nun, alſo kurz, was werden Sie thun, wenn als Sie ſahen, daß ich bereits gänzlich in Ihren Ihre

ich Sie für den Augenblick nicht befriedigen kann? V Händen war; darum kommen Sie jetzt und kündigen ſaffen

Was werde ich thun? ſagte Liebmann jetzt in mir die Hypothek und fordern ungeſtüm die zehn⸗ und de

unverſchämtem, faſt beleidigendem Tone,ich werde tauſend Thaler, weil Sie wiſſen, daß, wenn es zu

mein Recht ſuchen. einer Subhaſtation des Gutes kommt, Sie als Haupt⸗ tauſend

1Das heißt, Sie werden mich der Form wegen gläubiger jedenfalls die nächſten Anſprüche darauf t. loch.

verhaften laſſen, in Wirklichkeit aber auf Subhaſtation haben. ii

6 des Gutes antragen?Nun, da Sie ſo gut rechnen können, entgeg⸗ 4 ASie können nicht verlangen, daß ich mein Geld nete Liebmann mit unverhohlener Dreiſtigkeit, indem 6 3

einbüße. er jetzt vollends die Maske fallen ließ,ſo werden hrR

1Ihr Geld? rief der Baron jetzt zornglühend, Sie am Beſten thun, ſich auf einen möglichſt vortheil⸗ iſe nod nun ja, wenn Sie die Hälfte davon abziehen, ſo haften Vergleich einzulaſſen. Erklären Sie ſich damit der

mögen Sie ſagen ⸗Ihr Geld⸗. einverſtanden, daß ich Ihnen noch zehntauſend ThalerSi

So heißt es immer, wenn ſich ein ehrlicher herauszahle, und übergeben Sie mir dagegen IhrR

Narr fand, der Vorſchüſſe machte und ſie nun zu- Eigenthum, dann ſind unſere Angelegenheiten e e

rückfordert. Aufſehen geordnet und Ihnen bleibt dabei noch derDe. der

Herr, rief hier der Gutsherr, indem er in Vortheil, den Schein eines freiwilligen Verkaufs zu einen St

höchſter Aufregung einen Schritt vortrat, ſeine Hand bewahren. ur»A-

auf die Schulter des Wucherers legte und dieſenHinaus aus meinem Zimmer, Unverſchämter! widerte

velcher

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