Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
729
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Stricken und Ketten feſtgeſchnürt und mit Baſtmatten überdeckt, um den Regen abzuhalten. Dann ward noch eine Plane von Leinwand darüber gezogen. Zwi⸗ ſchen den Vorderrädern vorn am Wagen fand ſich die Schoßkelle aus braunem Weidengeflecht, worin gewöhnlich ein Bündel Heu, mehrere Kotzen, d. h. wollene Pferdedecken, allerlei Beſitzthum des Fuhr⸗ manns, aufbewahrt wurde. Unten am Wagen zwi⸗ ſchen den vier Rädern ſchwebte an vier Ketten ein viereckiges Holzgefäß, das Schiff, in welchem auch Allerlei aufbewahrt ward. Zwiſchen den Hinterrädern hing die Büchſe mit Wagenſchmiere, zuweilen war hinten eine Wagenwinde befeſtigt, neben Hemmketten und Radehaue. An der Seite des Wagens hing die Hornlaterne und das Futterſieb. Ueberall klirrten Ketten.

Vor dieſen gewaltigen Wagen waren vier bis ſechs rieſige Pferde von Brabanter oder Pinzgauer Art geſpannt. Es waren gewaltige Thiere mit kräf⸗ tigen Mähnen und Schweifen und großen Haarbü⸗ ſcheln über den Hufen. Das Handpferd war geſat⸗ telt; es trug wie die andern ein großes Kummet, deſſen Spitzen mit Meſſingknaufen, oft in Geſtalt von Pferdeköpfen, verziert waren. Das Riemenzeug war überaus tüchtig und mit blank geputzten Meſ⸗ ſingſcheiben ſtattlich ausſtaffirt. Am Kummet des Sattelpferdes ſah man einen ſchönen rothen Fries⸗ lappen und einen Kamm von blankem Meſſing. Das Handpferd hatte überhaupt den reichſten Schmuck von Meſſing an ſich.

Außer den vier bis ſechs Pferden gehörte auch noch ein weißer Spitzhund zur vollſtändigen Aus⸗ rüſtung eines Frachtwagens. Der Spitz war bei dem deutſchen Wagen das, was der Zagal bei der ſpani⸗ ſchen Diligence. Wenn das Fuhrwerk ausrückte, um⸗ ſprang er die Pferde laut bellend, um ſie zum An⸗ ziehen zu ermuntern; er ſprang oft an dem vorderſten Paare empor, rannte dann zu den andern, und bellte munter, bis Alles in gehörigem Gange war. Dann begab er ſich unter die Deichſel zwiſchen die Pferde und ſchritt langſam mit ihnen fort, als helfe er zie⸗ hen. Später ging er hinter den Wagen und lief eine Weile zwiſchen den Hinterrädern. Ward er müde, ſo ließ er ſich vom Fuhrmann in die Schoßkelle legen, wo er, wenn ein Fuhrwerk entgegen kam, aufſprang und dasſelbe gehörig anbellte. Den Fußgänger igno⸗ rirte der Spitz. Manche Spitze hatten es gelernt, guf dem Rücken des Handpferdes frei zu ſtehen, und

lielten in dieſer Weiſe ihren Einzug in fremde Städte.

Wie ſtolz ſahen ſie auf die Stadthunde, die am Bo⸗ den dahin liefen, herab.

Der Lenker dieſes gewaltigen Fahrzeuges, der

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Fuhrmann, war eine ganz intereſſante Perſon. Es war ein kräftiger, meiſt wohlgenährter Mann, deſſen von der Sonne und dem Wetter gebräuntes Geſicht meiſt einen heiteren und verſtändigen Ausdruck hatte. Er trug Hoſen von Sammt oder Leder, um den Hals ein buntes Tuch mit anſehnlicher Schleife, einen blauen Kittel und lange Schmierſtiefel, auf dem Kopfe eine Zipfelmütze und darüber den runden Filz⸗ hut mit Sammtband, worin gemachte Blumen, ein grünes Reis oder auch eine natürliche Blume geſteckt war. Die rheiniſchen Kärrner trugen oft anſtatt der Stiefel lange, bis an die Kniee reichende Gamaſchen aus ungebleichtem Zwillich und einen dreieckigen Hut über die Zipfelmütze, die oft roth und weiß geſtreift war. Außer der langen Peitſche führte der Fuhr⸗ mann im Munde die kurze Tabakspfeife, in der Taſche Meſſer und Gabel in einer Scheide.

Beim Abmarſch hielt er die Zügel der Pferde, nebenher ſchreitend, in der Hand; war Alles in ge⸗ hörigem Gang, ſo hing er ſie an den Wagen und ſchritt bald rechts, bald links in ſchwankendem Gang neben dem Wagen her. Von Zeit zu Zeit rief er die Pferde an, machte mit der Peitſche drohende Bewe⸗ gungen, klatſchte, bevor er in einen Hohlweg oder um eine Straßenbeugung einfuhr, um ein anderes, etwa entgegenkommendes Fuhrwerk von ſeiner Nähe zu benachrichtigen, und lauſchte auf Antwort. Von Zeit zu Zeit umſchritt er den Wagen, nachſehend, ob Alles noch in Ordnung. Begegneten ſich ein Paar Fuhrleute, ſo blieben ſie, nachdem ſie ſich begrüßt, ſtehen, und tauſchten Nachrichten aus. Die Wagen gingen langſam mit dem Spitze weiter. Endlich eil⸗ ten die Fuhrleute laut rufend ihren Fahrzeugen nach, die Pferde ermunternd, denn dieſe benutzten die Ab⸗ weſenheit ihrer Herren, den Schritt zu mäßigen.

Von Zeit zu Zeit ward an beſtimmten Gaſthöfen angehalten, die Pferde erhielten Waſſer und Heu, der Fuhrmann nahm, wenn die Pferde beſorgt, am Tiſche der großen Gaſtſtube Platz und man trug ihm Fleiſch und Gemüſe oder Braten, Brod und Butter und zwei Flaſchen Branntwein auf, aus denen er ſich ein⸗ ſchenkte. Den Schnaps genoß er ſehr mäßig, denn er mußte ſtets nüchtern bleiben; die böſen Straßen erforderten ſeine ſtete Aufmerkſamkeit. Der Fuhrmann gehörte zum Mittelſtand, er konnte leſen und ſchrei⸗ ben, denn er hatte nicht ſelten Aufträge von den Handlungshäuſern. Der Fuhrmann war ein zuverläſ⸗ ſiger Mann, dem oft namhafte baare Summen an vertraut waren, die er unter dem Kittel in ſeiner um den Leib geſchnallten Geldkatze bei ſich trug. Seine Briefſchaften bewahrte er in einer Taſche aus grünem Pergament.

Folge.