Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
733
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heirathen wollen. Ja, dieſes treue Herz habe ich gebrochen... Ach, mein Gott! Was iſt mir denn geſchehen? Julie, Ju⸗ biel ſuche doch ein Bischen nach, ich habe eine Locke verloren.

Nun, meine gute Tante, deshalb brauchen Sie nicht zu erſchrecken, ich werde Ihre Locke ſchon wieder finden. Hier iſt ſie, ſie war an meinem Schleier hängen geblieben.

Ach, welches Glück! Um Gotteswillen, gieb ſie her! Denke Dir, wenn ich hätte ſo in die Stadt hineinfahren müſ⸗ ſen, ich hätte mich zu Tode geſchämt. Ach, Gott! habe ich mich geängſtigt!

Es iſt gewiß ſehr gut, daß die Locke wieder da iſt, ſagte Julie lächelnd,aber es iſt ſchon dunkel, und gewiß rwürde Niemand darauf Acht gegeben haben.

Kaum war Tante Eulalie wieder in den Beſitz ihrer Locke gelangt, ſo hielt der Wagen vor dem Hauſe des Inſpec⸗ tors. Ein gaſtliches Feuer warf ſeinen Schein durch das Fenſter und ein Schatten ſchwebte durch das Zimmer; ohne Zweifel der des Geliebten. Julie, leicht wie eine Feder, ſprang aus dem Wagen, und die alte Tante folgte ihr mit langſamen, gemeſſenen Schritten. Sie pflegte zu ſagen, daß ſie es für ihr Alter unpaſſend hielt, allzu lebhaft zu ſcheinen.

Ach Tante, meine gute Tante, ſagte Julie der Alten in's Ohr, indem ſie dieſelbe am Arme faßte,ich glaube, ich fterbe vor Freude.

Das iſt ſehr gut, mein Kind, erwiderte Tante Eu⸗ lalie aufs Gerathewohl hin, und holte tief Athem.

Sie waren unterdeſſen die Treppe hinaufgeſtiegen und ſtanden vor der Wohnung des jungen Mannes. Iulie öffnete die Thür und trat mit der Tante, die ihr wie ein Schatten folgte, ein. Bei dem Anblick des Beſuchs war Frau Topp, denn ſie war es, welche den Befehlen ihres Gebieters gemäß um dieſe Abendſtunde die Rolle der Flora ſpielte, war alſo Brau Topp dermaßen beſtürzt, daß ſie in der Stellung ver⸗ blieb, in welcher ſie überraſcht worden war, als wenn ſier Wurzeln in den Fußboden getrieben hätte. Juliens Herz preßte ſich in einem ſchmerzlichen Vorgefühl zuſammen.

Sagen Sie, meine Liebe, brachte ſie endlich mit be⸗ bender Stimme hervor,Herr Trenner iſt zu Hauſe, nicht wahr?

Allmächtiger Gott, ſehe ich recht? Sind Sie es denn wirklich, mein gutes liebes Fräulein? Ach, wenn mein Herr das hätte wiſſen können! Nein, wie dumm, daß er nicht zu Hauſe iſt!

Wird er vielleicht bald wiederkommen? fragte Iulie, welche glaubte, daß er irgend wo in der Stadt ſei.

Ja... ich... er.. ich glaube nicht, daß er heute zurückkommen wird, ſtammelte Frau Topp, bei jedem Worte innehaltend, denn ſie wollte den Verdacht nicht aufkommen laſſen, daß er in Erlandsborg ſei.Die jungen Leute aus wieſem Hauſe ſtehen nicht im beſten Rufe, dachte ſie,und za mein Herr ſeit ſeiner Verlobung den Umgang mit ihnen ebgebrochen hat, ſo muß es ſeine Braut kränken, ihn dort zu wiſſen, darum iſt ſie ſo ängſtlich.

Meine gute liebe Frau Topp! ſagen Sie mir, wo er

ſt. Nicht wahr, er iſt nicht aus der Stadt? fragte Julie nit zitternder Stimme.

Ich ſchwöre Ihnen zu, mein beſtes Fräulein, ich weiß

(s nicht, wo er iſt, antwortete die alte Haushälterin. Sagen Sie mir nur wenigſtens, ob er die Stadt ver⸗ loſſen hat, bat Julie inſtändigſt, denn die Verlegenheit der Alten erregte ihren Verdacht.Sagen Sie mir auf Ehre

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und Gewiſſen die Wahrheit. Dabei legte ſie die Hand auf die Schulter der Alten und blickte ſie flehentlich an.

