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gerungszuſtandes über ganz Polen. Da die Demonſtratio⸗
dber den Kuſ en trotzdem zunahmen, erhielt Graf Lambert Ende Octobers
he in denſelbe Urlaub und am 5. November wurde der General Lüders die Vützin n proviſoriſch und am 8. Mai 1862 definitiv zum Statthalter Geſicht des Fren don Polen ernannt. Graf Lambert, deſſen Geſundheit wirk⸗
lich leidend war, begab ſich mit ſeinem Neffen nach Frank⸗ veich, um in einem milden Klima⸗Geneſung zu ſuchen, und dort machten Beide die Bekanntſchaft des Grafen und der Gräfin de Lancosme Brèves und deren einziger Tochter, um deren Hand ſich der Neffe bewarb, die ihm auch nicht abge⸗ ſchlagen wurde. Kurz vor der anberaumten Hochzeit wurde der Bräutigam ein Opfer des Todes und ſomit kam dieſe noch einer halben Familienverbindung in der beabfichtigten Art nicht zu Stande, ſellt, den Arm 1 wurde aber dadurch verwirklicht, daß Graf Lambert an die bliend, auf d Sctelle ſeines Neffen trat und der verwittweten Braut desſel⸗ end, auf dun en ſeine Hand anbot. Die Verlobung fand ſtatt, doch die Aerzte drangen darauf, daß Graf Lambert zur Stärkung und völligen Herſtellung ſeiner Geſundheit einige Jahre auf der Inſel Madeira verleben ſollte, wohin Graf und Gräfin de Lancosme Broves und deren Tochter ihn begleiteten. An⸗ fangs dieſes Jahres fand die Vermählung des Brautpaares dort ſtatt, doch in der zweiten Hälfte des Auguſt ſah die junge Gräfin, die ſich ſeit einigen Monaten in intereſſanten Um⸗ ſtänden befindet, ſich bereits verwittwet. Der Leichnam ihres Gemahls wurde nach Frankreich gebracht und am 5. Septem⸗ ber c. in dem Erbbegräbniſſe der Familie Lancosme, die zu dem älteſten franzöſiſchen Adel gehört und in Berry wohnt, in Vendoeuvres en Brenne im Departement de l'Indre bei⸗ zeſetzt. Der 90 Jahr alte Marquis de Lancosme und der Graf de Lancosme Broves, deſſen einziges Kind die jetzt verwitt⸗ wete Gräfin Lambert iſt, ſind die letzten männlichen Spröß⸗ linge ihres Hauſes, deſſen Name mit ihnen erliſcht. C.
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rechen wir nich gegenſeitig einge gut.“
Die Indianer in Paragnay.
Die Indianer in Paraguay ſind von Don Felix de Azara, der lange Zeit unter ihnen lebte, beſchrieben worden. Er fand ſie in verſchiedene Nationen oder Stämme zertheilt, welche wenigſtens vierzig verſchiedene Sprachen redeten und varſchiedene Gebräuche hatten. Einige dieſer Stämme lebten vom Fiſchfang, aber die bei weitem größere Zahl nährte ſich von dem Fleiſch der wilden Pferde und des Rindviehs, und
mußten daher vor der Entdeckung Amerika's durch Europäer eine andre Lebensart gehabt haben. Ihre wichtigſten Waffen varen lange Speere, Keulen, Bogen und Pfeile. Einige Stämme aber, zum Beiſpiel die in den Pampas, bedienen ſich des Bogens und der Pfeile nicht, ſondern ſie ziehen die Bolas vor. Im Kriege geben die Indianer Paraguays den
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en und erblicn Männern keinen Pardon, ſondern ſie ſchonen nur die Weiber 27 4 Er tra und Kinder. Ihre Häuſer, wenn man ſie ſo nennen kann, nit Auszeich ſind von der größten Einfachheit; ſie hauen drei oder vier Tfähle ſpitz, ſtecken die Enden in die Erde und hängen eine Uens er ſh Luhhaut darüber. Ihr Bett beſteht in einer andern Kuh⸗ — larjutal haut; ſie haben keins Tiſche und Süge und keine Art von Genern Gul Hausgeräth. Die Männer tragen ſeden eine Art von Klei⸗ netal der.Gei deng. Der Anzug der Weiber beſteht gewöhnlich in dem vrps wund gal Poncho, obſchon ſie bei einigen Stämmen, z. B. bei den Na⸗ thalter 1 D.(cuegas, ſich auch deſſen nicht bedienen. Die Kunſt des Wa⸗ undelee un da ſchens ſcheint ihnen ganz unbekannt zu ſein, obſchon Azara die Ver 4 mun 3egiebt, daß ſie ſich bei ſehr heißem Wetter zuweilen baden, Bell einn D. doch, wie es ſcheint, weit mehr zu dem Zwecke ſich abzukühlen, bte 5 4 Bch as ſich zu reinigen. Es verſteht ſich, daß ſie in Folge deſſen Bngu a
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Folge. 73⁵ außerordentlich ſchmutzig und mit Ungeziefer bedeckt ſind. Sie haben keine Hausthiere und keine Idee vom Ackerbau. Einige der Stämme bemalen ihren Körper in verſchiedener Art. Es iſt bei ihnen gebräuchlich, die Unterlippe zu durch⸗ bohren und ein vier bis fünf Zoll langes Stück Holz durch⸗ zuſtecken, das ſie nie wieder von dort entfernen. C.
