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würdig ſein, unſre Nahrungsmittel vergiften zu wollen? Ver⸗ giften will man ſie auch eigentlich nicht, nur verfälſchen, ſchlechten Nahrungsmitteln das Anſehen und den Geſchmack von guten verleihen, und man wäh u dazu allerdings häufig ganz unſchuldige, freilich oft auch ſehr widerliche und zum Theil ſelbſt giftige Mittel, aus reiner Gewinnſucht, nicht aus Dummheit, ſondern ſogar oft mit beſtem Bewußtſein. Wir wollen uns zu einem kleinen Frühſtück niederlaſſen und uns dabei von unſern geheimen Polizeiagenten vorſchwatzen laſſen, was ſie alles in unſern Mund hineinſpazieren ſehen. Ich bitte den Leſer, nur nicht zu bald den Appetit zu verlie⸗ ren, wenn er ſich von gar zu häßlichen Schreckgeſtalten um⸗ ſchwärmt ſehen ſollte.
Ich ſetze eine Taſſe Kaffee an den Mund. Halt, ruft mir einer meiner Agenten zu, das Waſſer, womit dieſer Kaffee gekocht wurde, war vich rein. Die vielen Salze und Säu⸗ ven darin mochten noch angehen; aber ich ſehe darin auch eine Menge arganicher Subſtanzen, Theile von todten Pflanzen und Thieren, lebende Algen, Pilze, Infuſorien, Würmer, Larven und Inſecten. Dein Brunnen ſteht wohl gar nicht weit von einer Düngergrube oder einer Kloake oder gar einem alten Kirchhofe; denn ich ſehe auch Spuren dieſes Unraths, Fäulnißproducte, namentlich ſalpeterſaure⸗Salze darin. Wenn du dies Waſſer auch trinken mußt, ſo bedaure ich dich, denn es mag dir ſchon manches Unwohlſein bereitet haben. Du ſollteſt es zu dieſem Zwecke wenigſtens mit etwas Eſſig vermiſchen, der die Thierorganismen tödtet, oder es durch Kohle oder Eichenſpähne filtriren, damit die organiſchen Stoffe
niedergeſchlagen werden, oder wenn das Waſſer ſchlammig it, etwas Alaun hinein thun, wie man es in Paris, oder zerriebene, bittere Mandeln, Ach, lieber Leſer, wenn du nun gar deinen Kaffee in Halle trinken und mit dem gelben, trüben Saalwaſſer bereiten laſ⸗ ſen müßteſt, das hier noch immer unfiltrirt durch die hölzer⸗ nen Röhren fließt, was würden dir chemiſche Reagentien und Mikroſkop da erſt berichten!— Aber auch dein Kaffee iſt nicht rein, fährt unſer geheimer Agent fort. Deine Haus⸗ frau hat ihn wahrſcheinlich, wie es ſo manche aus Bequem⸗ lichkeit thut, gebrannt und gemahlen vom Krämer gekauft. Denn dein Kaffee enthält Cichorien, das will ich dir zeigen. Gieße einmal kaltes Waſſer auf dein Kaffeepulver, und es wird ſich färben, wie es bei reinem Kaffee nicht geſchähe, oder ſetze etwas Eiſenlöſung zu deinem Cichorienwaſſer, und du wirſt nicht den bräunlich grünen Niederſchlag erhalten, wie von wirklichem Kaffee. Mag nun auch die Cichorie beſſer
ſein als ihr Ruf, ſo biſt du doch immerhin betrogen, und bei
häufigem Genuß würdeſt du wohl auch üble Folgen, Sod⸗ drennen, Verſtopfung, Schlafloſigkeit verſpüren. Aber deine Lichodie bekommſt du nicht einmal rein; ſie iſt noch viel zu theuer, um unverfälſcht zu bleiben. Du haſt darin geröſte⸗ jen Weizen, Eicheln, Mohren, Paſtinak, Lupinenſamen, Ci⸗ ſenoxyd und Ziegelmehl, Mahagoniſägeſpähne, gebackene Pfer⸗ de⸗ oder Ochſenleber.—
Doch tröſte dich, ſchwatzen unſere Agenten fort, du biſt aur betrogen, aber dein Freund wird vergiftet. Sein grü⸗ ner Thee iſt geſchminkt und zwar ſchon von den Chineſen ſelbſt, die es freilich nur den Ausländern zu Gefallen thun und ſelbſt keineswegs geſchminkten Thee trinken. Seine ſchöne grüne Farbe verdankt er vorzugsweiſe einem Pulver von Gyps und giftigem Berliner Blau, von dem 1 Loth auf 7 Pfund Thee kam. Aber das iſt noch nicht die einzige Ver⸗ fälſchung. Jedenfalls ſoll es ein guter Thee ſein, den dein Freund trinkt, ein Hyſon oder Gunpowder, und darin ſind
Folge.
wie man es in Aegypten thut.