Ach, mein liebes Fräulein! Sie ſehen mich an, wie der Paſtor, wenn er die Beichte vorſagt, und ſprechen wie ein Buch, Sie kann man nicht belügen. Ja, er iſt verreiſt, der gute Herr Inſpector. Ach, wenn er gewußt hätte... Mein Gott, mein gutes Fräulein, kränken Sie ſich nicht ſo ſehr. Herr, erbarme Dich meiner! Sie wird weiß, wie ein Tuch. Trinken Sie ein Glas friſches Waſſer und ſetzen Sie ſich auf das Sopha.

Es iſt gut, ich danke Ihnen! unterbrach ſie Julie, welche die größte Mühe hatte, die Thränen zurückzuhalten. Sie wiſſen alſo nicht, wohin er gegangen iſt?

Nein, ich weiß es nicht, ſo wahr ich vor Ihnen ſtehe.

Glauben Sie nicht, daß er nach Erlandsborg gegan⸗ gen iſt?

O nein, das glaube ich nicht.

Was ſagte er Ihnen, als er abreiſte?

O, er ſagte mir nur, ich ſollte nicht neugierig ſein, wo er hingehe, und fügte hinzu, ich brauchte ihm heute Abend nicht das Bett zurecht zu machen, er werde nicht zu Hauſe ſchlafen.

Ach, trotzdem iſt er wahrſcheinlich dorthin gegangen, er hat keine anderen Bekanntſchaften in der Umgegend. Nicht wahr, Frau Topp?

Ich glaube nicht, mein liebes Fräulein! Das heißt, ich weiß es nicht, vielleicht hat er deren doch. Warum auch ſogleich das Schlimmſte denken? Aber ich werde Ihnen Thee machen, Sie müſſen ſich ein wenig erwärmen, denn es iſt heute ſehr kalt. Damit entfernte ſich die Alte eiligſt.

Julie blickte ſtarr vor ſich hin.

Nun, ſagte die Tante, welche in dem von Moritz in deſſen Briefe gerühmten Lehnſtuhl ſaß und fand, daß es Zeit ſei, ſie von dem Vorgehenden zu unterrichten.Wo iſt er denn, der Gute? Die Haushälterin iſt wohl gegangen, ihn zu holen? Gott, wie friert mich! Denke nur, vier Meilen zu reiſen bei dieſer Witterung, und nun nicht einmal die zärt⸗ liche Scene Eures Wiederſehens mit anzuſchauen! Aber ich hoffe, er wird mich entſchädigen, wenn er wiederkommt.

Er kommt nicht wieder, Tante, er iſt gar nicht in der Stadt, erwiderte Julie tief bewegt.

8Was ſagſt Du, mein Kind?

Er iſt verreiſt, ſchrie Julie außer ſich.

Verreiſt? Ach, Du mein Gott, was hör ich da! Ver⸗ reiſt, aber da bin ich ja ganz vergebens hierhergekommen!

Und ich? ſagte Iulie bitter.

Und alle die Mühſale und der Schreck mit meinen Locken, meinen Hühneraugen und alles das! Das gehört ſich doch aber nicht, der Thor! Nun, ich danke Gott, daß mich Keiner gewollt hat... das heißt, daß ich Keinen von meinen Freiern gewollt habe. Ach, mein armes, unſchuldiges Kind, wie beklage ich Dich!

Und die Tante Eulalie blickte an die Zimmerdecke, daß man nur das Weiße von den Augen ſah, und machte mit ihrem dicken, kugelrunden Kopfe eine unbeſchreibliche Bewegung.

V

Arme Julie! Das Herz hätte ihr zerſpringen mögen vor all' dem Jammer. Sie, die heute Morgen ſo froh, ſo glücklich, ſo voll von freudigen Hoffnungen vom Hauſe abge⸗ reiſt war, wie kehrte ſie jetzt zurück? Gebeugt unter der Laſt des Schmerzes, in Verzweiflung, mit Verluſt des Glaubens an den, welchen ſie liebte.

Sie verbarg das Geſicht in ihren Händen und begann