Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
741
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Kaum hatte unſer Bekannter dieſe Worte aus⸗

geſtoßen, als am Bord des Dampfers ein Böller ab⸗ gefeuert wurde und kurz darauf ein zweiter und ein dritter Schuß erfolgte.

Er befindet ſich auf dem Schiff, rief Peter⸗ mann,dies iſt das verabredete Signal! Vorwärts, Leute, und feſt nach dem Vordertheile des Schiffes gehalten!

Während unſer Bekannter ins Boot ſprang, flog dieſes ſchon über die Wellen und ſteuerte gerade auf

das Dampfſchiff zu, welches in dieſem Augenblick ſeinen

Lauf etwas mäßigte und geräuſchlos über das Waſſer dahinſtrich.

Auf dem Verdeck der Vorkajüte, faſt am Schnabel

des Bugſpriets ſtand ein junger Mann in einem altdeutſchen, mit Schnüren beſetzten Rock, welcher ſich durch einen außergewöhnlichen Anſatz von Corpulenz auszeichnete. Ihm zur Seite befand ſich ein Gens⸗

darm, und man konnte daraus ſchließen, daß er ein

Gefangener war.

So wie ſich das Boot zeigte, erweiterte ſich ſein Auge und in ſeinem Blick ſprach ſich eine ſtille, ge⸗ heime Hoffnung aus. Er ſchien die Entfernung

zwiſchen ſich und dem kleinen Fahrzeug zu meſſen und

zu irgend einer entſchloſſenen That vorvereitet. Plötz⸗ lich flatterte aus dem Kahn eine Taube in die Höhe, die einen Augenblick das Schiff umkreiſte und dann während ihr einige Augenblicke darauf eine zweite folgte.

Bei dieſem Anblick hätte ſich der Gefangene bei⸗

nahe durch einen lauten Ausruf verrathen, allein er 7

beſann ſich noch zur rechten Zeit und blickte nur ſehn⸗ ſüchtig in die grünen Wellen, als wolle er die Tiefe des Waſſers meſſen.

Ein komiſcher Kauz der dort, ſagte der Gens⸗ darm;welcher vernünftige Menſch macht ſich wohl mitten auf dem Rhein das Vergnügen, Tauben fliegen zu laſſen!

Der Student antwortete nicht, ſondern trat nur noch näher an den Rand des Schiffes.

Wollen ſich denn die Leute mit Gewalt über⸗ fahren laſſen? fuhr der Gensdarm fort, welcher in den letzten Minuten dem Nachen ſeine ganze Auf merkſamkeit zugewendet hatte,ſehen Sie nur, Herr

Fritz, wie das Boot herandrängt, trotz der Wellen,

die bemüht ſind, es zurückzuwerfen.

Aber Fritz antwortete nicht, er war verſchwunden; mit einem kühnen Sprunge hatte er ſich in den Rhein geſtürzt; eben ſchlugen die Wellen über ihm zuſammen.

Halt! halt! rief nun der Gensdarm aus Leibeskräften,laſſen Sie gleich das Schiff anhalten, Capitän, hier iſt ein Unglück geſchehen.

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Wo? wo? fragte dieſer ſcheinbar be⸗ ſtürzt, während der Dampfer mit verdoppelter Kraft ſeinen Weg fortſetzte.

VHier mein Gefangener er hat ſich in den Rhein geſtürzt ha, da taucht ſein Kopf in die Höhe, geben Sie Befehl, das Boot auszuſetzen, ich muß ihn wiederhaben!.

Aber Sie werden doch wohl einſehen... Ue⸗ brigens iſt er ja auch gerettet da, ſehen Sie, ſo eben nimmt ihn dort der Nachen auf!

Aber ich muß ihn wieder haben, er darf nicht entkommen, ich mache Sie dafür verantwortlich.

Wie, Sie wollen mich dafür verantwortlich machen, wenn Ihr Gefangener entſpringt? Warum hüten Sie ihn nicht beſſer! und der Dampfer ſetzte mit ungeſchwächter Kraft ſeine Fahrt fort.

Waͤhrend dies auf dem Schiffe vorging, lag der (dicke Fritz» in den Armen Petermann's und gab ihm in warmen Worten ſeinen Dank für den Eifer zu erkennen, mit welchem er ſeine Rettung betrieben hatte.

Sie haben mir vielen Kummer gemacht, ſagte dieſer,und an die Rheinreiſe werde ich Zeit meines Lebens denken. Doch jetzt handelt es ſich darum, daß Sie ſo ſchnell wie möglich fortkommen. Sehen Sie, dort an der Landſpitze hält ein Wagen, in welchem Sie friſche Kleider finden werden; hier haben Sie Geld, einen falſchen Bart und eine Perrücke, und nun fahren Sie zu, was die Pferde laufen können, und ſuchen Sie die franzöſiſche Grenze zu überſchreiten.

In dieſem Augenblick ſtieß der Nachen aus Land.

Fort! fort! rief Petermann, als der Student noch verſchiedene Fragen an ihn richten wollte, und drängte ihn faſt gewaltſam in das bereitſtehende Fuhrwerk.

So lohne es Ihnen Gott, rief dieſer,und grüßen Sie den Doctor; wenn einſt beſſere Zeiten kommen...

Die letzten Worte verhallten in der Ferne. Der Künſtler hatte dem Kutſcher einen Wink gegeben und dieſer trieb ſeine Pferde an, ſo daß im nächſten Au⸗ genblick der sdicke Fritz» hinter dem Abhange eines Berges verſchwunden war.

Meine Aufgabe iſt gelöſt, ſagte unſer Be⸗ kannter,jetzt kann ich die Heimreiſe antreten. Aber mein Herz iſt ſo ſchwer und es kommt mir ſo vor, als wenn mich auch dort nichts Gutes erwartete.

Mit geſenktem Kopf kehrte er nach der Stadt zurück. In kurzer Zeit waren ſeine Sachen gepackt und ſchon eine Stunde nachher ſetzte er mit Extra⸗ poſt ſeine Reiſe fort.