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faſt 45 Procent eedider Beſtandtheile, Waſſerblei, Meer⸗ ſchaum, Schüttgelb, Gummi, grüner Vitriol und die Thee⸗ blätter ſelbſt ſind zum Theil bereits gebraucht und wieder ge⸗ trocknet.
Du erſchrickſt, daß ſetzen konnteſt,
du deinem Gaſte ſolch' Zeug vor⸗ und willſt ihm zum Erſatz eine Taſſe Choco⸗ lade anbielene Du machſt die Sache aber nicht beſſer. Du freuſt dich, wenn deine Chocolade beim Kochen ſo recht dick geworden iſt; aber das verdankſt du nicht ihrem Cacaomehl, ſondern dem Gummi und zum Theil verdorbenem Stärke⸗ mehl, mit dem man ſie verfälſcht. Du freuſt dich über die Fetttropfen, die darauf ſchwimmen; aber die rühren nicht von der Cacaobutter, ſondern von Hammeltalg oder Olivenöl her. Du freuſt dich endlich über ihre ſchöne röthlichbraune Farbe; aber dieſe iſt ſogar das Bedenklichſte, denn ſie ward nicht blos durch unſchädliche Stoffe, wie Ziegelmehl und rothen Ocker, ſondern auch durch Gifte, wie Mennige und Zinnober, bewirkt, um die Fälſchung mit Mehl wieder zu verdecken.
Wir ſind noch nicht fertig mit unſerm Pelidelbericn, fahren unſre unermüdlichen Agenten fort. Du t thateſt auch Zucker in deinen Kaffee, und deine Hausfrau gab dir aus Sparſamkeit den oft beliebten braunen Zucker. Nun ſehe ich mit dem Mehl, womit er verfälſcht iſt, eine ganze Legion von lebenden Zuckermilben in deinen Mund ſpazieren. Hät⸗ teſt du weißen Zucker genommen, ſo wärſt du doch nur mit etwas Albumin von Ochſenblut betrogen worden.
Abber auch die Milch in deinem Kaffee hältſt du doch nicht für rein? Wäreſt du in London oder Paris oder ſelbſt in Berlin, würdeſt du anders denken. Nun, ſie iſt getauft, meinſt du! Die 25 Procent Waſſer würden ſreilich nicht ſchaden; aber um ſie zu verſtecken, hat man Mehl, Stärke, Theriak, ſogar Gyps und Schwerſpath hineingethan.
Vergeht dir der Appetit, lieber Leſer? Das Butterbrod, das du zu deinem Kaffee genießeſt, wird ihn nicht erhöhen. Das Kartoffelmehl in deinem Brod ſchadet nicht, aber der Alaun darin thut es, den man hinzuſetzte, um das Brod recht weiß und, weil er Waſſer anzieht, zugleich ſchwerer zu machen. In London bildete ſich vor einigen Jahren einmal eine Ge⸗ ſellſchaft zur Erzeugung geſunden Brodes. Eine chemiſche Unterſuchung zeigte, daß auch dieſes geſunde Brod Alaun enthielt. Die Urſache war, daß der Mehlhändler dem Bä⸗ cker zuvorgekommen war und das Mehl ſchon mit Alaun ge⸗ miſcht hatte. So iſt der letzte Verkäufer nicht einmal immer der Schuldige. Daß deine Butter reine Buti ter ſei, wirſt du auch nicht behaupten wollen. Aber du denkſt nur an Käſeſtoff, Waſſer und Salz, womit man ſie künſtlich ver⸗ längerte, nicht an geriebene dere offeln, Mehl, ſelbſt Kreide, Gyps und Schwerſpath, welche dieſe Verlängerung viel beſ⸗ ſer bewirken. Ja, ich ſehe ſogar ein Zinkſalz darin, das durchaus giftig iſt. Es mag wohl daher rühren, daß man die Butter in Zinkgefäßen bereitete, was man gern thut, weil das milchſaure Zinkoxyd, das ſich dabei bildet, den Käſeſtoff gerinnen macht, und dieſer, indem er ſich mit der Butter mengt, das Gewicht derſelben vermehrt. Aber deine à Butter iſt ſo ſchön gelb. Du ſagſt, es ſei Gras⸗ oder Maibutter, es könne freilich wohl auch ſein, daß ſie etwas gefärbt wäre. Nun, das hätte nichts zu ſagen, denn man nimmt gewöhnlich den ganz unſchädlichen Orlean dazu, weil er ſich im Waſſer nicht auflöſt. Aber freilich dieſer Orlean kommt im Handel faſt nie anders vor, als— mit Urin befeuchtet!
Nun aber ſeid ſtill, ihr geſchwätzigen Polizeiſpione! Sonſt erzählt ihr miy noch, wie dieſe Wurſt vielleicht aus dem


