—.,——
—
—
———
———
ten des Gouverneurs, die in Scharlach und goldne Haftans gekleidet waren und lange, maſſive ſilberne Stäbe mit großen Knöpfen trugen, traten mit uns in den Hof und das Haus, obſchon beide Räume mit eingebornen Freunden unſres Wirths angefüllt waren, welche ohne Zweifel waren eingeladen wor⸗ den, um Zeugen der dem Oberbramin erwieſenen Ehre zu ſein. Das Haus war ein zerfallenes altes Gebäude, nicht beſonders rein, aber entſchieden pittoresk. Der innere vier⸗ eckige Hofraum war mit Segeltuch bedeckt und Dutzende von langen Glaslampen von verſchiedenen Farben waren unter dieſem zeitweiligen Dach aufgehängt worden. Rings des Umfangs dieſes extemporiſirten Zimmers, das in der Mitte einen 30 Fuß langen und 15 Fuß tiefen offnen Raum ließ, waren Sophas geſtellt, von denen das eine ganz oben als Ehrenplatz für den Gouverneur beſtimmt war, nach dem er und der Oberbramin ſchritten und auf demſelben neben einander Platz nahmen. Der Oberbefehlshaber des Heeres ſaß dem Gouverneur zur Linken auf einem Seſſel und der entſprechende Seſſel zur Rechten des Oberbraminen war un⸗ beſetzt. Ich trat natürlich unter den Letzten in dieſes zeit⸗ weilige Zimmer, aber der Gouvernenr ließ mich bitten, den leeren Seſſel neben dem Oberbraminen einzunehmen, und ſtellte mich ihm von neuem vor, der ſich ohne Zweifel darü⸗ ber verwunderte, wer der Gaſt ſei, dem eine ſo große Ehre erwieſen wurde. Nach einer Unterredung in Hindoſtani von einigen Minuten zwiſchen dem Gouverneur und dem Ober⸗ braminen brachten die Diener des Letztern gegen zwanzig ſil⸗ berne Schüſſeln oder Präſentirteller herein, auf denen Obſt und Zuckerwerk war, und ſtellten ſie in der Mitte der Flur auf einen Streifen weißer Leinwand, der ſich längs des Tep⸗ pichs vor dem Sopha, auf welchem der Gouverneur ſaß, bis an das Ende des Zimmers erſtreckte. Als die Teller alle hingeſtellt waren, erhob der Oberbramin ſich von ſeinem Sitze; um dies zu bewerkſtelligen, mußte er aber von dem Gouverneur unterſtützt und, als er auf ſeinen Füßen ſtand, gehalten werden, um ſein Niederfallen zu verhindern. Seine Diener reichten ihm dann ein kleines ſilbernes Gefäß mit einem langen Halſe mit einer Art von Pfefferbüchſe, die mit einem beſondern wohlriechenden Steff gefüllt war, mit dem er zuerſt den Gouverneur, dann den Oberbefehlshaber und die Mitglieder des Raths und hernach den Reſt des Ge⸗ folges des Gouverneurs ſalbte, indem er, von zweien ſeiner Leute unterſtützt, rund umher ging oder vielmehr wantte. Als dieſer Theil der Ceremonie beendigt war, traten wieder ein Dutzend ſeiner Diener ein, von denen Jeder eine große ſilberne Schüſſel trug, welche mit Kränzen von Jasmin mit Roſen vermiſcht gefüllt war. Jeder dieſer Kränze war ohn⸗ gefähr zwei Yards lang, und dann gab es noch Armbänder in derſelben Art gemacht; auch etwa zwei Fuß lange Stäbe, auf denen oben ein Roſenſtrauß war. Als dieſe Gefäße voll Blumen hereingebracht worden waren, begann der alte Bra⸗ min ſeine Arbeiten der orientaliſchen Gaſtfreundſchaft von neuem. Er bekleidete den Gouverneur mit dem dickſten die⸗ ſer Kränze, den er über ſeinen Kopf und um ſeinen Hals hing. Dann legte er die kleinern Kränze oder Armbänder um jedes der Handgelenke des Sir Bartle und zuletzt gab er ihm einen großen Stock mit Blumen in die Hand und goß auf das Roſenbouquet an der Spitze Roſenwaſſer. Es war im höchſten Grade ſpaßhaft, den Vertreter Ihrer Majeſtät in dieſem grotesken Style geputzt zu ſehen, dem er ſich mit einem ſo ernſten Geſichte unterwarf, das bewundernswerth war. Wir würden über Seine Excellenz nicht gelacht haben, denn wir hatten uns Alle derſelben Feuerprobe zu unterwerfen.
Novellen⸗Zeitung.
