Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
726
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726 Novellen⸗Jeitung.

ben nichts zu bedeuten hätten und nur Liebesbriefe

enthielten.

Wer ſagte das? fragte Sander. W

Herr Lachmansky, dem ich ſie eingehändigt habe.

Fritz und der Doctor wechſelten jetzt mit einan⸗ der einen Blick der Beſorgniß.

In dieſem Augenblick wurde die Thüre haſtig aufgeriſſen und Petermann ſtürzte herein.

Mein Gott, Petermann! rief Sander,wo kommen Sie noch ſo ſpät her?

Wo ich herkomme? entgegnete der Künſtler. Fragen Sie den da, der hier auf den Knieen liegt und dem das böſe Gewiſſen aus dem Geſicht blickt.

So wiſſen Sie alſo, was geſchehen iſt?

Ich muß es wohl wiſſen, da ich nur drei Schritte davon entfernt war, als der ſaubere Handel abgeſchloſſen wurde.

Jetzt hob Friedrich ſeine Arme empor und rief mit jammernder Stimme und einem Geſicht, in wel chem ſich die tiefſte Verzweiflung ausſprach:

Verzeihung! Vergebung! Ich habe mich durch das Gold, welches mir geboten wurde, verlocken laſ ſen, gegen einen gütigen Herrn zum Verräther zu werden! Hier iſt der Judaslohn, er hat mir ſo ſchon die paar Stunden wie hölliſches Feuer auf der Seele gebrannt!

Mit dieſen Worten ſchleuderte der Schuldbewußte die Goldſtücke, welche er von Lachmansky empfangen, mitten in's Zimmer und bedeckte ſchamerfüllt ſein Geſicht mit beiden Händen.

Stehe auf, ſagte der Doctor,von meiner Seite iſt Dir vergeben. Raffe dieſen Sündenlohn nur wieder auf und händige denſelben Demjenigen ein, von welchem Du ihn empfangen haſt. So wäſchſt Du Dich wenigſtens einigermaßen wieder rein. Die Folgen Deiner That werde ich freilich tragen müſſen; die Briefe ſind verloren und ihr Inhalt iſt wichtig genug, um mich und Andere unter ſchwere Anklage zu ſtellen.

Nein, ſie ſind nicht verloren, rief Petermann, indem er das inhaltſchwere Paket hervorzog;ein glücklicher Zufall machte es mir noch zur rechten Zeit möglich, das Bubenſtück zu vereiteln und mit Hülfe meiner drei tapferen Strohmänner dem ſauberen Herrn Lachmansky ſeinen Raub wieder abzujagen.

Sie haben mir dadurch einen großen Dienſt geleiſtet, ſagte Sander, unſerem Künſtler herzlich die Hand ſchüttelnd,denn uns Allen iſt es ja längſt kein Geheimniß mehr, zu welchem Zweck ſich dieſer Lachmansky in hieſiger Gegend aufhält.

Der Doctor wendete ſich hierauf zu dem Stu⸗ denten und fuhr fort:

Nach dieſen Vorfällen iſt die Lage der Dinge eine andere geworden, und die Freundſchaft, welche ich für Sie hege, macht es mir nunmehr zur Pflicht, auf Ihre unverzügliche Abreiſe zu dringen. Wenn ein Unglück hereinbricht, ſo will ich es ganz allein tragen, wenigſtens ſoll mein Haus nicht der traurige Schauplatz ſein, Diejenigen, welche meinem Herzen am nächſten ſtehen, vielleicht eines Tages gewaltſam von meiner Seite geriſſen zu ſehen.

Auch ich möchte Ihnen dieſen Schmerz um kei⸗ nen Preis bereiten, antwortete unſer alter Bekann⸗ ter diesmal ernſter als gewöhnlich.In der Ferne verliere ich mich wohl unter dem großen Haufen,

oder ſtößt mir etwas zu, ſo ſind Sie dann doch we⸗

nigſtens nicht compromittirt.

Am liebſten wäre es mir ſchon, Sie kehrten ruhig nach Jena zurück und warteten dort das Wei⸗ tere ab.

Das geht nicht. Mich bindet ein Schwur Sie wiſſen, welchem Bund ich angehöre.

legend.

Ja ſo, ſagte der dicke Fritz⸗; ich vergeſſe mitunter noch immer die nöthige Vorſicht. Nun, ich bin bereit; und mich zur nächſten Poſtſtation bringen zu laſſen.

Ich werde ſofort Alles anordnen; der Wagen wird gleich vorfahren. gern Sie keinen Augenblick und ſuchen Sie ſich durch die Flucht über die franzöſiſche Grenze zu retten. Hier iſt ein Wechſel auf ein Straßburger Haus, und nun raſch fort, da es nun doch einmal geſchieden ſein muß!

Sie bleiben ſich in Ihrer Großmuth immer gleich, ſagte derdicke Fritz», indem er das Papier in ſeine Brieftaſche legte;ich werde aber auch nur im äußerſten Falle von dieſer Anweiſung Gebrauch machen. Und nun, mein hochherziger Freund, leben

Sie wohl, auch Sie, Herr Petermann, bitte ich,

mich im treuen Andenken zu halten. Was, Sie wollen jetzt auf einmal fort? rief

dieſer in einem halb verwunderten, halb ärgerlichen

Tone.

Sie haben wohl gehört, eine Reiſe handelt, die nicht ohne Gefahr iſt!

Nun, dann liegt darin um ſo mehr Grund, daß ich Sie begleite. In Politik miſche ich mich nicht, denn das ſchlägt nicht in mein Fach, und was Deines Amtes nicht iſt, da laß Deinen Vorwitz. Aber da ich weiß, daß Sie ein Brauſekopf ſind, ſo iſt es vielleicht gut, wenn ich Sie im Auge behalte. Wer

Still! rief Sander, den Finger auf den Mund es iſt wahr,

Sie brauchen blos anſpannen

Droht Ihnen Gefahr, ſo zö⸗

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