Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
699
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zu dem reich und mannigfaltig geſchmückten Haupt⸗ altar, wo zuerſt ein Trankopfer unter Weihrauchdüf⸗ ten der Göttin dargebracht wurde. Hierauf wurde der Stier herbeigeführt und mit geweihtem Wein be⸗ ſprengt. Die Opfernden warfen ſich zur Erde nieder, riefen betend den Gott Epaphus an, dem der Stier geheiligt war, und alsdann die Göttin, damit ſie das Opfer gnädig annehmen möge. Das Feuer war angezündet, der Prophet trat auf die oberſte Stufe des Altars, das Opfermeſſer blitzte in ſeiner Hand, weithin ſchallte ſeine mächtige Stimme; er forderte

die Menge auf, mit ihm das übliche Gebet zu ſpre⸗

chen. Nachdem er gebetet, tödtete er das Thier. Da⸗ mit beauftragte Tempeldiener zogen ihm die Haut ab. Ueber den Kopf wurde ein Fluch geſprochen; wo⸗ fern die Opferuden oder das Land ein Unglück be⸗ treffen wollte, ſo möge dasſelbe auf dieſen Kopf übergehen; ſodann wurde derſelbe in den Nil gewor⸗ fen, oder auch an Griechen verhandelt, wenn ſolche gerade anweſend waren. Hierauf ſchnitten ſie dem getödteten Thier die Schenkel, die Hüfte, die Schul⸗ tern und den Hals ab, füllten ſeinen Leib, worin das Fett und die Eingeweide ſich noch befanden, mit reinen Broden, Honig, Roſinen, Feigen, Weihrauch zund Myrrhen und verbrannten ihn unter reichlichem Zuguß von Oel bei fortwährendem Gebet und Ge⸗ ſang. Die beſten von den abgehauenen Stücken er⸗ hielten jedes Mal die Prieſter; von den Ueberreſten wurde, wenn die religiöſe Feier vorüber war, ein Mahl bereitet und in einem beſonders dazu beſtimm⸗ ten Gemach von denen verzehrt, welche Theil an dem Opfer genommen hatten. In demſelben Augenblick,

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wo das Opfer brannte, ließen einige Prieſter Vögel fliegen, was dem Volke als Zeichen dienen ſollte, daß dasſelbe ſich eben zu der Gottheit emporgeſchwun⸗ gen habe. War es von der Flamme verzehrt, ſo nahm der Prophet noch einmal das Wort; in einer ſchönen, tief ergreifenden Rede verkündigte er den Anweſenden, daß die Goͤttin das Opfer gnädig an⸗ geſehen habe und ihre Sünden ihnen vergeben ſein ſollten, wenn ſie dieſelben in Zukunft ernſtlich mei⸗ den würden. Vorzüglich ſei es der Wunſch der Göt⸗ tin, daß ſie den Gehorſam gegen die Prieſter nie außer Acht laſſen ſollten und ſtreng die Pflichten er⸗ füllen, welche dieſelben nach göttlichem Geſetz ihnen aufzulegen das Recht hätten. Die andächtige knieende Menge erhob ſich, das Opfer war vollendet, die Prieſter verſchwanden wie Schatten in den Weih⸗ rauchdüften; die Stelle, wo das Blut des Opferthie⸗ res gefloſſen war, wurde wieder gereinigt, der Rauch verzog ſich nach und nach. Das verſammelte Volk begab ſich hinweg, ſtiller und einſamer wurde es in den unermeßlichen Räumen und die zahlloſen Kerzen und Lampen erleuchteten mit zauberhaftem Schein den immer öder werdenden Tempel. Nur hier und da in den hohen, düſteren Seitengängen, wohin ſelbſt dieſes Lichtmeer ſpärlich drang, ſah man wie weiße, geſpenſtige Schatten Prieſter im Gebet vertieft.

Aehnlich wie das hier geſchilderte Bild finden ſich in dem Buche verſchiedenartige Tableaux, die uns in ebenſo unterhaltender als belehrender Form mit den Sitten und Gebräuchen des Alterthums be⸗ kannt machen.

Die Gifte in unſern tüglichen Nahrungsmitteln. Schon mehrere der Wiſſenſchaft angehörige Popular⸗

ſchriftſteller wie Klenke, Reclam und Andere haben recht in⸗

ſtructiv über die Lehre von den Nahrungsmitteln, über Koch⸗ kunſt und menſchliche Diät geſchrieben und auch der treffliche Otto Ule berührt in ſeinen kleinen naturwiſſenſchaftlichen Schriften, auf die wir zurückkommen werden, dieſes wichtige

Capitel. Er ſchildert dabei auch die Gifte, die möglicherweiſe

durch die Küche in unſern Magen gelangen können, und wir theilen dieſe Epiſode hier als lebendig empfehlende Probe mit. Ule ſagt:

Man begeht oft den Fehler, daß, wenn man vor Gefah⸗ ren warnen will, man ſich in übergroßem Eifer der Ueber⸗ treibung ſchuldig macht. Man erreicht dadurch, ſtatt die

Warnung recht eindringlich zu machen, daß ſie ſelbſt da be⸗

zweifelt und verlacht wird, wo die Gefahr wirklich ernſt iſt. So könnte es auch geſchehen, wenn man von Giften der Hüche reden und dabei ſich zunächſt auf die fetten Kuchen be⸗

ziehen wollte, die bereits mit dieſem Namen bezeichnet wur⸗ den. Man würde dabei an die Sprache der Maßigkeitsapo⸗ ſtel denken, die auch den unſchuldigſten Genuß von Spiri⸗ tuoſen als Alkoholvergiftung in den Bann thun. Freilich in ſolcher Sprache der Uebertreibung wäre Alles Gift, was nur durch Mißbrauch oder einſeitigen Gebrauch der Geſund⸗ heit zu ſchaden vermöchte, ſelbſt unſer liebes Brod, weil ſein ausſchließlicher Genuß dem Hungertode in die Arme führen würde, ſelbſt ein Stück Käſe, weil man ſich den Magen daran verderben könnte! Die Sache iſt indeß doch ernſter, als ſie ausſieht. Es mag freilich etwas weitgegriffen ſein und vor der Logik eines Converſationslexikons oder eines Strafgeſetz⸗ buches ſchlecht beſtehen, wenn man alle ungeſunden Speiſen in den Bereich der Gifte ziehen will. Aber im Grunde kommt es doch auf eins hinaus, was unſer Leben kürzt, ob es ein Körnchen aus einer Büchſe, auf welche der Apotheker ſeinen Todtenkopf gemalt hat, oder eine dampfende Schüſſel iſt, welche der Koch uns als leckere Speiſe bezeichnet. Nun