Man denke ſich zwanzig ernſte und ehrwürdige Herren, Gou⸗ verneure, Richter, Mitglieder des Raths ꝛc. gekleidet wie Schornſteinfeger am Maitage. Nach der Bekleidung mit Blumen wurden jedem Gaſte Nüſſe und Gewürze gegeben,
die in ein beſonderes Blatt ſehr hübſch eingewickelt waren.
Dieſe nimmt man und reicht ſie den Dienern und Untergebe⸗ nen des vornehmen Mannes hinter ſeinem Seſſel, von denen, mit den verſchiedenartigſten Turbanen bekleidet, das Zimmer bis zum Erſticken gefüllt war. Dann wurde das Obſt auf den Präſentirtellern in derſelben Art herumgereicht und eben ſo den Dienern gegeben, welche die ihnen gebotenen Gaben gierig ergriffen. Nicht Einer der Gäſte genoß etwas von den ihnen gereichten Delicateſſen. Sir Bartle Frere ſprach mit mir, während dieſe Farce vor ſich ging, und erklärte mir Alles; er erzählte mir, unſer Wirth ſei erblicher Oberbra⸗ min. Ich erkundigte mich dann, ob der kleine Knabe, der hinter dem Sopha ſtand, ſein Sohn ſei.„Nein,“ lautete die Antwort des Gouverneurs,„das iſt des alten Mannes KummerF; er hat keinen Sohn, der ihm nachfolgen kann, ſon⸗ dern nur einen Neffen.“ Nachdem das Zuckerwerk und das Obſt in der erwähnten Weiſe vertheilt worden waren, machte der alte Bramin wieder einen Rundgang im Zimmer, indem er alle Gäſte aus einem großen ſilbernen Gefäße mit Roſen⸗ waſſer beſprengte. Dieſe ſilbernen Gefäße und Schüſſeln waren ſehr hübſch und merkwürdig geformt, aber ſie ſahen
wie Blei aus, da kein Verſuch gemacht worden war, ſie zu
putzen oder zu poliren. Zuletzt erhob ſich der Gouverneur, um Abſchied zu nehmen, als ein gleichzeitiges Freudengeſchrei
von der Verſammlung ſich erhob, das ſicher ein Compliment für den Vertreter der Königin ſein ſollte, von dem ich aber
nicht ein einziges Wort verſtand. Der Oberbramin faßte dann die Hand des Gouverneurs und führte ihn in derſelben Art hinaus, wie er ihn hereingefüyrt hatte. Der Oberbra⸗ min reichte beim Abſchiede Jedem von uns die Hand, als wir aus dem äußern Hofe hinaustraten, und wir gingen durch. die mit Menſchen angefüllte Allee, mit den Blumen bedeckt, die man auf uns gehauft hatte, da die Etikette es uns verbot, während wir in der Gegenwart unſres Wirths oder in der Nähe ſeiner Reſidenz waren, uns derſelben zu entledigen. Ehe wir aber unſre Wagen erreichten, hatten wir den ganzen Blumenſchmuck entweder unter unſre Diener oder unter die Kinder der Tauſende von Eingebornen vertheilt, die ſich her⸗ beigedrängt hatten, und mit Erſtaunen und Verwunderung auf uns blickten.. C.
Misrellen.
Ein Edelmann hatte mit einem großen Prinzen auf einem ſehr vertrauten Fuße gelebt. Einige Zeit nach dem Tode des Prinzen trifft deſſen Sohn dieſen Edelmann auf ſeinem Gebiete im Jagdanzuge, thut als kenne er ihn nicht weiter, und ruft ihm in verächtlichem Tone zu:„Mein Freund,
wer hat Dir erlaubt, hier zu jagen?“— Der Evelmann, über
dieſes unanſtändige Benehmen beleidigt, antwortete mit edlem Stolze:„Ich hatte die Ehre, der Freund Ihres durchlauchtig⸗ ſten Herrn Vaters zu ſein; ich wüßte aber nicht, daß ich die Ehre hätte, auch der Ihrige zu ſein.“— Der Prinz fühlte ſein Unrecht und ſuchte es durch die ſchmeichelhafteſte Behand⸗ lung wieder gut zu machen. 3
Ein angeſehener Abbé ſtellte dem Pater de la Chaiſe, Beichtvater Ludwig's XIV. vor, wie er ſchon ſeit langer Zeit
bei ihm um eine Pfründe angehalten habe.„Ihre Stunde
4
Arhu kommen,
Sie regie
Sinnbib
Frie burg, Hoff Des
Werke ver
4 Proſpect und Vereb ken des fängen bi einem g⸗ Verſtänd Sein de n nach der
Kalents, den Dicht a että
H Einfach faſſende Seele d
Werke d
werden
den tra⸗ zarten nicht al bleibenn lohnend Es gabe zu bieten, Hinſicht ein perſ d That die GN gutes) 1 G gehand gen ur Name den ve viellei viel k was 3 dem J
—— —


