Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
749
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die Fortdauer der gegen einen möglichen Einfall in England gemachten Rüſtungen und die Organiſation einer nationalen Vertheidigung mitten im Frieden in den Jahren 1859 und 1860. In den letzten fünf Jahren wurde das Palmerſton⸗ ſche Cabinet durch die polniſche Inſurrection, den nordame⸗ rikaniſchen Bürgerkrieg und den däniſchen Krieg vielfach in Anſpruch genommen, blieh aber dem Grundſatz der Nicht⸗ intervention treu, ſo vielfach es auch deshalb angegriffen wurde. Trotz aller dieſer Verwicklungen wurden in Oſtin⸗ dien, deſſen Beſitz von der oſtindiſchen Compagnie an die Krone überging, große Reformen durchgeführt, die den Wohl⸗ ſtand jenes Landes ſehr vermehren werden, und das engliſche Bankerottgeſetz und das Erziehungsſyſtem umgeſtaltet. In den vielen Schwierigkeiten der neueſten Zeit rettete blos die perſönliche Popularität und die Geſchicklichkeit des Lord Pal⸗ nerſton die Regierung vor dem Schiffbruch im Unterhauſe. So lange die Leitung desſelben in ſeiner Hand war, ging Alles erwünſcht, ſobald er aber durch einen Gichtanfall ſich gezwungen ſah, die Leitung andern Händen anzuvertrauen, und wenn ſelbſt ein ſo vollendeter Redner wie Gladſtone an ſeine Stelle trat, ſo erlitt die Regierung Niederlage auf Nie⸗ derlage. Kurz, Lord Palmerſton, welcher, den Lord Liver⸗ pool ausgenommen, die Stelle als Premierminiſter eine größere Zahl von Jahren bekleidete als irgend ein andrer Mann in dem jetzigen Jahrhundert, war und blieb von dieſer Zeit an die eigentliche Seele der Regierung.

Man darf ja nicht glauben, daß er ſeine Erfolge blos ſeinem Ruhme, ſeiner Geſchicklichkeit und ſeiner guten Laune verdankte; er arbeitete anſtrengend für ſeine Erfolge ſelbſt in dem höchſten Alter. Als junger Mann that er viel weniger, als ſeine Freunde von ihm erwarteten; als alter Mann that er weit mehr. Nur mit Verwunderung konnte man es an⸗ ſehen, wie er ſelbſt in den längſten Sitzungen des Unterhau⸗ ſes ſeinen Poſten bis zum Schluſſe ausfüllte. Des Morgens um 3 und 4 Uhr war er im Hauſe der friſcheſte und lebhaf⸗ teſte Mann, der ſtets bereit war, durch einen Scherz oder eine verſtändige Auseinanderſetzung die Reizbarkeit der ermü deten Verſammlung zu beruhigen. Neben der ſchweren Auf⸗ gabe der Debatten und des fortwährenden Wachens im Un⸗ terhauſe war ſeine Arbeit in ſeinem Arbeitszimmer und in ſeinem Miniſterium eine enorme. Seine Dépeſchen, ſämmt⸗ lich mit der ſchönen, kühnen Hand geſchrieben, die er im Fo⸗ reign Office feſt einzuführen ſuchte, ſind zahllos. Seine Concepte über jeden denkbaren intereſſanten Gegenſtand, die er in den letzten fünfzig Jahren niedergeſchrieben hat, würden piele Bände füllen und es iſt zu hoffen', daß einige derſelben mögen veröffentlicht werden. Trotz ſeiner vielen Amtsge ſchäfte war er ſtets bereit, ſeine Freunde über irgend einen Gegenſtand ſchriftlich zu belehren, und er ſchrieb immer gut. Beiläufig wollen wir erwähnen, daß er in der Regel ſtehend ſchrieb. Um die Maſſe der auf ihm laſtenden Arbeiten zu bewältigen, führte er während der Sitzungen des Parlaments lin Leben, das Viele für ein ſehr ungeſundes erklären wür⸗ den. Vier Tage in der Woche, wo das Unterhaus eine Nachtſitzung hielt, dinirte er um 3 Uhr, an den drei übrigen Tagen halb 9 Uhr. Wenn er ſpät dinirte, nahm er keinen Lunch; dinirte er früh, ſo genoß er ſelten ein Abendeſſen. Während junge Männer ſich im Laufe einer Debatte entfern⸗

en, um ein comfortables Mahl zu genießen, ſaß er die ganze

.... laacht auf der Miniſterbank, die er nie verließ, ausgenommen penn er im Theezimmer eine Taſſe Thee genießen wollte, voo es ihm dann Vergnügen machte, mit den eben Anweſen⸗

