Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
737
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Vierte Folge.

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Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am 24. Uovember 1865.

III. Jahrgang.

Eine Tlochenchronih für Niteratur, Kunst, ſchöne MWiſſenſchaften und Geſellſehaft.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Politiſche Gegenſätze.

Ein Zeitbild deutſcher Zuſtände vor dreißig Jahren

von Carl v. Keſſel. (Fortſetzung.)

Am Abende des 3. April 1833 wurden die Be⸗ wohner der alten Stadt Frankfurt am Main durch ein Ereigniß überraſcht, von welchem die Wenigſten nur eine entfernte Ahnung hatten. Zwiſchen neun und zehn Uhr ſah man nämlich von der Münze aus einen aus einigen dreißig Perſonen beſtehenden Trupp, in drei Glieder geordnet, ſtill und geräuſchlos über den großen und kleinen Hirſchgraben durch die Ka⸗ tharinenpforte nach der Hauptwache ziehen. Jeder Einzelne dieſer Schaar trug eine ſchwarz⸗roth⸗goldene Binde um den Arm und Alle waren mit Hirſchfän⸗ gern und Bajonnetflinten bewaffnet.

Zu derſelben Zeit bewegte ſich eine zweite aus

achtzehn Theilnehmern beſtehende Abtheilung aus dem Hauſe des Gaſtwirths Pauli hinter der Roſe, ganz ähnlich bewaffnet, die Zeil entlang und ſchlug die Richtung nach der Conſtablerwache ein.

Da es ſchon ſpät war, ſo blieb anfänglich dieſe ſonderbare Erſcheinung ziemlich unbeachtet, bald aber ſammelten ſich Volkshaufen, welche neugierig an den Hausthüren oder auf der Straße zuſammentraten, und fragten ſich, was denn dieſer Aufzug zu bedeuten habe.

Ich bin ſo erſtaunt, wie Sie, Nachbar, ſagte ein geſetzter Mann,und beim beſten Willen kann ich Ihnen die Sache nicht erklären. Die Leute ſind aber, wie ich ſehe, vollſtändig bewaffnet, und wenn ich an die Gerüchte denke, welche ſeit heute Morgen in der Stadt circuliren

Was für Gerüchte? fragte der Andere;da⸗ von habe ich bis jetzt nicht das Mindeſte gehört.

Nun, wie man ſagt, ſoll dem erſten Bürger⸗ meiſter in einem anonymen Schreiben die Anzeige zugekommen ſein, daß es heute auf einen Putſch ab⸗ geſehen ſei.