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er abermals das Portefeuille des Auswärtigen und er fing ſeine angreifende Politik von neuem an, die aber ſtets be⸗ zweckte, den Einfluß oder das Intereſſe Englands zur Geltung zu bringen. Sein erſter Act war, wegen der ſpaniſchen Hei⸗ rathen 1846 die entente cordiale mit Ludwig Philipp zu brechen und ſich 1847 wegen der Beſitznahme Krakau's von Seiten Oeſterreichs mit dieſer Macht zu vereinigen. In demſelben Jahr miſchte er ſich ſo geſchickt in die Angelegen⸗ heiten der Schweiz, daß er, indem er die Ereigniſſe beſchleu⸗ nigte, die Anſtrengungen der angrenzenden Mächte zu Gun⸗ ſten des Sonderbundes vereitelte. Andererſeits begünſtigte er durch Waffen⸗ und Munitionsſendungen den Aufſtand Siciliens, das er ſpäter unter dem Vorwand, es neige ſich zur Republik, der Sache des Königs von Neapel überließ. Nichts deſtoweniger verlangte er zu Gunſten der Engländer, welche in Folge des Bombardements von Meſſina Verluſte erlitten hatten, eine Entſchädigung, welche arrogante Forde⸗ rung von der neapolitaniſchen Regierung ſchnell bewilligt wurde, weil ſie ſich freute, das Aufſehen der Enthüllungen, die in Gladſtone's bekanntem Briefe enthalten waren, ſo wohl⸗ feil erſticken zu können.
Die Februarrevolution, die auf dem Continente ſo man⸗ chen Thron erſchütterte, trug in England nur dazu bei, die Whigs im Beſitz der Macht zu befeſtigen. Lord Palmerſton benutzte ſeine Stellung dazu, überall die Vermittlung Eng⸗ lands nothwendig zu machen. Indem er ſich für den Freund der Völker und den wohlwollenden Beſchützer der Monarchen erklärte, erkannte er, ohne zu zögern, die franzöſiſche Repub⸗ lik an, beglückwünſchte den Herrn de Lamartine zu ſeinem friedlichen Manifeſte, welches ihm das Feld offen ließ, er⸗ muthigte die Inſurrection in Berlin und Wien, rühmte die Reformen Pius' IX., und widerſetzte ſich den Eroberungs⸗ plänen Karl Albert's nicht. Ein wenig ſpäter reichte er den italieniſchen Revolutionären eine Hand, während er Ungarn, das gegen Oeſterreich und Rußland kämpfte, ſich ſelbſt über⸗ ließ. Die von Frankreich 1849 unternommene Expedition gegen Rom war für ſeine Politik ein harter Schlag, den er aber dadurch auszugleichen ſuchte, daß er den Repreſſalien Oeſterreichs gegen das bei Novara beſiegte Piemont Einhalt gebot und indem er ſich mit großer Feſtigkeit der europäiſchen Contrerevolution entgegen ſtellte. Im Jahr 1850 ereignete ſich in Athen ein unglücklicher Zufall, der beinahe zu einem allgemeinen Kriege die Veranlaſſung gegeben hätte. Wegen der Forderungen des portugieſiſchen Juden Pacifico, der unter engliſchem Schutz ſtand, befahl Lord Palmerſton die Blokade der Häfen und der Küſten Griechenlands, die er jedoch in Folge der Intervention Frankreichs bald wieder aufheben ließ. Im Parlamente kam es wegen dieſes Vorfalls zu ſehr lebhaften Erklärungen. Das Oberhaus ſprach einen förm⸗ lichen Tadel deshalb über ihn aus, und daß das Unterhaus ſich demſelben nicht anſchloß, verhütete er blos durch eine ausgezeichnete Rede. Den Tadel verdiente indeſſen Lord Palmerſton wirklich, denn es ſtellte ſich ſpäter heraus, daß Pacifico nur 150 Pf. St. von der griechiſchen Regierung zu fordern hatte, und um dieſer lumpigen Summe willen hatte Lord Palmerſton beinah den Frieden Europas geſtört.
In Folge deſſen, daß Lord Palmerſton dem vollführten Staatsſtreiche Louis Napoleon's ſeine Zuſtimmung gab, ohne nur darüber vorher mit ſeinen Collegen verhandelt zu haben, entſtand eine Miniſterkriſis, die den Lord Palmerſton zwang, das Portefeuille des Auswärtigen im December 1851 an Lord Granville abzutreten. Er rächte ſich dafür ein paar Monate ſpäter im Februar 1852, indem er durch eine ge⸗
Novellen⸗Jeitung.