ſen zu plaudern. Ohne je ſeine Pflichten darüber zu ver⸗

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ſäumen, liebte er doch die Geſelligkeit ſehr und er genoß das Leben gleich einem jungen Mann. Lord Palmerſton und darin glich Lady Palmerſton ihm völlig war von Natur ſehr geſellig. Beide liebten Geſellſchaft und auf dem Lande und in der Stadt war ihre Gaſtfreundſchaft unbeſchränkt. Es war fortwährend ein großer Familienkreis um ſie ver⸗ ſammelt, der ſtets durch Perſonen vergrößert wurde, welche in der Politik, in der Literatur oder in der Kunſt eine her⸗ vorragende Stellung einnahmen, oder ſich im Sport, durch Reiſen oder durch Heldenthaten zu Lande oder zur See aus⸗ gezeichnet hatten. Alle waren willkommen und Wirth und Wirthin unterhielten ſich gern mit ihnen. Und doch gehörte Lord Palmerſton nicht zu den reichen Ariſtokraten, von denen Viele, trotz ihres unermeßlichen Vermögens, ihre Thür nur Mitgliedern einer gewiſſen Coterie öffnen. Noch als acht⸗ zigjähriger Mann ritt Lord Palmerſton ſeine funfzehn eng⸗ liſchen Meilen, ohne daß er ſich davon angegriffen fühlte, und ſein Geiſt intereſſirte ſich bis zu ſeinem Lebensende für Alles, was neu war; an dem Derby⸗Rennen nahm er einen eben ſo lebhaften Antheil als irgend ein junger Mann. Dieſe Dinge verdienen Erwähnung, denn ſie ſind Elemente des politiſchen Erfolgs. So groß auch Pitt war, ſo ſoll er durch ſeinen Mangel an Geſelligkeit doch viel verloren haben. Lord Palmerſton verlor nichts dadurch, im Gegentheil er ge⸗ wann viel damit, denn gerade dieſen Eigenſchaften verdankte er theilweiſe die große Popularität, deren er ſich unter den mittlern Claſſen des engliſchen Volkes in einem Grade er⸗ freute, wie kein andrer Staatsmann der jetzigen Zeit. Für England iſt der Tod dieſes Staatsmannes gerade unter den jetzigen Umſtänden ein ſehr großer Verluſt. So verſchieden auch das Urtheil des Auslandes über den Verſtorbenen lau⸗ ten mag, ſo iſt das engliſche Volk doch vollkommen berechtigt, mit Stolz auf ihn zu blicken, und dem NamenLord Palmer⸗ ſton iſt in den Annalen der Geſchichte Englands für immer eine ehrenvolle Stelle geſichert. C.

Folge.

Ein Beſuch bei dem Oberbraminen.

Der Gouverneur von Bombay, Sir Bartle Frere, ſtat⸗ tete am 8. Auguſt c. dem Oberbraminen in Poona einen Beſuch ab, über den ein Correſpondent der Morning Poſt Folgendes berichtet:

Die ganze Geſellſchaft begab ſich zu Fuß nach der Re⸗ ſidenz des Taha Maharadſch. Der Weg dahin war weder kurz noch angenehm und es dauerte einige Minuten, ehe wir das Thor der Reſidenz des Oberbraminen erreichten. Hier trafen wir an einer kleinen Thür, welche in einen Hofraum führte, die wichtige Perſon, welche der Gouverneur mit einem Beſuche beehren wollte. Es war ein kleiner, alter Mann, dem Anſchein nach 80 Jahre alt und außerordentlich ſchwäch⸗ lich. Er unterrichtete uns ſpäter davon, daß er nur 65 Jahr alt ſei, Der Gouverneur ſtellte hierauf jedes Mitglied ſeines Gefolges dem Oberbraminen namentlich vor, der einem Jeden von uns die Hand reichte. Das Spaßhafte bei dieſem Theile der Ceremonie war, daß der alte Mann, nachdem er den Gouverneur bewillkommnet hatte, und das ganze Gefolge von Sr. Excellenz ihm vorgeſtellt worden war, ſich ganz unſchul⸗ dig nach dem orientaliſchen Dolmetſcher der Regierung um⸗ kehrte und an ihn die Frage richtete:Wer iſt der Gouver⸗ neur? Nachdem die Ceremonie des Vorſtellens auf dem Hofraume beendigt war, nahm der Oberbramin den Gou⸗ verneur bei der Hand und führte ihn in das Haus, wohin das ganze Gefolge ihn begleitete. Die ſämmtlichen Bedien⸗