Misrellen.
Ein Reiſender ließ ſich im Escurial herumführen. Der Mönch, der ihm die verſchiedenen Theile des mächtigen Ge⸗ bäudes zeigte, erzählte ihm allerlei Details über die Grün⸗ dung deſſelben, und führte unter andern den Umſtand an, daß Philipp der Zweite es habe zufolge eines Gelübdes bauen laſſen, das er am Tage der Schlacht von St. Quentin auf den Fall, daß der Sieg ihm zufalle, ablegte.„Herr Pater,“ ſagte der Reiſende, indem er den ungeheuren Umfang des Kloſters anſtaunte,„der König muß recht große Furcht ge⸗ habt haben, als er ein ſo großes Gelübde that.“
Vom deutſchen Züchermarkt.
Die Nachbarn. Ein ſtädtiſches Sittenbild aus der Gegenwart von Theodor Meyer⸗Mexian. Baſel, Bahnmaier's Verlag(C. Detloff).
„Hermann und Dorothea“ hat einigen Einfluß auf dieſe Dichtung ausgeübt, nicht ſowohl im Stoffe und in der Com— poſition, als in der Vortragsweiſe. Doch ſoll dies kein Ta⸗ del ſein, vielmehr iſt dem Verfaſſer nachzurühmen, daß er dem ländlichen und kleinbürgerlichen Leben mit einer in un ſerer Zeit immer mehr abhanden kommenden genrebildlichen“ Treue und poetiſchen Detailauffaſſung ſich hinzugeben ver⸗ mag. Dabei iſt ſein Versbau natürlich und der Dialog hat nichts Ueberſpanntes, nichts Kokettes. Andere Darſtellungen Meyer⸗Merian's, die ſich hauptſächlich dem ſchweizeriſchen Volksleben zuwenden, ſind gern geleſen worden. O. B.
Zur Geſchichte des Weimariſchen Theaters. Von Dr. E. W. Weber. Weimar, Hermann Böhlau. 1865.
Der Verfaſſer hebt in der Vorrede heraus, daß noch immer wegen der Unzugänglichkeit vieler Quellen die Zeit erwartet werden muß, eine Geſchichte des Weimariſchen Thea⸗ ters unter Goethe's Leitung zu ſchreiben. In der That wäre es von Intereſſe, dieſe Hinderniſſe recht bald gehoben zu ſehen. Wir finden hier als Beiträge zu einem ſolchen wünſchenswer⸗ then Werke einige ſehr fleißig gearbeitete Aufſätze und Erin⸗ nerungsblätter: Ueber den Vers im Drama, über den Streit zwiſchen Herder und Goethe, über das Heilige auf der Wei⸗ mariſchen Bühne und ferner über Chriſtiane Neumann, die Euphroſyne Goethe's. Den directen Verehrern der claſſiſchen Zeit, einer immerhin noch zahlreichen, wenn auch leider zu⸗ ſammenſchmelzenden Gemeinde, ſeien dieſe Studien warm em⸗ pfohlen. Die deutſchen Schauſpieler ſollten ſich eine derar⸗ tige Lectüre nicht entgehen laſſen; ſie finden in dieſen Ver⸗ zeichnungen manchen für ihre Kunſt wichtigen Wink.
O. B.
Gedankenleſe zum Sinnen und Beginnen. Von M. G. W. Brandt. Frankfurt a. M., Brönner's Verlag.
Dieſes Sinnen und Beginnen bezieht ſich hauptſächlich
auf eine dogmatiſche Einkehr in die Hallen der kirchlichen