ſchickte Oppoſition gegen die von Lord Ruſſell eingebrachte Milizbill dem Cabinet eine förmliche Niederlage bereitete, die den Rücktritt desſelben nöthig machte. Die Tories kamen in Folge deſſen wieder an's Ruder und Lord Derby, der an der Spitze des neuen Cabinets ſtand, bot dem Lord Palmer⸗ ſton ſonderbar genug wieder das Portefeuille des Auswärti⸗ gen an, das ihm kurz vorher mit einem Tadel entzogen wor⸗ den war, doch er lehnte es ab, zeigte ſich aber in ſeiner Oppo⸗ ſition im Unterhauſe gegen das Tory⸗Cabinet ſehr gemäßigt. Als Lord Aberdeen Ende des Jahres den Auftrag übernahm, das ſogenannte Verſöhnungs⸗Cabinet zu bilden, wandte er ſich auch an die Peeliten und Whigs und bat auch ſeinen frühern Gegner, den Lord Palmerſton, wieder eine Stelle unter den Räthen der Krone zu übernehmen, und auf deſſen Einwilligung wurde ihm die Stellung als Staatsſecretär des Innern übertragen, wo ſeine Thätigkeit ſich auf Verbeſſerun⸗ gen im Innern beſchränkte, die aber dazu beitrugen, ſeine Popularität zu vermehren. Er zeigte ſich ſogar zu dieſer Zeit dem Gedanken einer Reform der Adminiſtration günſtig, in deren Namen die Radicalen damals das Land aufzuregen ſuchten. Im März 1855 übernahm er in der Eigenſchaft als erſter Lord der Schatzkammer die Präſidentſchaft des Miniſteriums, und während die Regierung Alles aufbot, um in dem Krimkriege neben Frankreich nicht mehr die unterge⸗ ordnete Rolle wie bisher zu ſpielen, erklärte Napoleon III. ſich zum großen Aerger des Lord Palmerſton plötzlich zum Abſchluß eines Friedens mit Rußland geneigt, den England nicht verhindern konnte. Kaum war aber der Friede am 30. März 1856 in Paris geſchloſſen worden, als Lord Pal⸗
merſton dadurch ſeine Rache an der franzöſiſchen Regierung
zu nehmen ſuchte, daß er ſich bemühte, die Pläne derſelben zu durchkreuzen, was ihm indeſſen nicht immer gelang. So verlangte er z. B. im Verein mit Oeſterreich, daß die Do⸗ naufürſtenthümer nicht mit einander vereinigt werden ſollten, und dann bot er Alles auf, um die Ausführung des Durch⸗ ſtichs der Landenge von Suez zu verhindern. Im Jahr 1857 führte ein Tadelsvotum des Unterhauſes gegen die Führung des Kriegs in China eine Auflöſung desſelben herbei und dann hatte das Miniſterium die große Inſurrection in Oſtin⸗ dien zu bekämpfen. Im Anfang des Jahres 1858 zog ſich Lord Palmerſton von den Schwierigkeiten zurück, die ihm ſeine Haltung Frankreich gegenüber in dem Parlamente und in dem Lande bereitete, aber dennoch bewahrte er ſich den größten Einfluß auf die Majorität des Unterhauſes.
Er gelangte bald wieder in den Beſitz der Macht. Lord Derby hatte das Unterhaus vergebens aufgelöſt. Es war ihm nicht gelungen, bei den Neuwahlen eine Majorität zu gewinnen, und bereits in der Discuſſion der Adreſſe auf die Thronrede ſah er ſeine Politik verurtheilt. Lord Palmer⸗ ſton und Lord John Ruſſell hatten ſich gegen ihn vereinigt. Lord Derby ſah ſich gezwungen, ſeine Demiſſion einzureichen, und ſeine beiden Hauptgegner bildeten dann das Cabinet vom 15. Juni 1859, in dem Lord Palmerſton als erſter Lord der Schatzkammer Premierminiſter und Lord John Ruſſell Mini⸗ ſter des Auswärtigen wurde, während Gladſtone als Schatz⸗ kanzler die Leitung der Finanzen übernahm. Das neue Ca⸗ binet machte ſich durch ſeine Sympathie für die Sache Itali⸗ ens bemerkbar, zu deren Gunſten es das Princip der Nicht⸗ intervention vertrat; durch den Abſchluß des Handelsvertrags mit Frankreich, das dadurch mit ſeinem bisher befolgten Han⸗ delsprincip brach und den erſten Schritt zu einer Annähe⸗ rung zu den Grundſätzen des Freihandels that; durch den Erfolg der engliſch⸗franzöſiſchen Expedition in China; durch
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