Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
711
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genſtreckte;wie es auch kommen mag, unter allen Wechſelfällen des Lebens, in guten und in ſchlimmen Zeiten, wird meine Geſinnung zu Ihnen dieſelbe un⸗ veränderte bleiben.

Dank, innigen Dank für dieſe einer deutſchen Frau würdigen Worte, rief tief bewegt der Doctor. Ich kenne Ihr Herz und weiß, daß dasſelbe keines Wankelmuthes fähig iſt.

Und was ſagt meine Amalie? fragte der Re⸗ ferendar.

Sie ſagt, daß auch ſie feſt entſchloſſen iſt, in Treue und Liebe gegen Andere nicht zurückzuſtehen, entgegnete dieſe, indem ſich ihre ſchönen blauen Au⸗ gen mit ein paar Thränen füllten;Prüfungen ver⸗ edeln und wahre Liebe kann im Kampfe mit dem Geſchick nur an Stärke gewinnen.

So iſt es recht, fiel Petermann in ſeiner ein⸗ fachen, ungenirten Weiſe ein;ich gebe mich zwar micht für einen großen Denker aus, aber wenn ich um mich blicke, ſo ſehenth doch, daß bei den Men⸗ ſchen der Trieb zum Zerſtören mehr vorhanden iſt, als zum Aufbauen. Ueberall machen ſich Leidenſchaft⸗ lichkeit und kleinlicher Egoismus geltend, und wie oft fällt das Glück Anderer dieſen beiden Götzen zum Opfer. Warum ſollten alſo nicht, wo dieſes Glück gefährdet erſcheint, die Bedrohten zu einem Bunde zuſammentreten? Trennt man die Herzen, wer kann es ihnen verdenken, wenn ſie ſich deſto feſter an einander ſchließen? Ich bin übrigens nun auch entſchloſſen, dieſe Gegend zu verlaſſen; meine alte Wanderluſt überfällt mich wieder, ich muß fort in's Weite, aber im Geiſte werde ich mit Ihnen Allen vereint bleiben, und ich denke, Sie werden es nicht ungern ſehen, wenn Sie mitunter einen Brief von mir erhalten.

Sie wiſſen, wie ſehr wir ſämmtlich an Ihnen hängen, ſagte der Doctor.Keiner iſt unter uns, der nicht von Ihnen dieſen oder jenen Beweis treuer Freundſchaft empfangen hätte. Zurückzuhalten ſind Sie nicht, wenn Sie einmal einen Entſchluß gefaßt haben, das weiß ich; aber wir erwarten Ihre Rück⸗ kehr in kürzerer oder längerer Zeit, und bis dahin ſoll dem abweſenden Freunde unveränderlich unſere treue Geſinnung bewahrt werden.

Wo wollen Sie denn aber eigentlich hin? fragte der ⸗dicke Fritz⸗;hoffentlich werden Sie doch einen Weg einſchlagen, wo Sie ſicher ſind, gutes Bier zu finden?

Oder guten Wein, ergänzte Petermann.Ich gehe nach dem Rhein; eine ſolche Reiſe auszuführen

ſſſt ſchon längſt mein Lieblingswunſch geweſen.

Beim Bacchus! rief unſer bemooſtes Haupt,

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das trifft ſich ja herrlich. Auch ich ſtehe im Begriff, dem alten Vater Rhein meine Ehrfurcht zu bezeigen. Wie wäre es nun, wenn wir die Reiſe zuſammen machten? Ein fahrender Student und ein fahrender Künſtler giebt es denn wohl eine paſſendere Reiſe⸗ geſellſchaft?

Ich bin damit einverſtanden, ſagte Petermann. Luſtig und heiter durch's Leben zu ſchreiten, das iſt meiner Natur eigen, und zu Zweien kommt man leichter über Stock und Stein. Einen geeigneteren Gefährten könnte ich auch nicht finden, alſo fort in's Weite als treue Schickſalsbrüder; ich bin jeden Tag zum Aufbruch bereit.

Petermann erhob ſich und griff nach ſeinem Hut.

Wo wollen Sie hin? fragte man von allen Seiten.

Nun, iſt es denn nicht Zeit zum Aufbruch? Sie wiſſen, ich bin ein Zugvogel, der heute hierhin, morgen dorthin ſeinen Flug nimmt. Sie kennen ja den alten Lehmann, welcher den Botendienſt zwiſchen der Stadt und der hieſigen Gegend verſieht. Ich bedarf mehrerer Gegenſtände, die mir zur Reiſe un⸗ entbehrlich ſind, die will ich ihm in Beſtellung ge ben; er ſoll ſie mir morgen mitbringen. Die Ent⸗ fernung bis zu ſeinem Häuschen beträgt eine kleine Stunde; das iſt ein Spaziergang für mich, welchen ich bald abgemacht habe, und vielleicht bleibt mir dann noch ſo viel Zeit, um Ihnen, Herr Doctor, auf dem Rückwege einen guten Abend zu ſagen, denn ich muß bei Ihrer Wohnung vorbei.

Gut, und dann ſind Sie für dieſe Nacht mein Gaſt, rief Sander Petermann nach, welcher ſeine Wanderung bereits angetreten hatte.

Auch wir müſſen aufbrechen, bemerkte der Re⸗ ferendar.Ich ſage Ihnen ein Lebewohl für längere Zeit und meine Schweſter auch.

Die beiden jungen Mädchen ſchloſſen ſich in die Arme und riefen von ihrem Schmerz überwältigt:

Treu und beharrlich unter allen Umſtänden, wie es auch kommen mag!

Wie es auch kommen mag! fügten der Doc⸗ tor und der Referendar mit zwar bewegter, aber feſter Stimme hinzu, indem der Erſtere Hedwig, der Letz⸗ tere Amalien bewegt die Hand reichte.

Die Sonne war eben im Untergehen begriffen und warf in dieſem Augenblick ihre letzten Strahlen auf dieſe anziehende Gruppe. Schmerz und Trauer lag auf dem Geſicht jedes Einzelnen, aber auch der feſte Wille ſprach ſich darin aus, den Gefühlen des Herzens, dem ſchönen Bunde der Feundſchaft und der Liebe unter keinen Umſtänden untreu zu werden.

In der nächſten Minute trennte man ſich. Hed⸗