Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
697
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Vierte

Platon kam auch nach der berühmten Stadt Sais, wo eben das Feſt der Göttin Neith gefeiert wurde. Der Verfaſſer ſchildert uns die Stadt und dieſen Feſtzug nach den beſten claſſiſchen Quellen fol⸗ gendermaßen:

Sais an der Spitze des Delta's, an einem Arm des Nils gelegen, war eine der ſchönſten und zwei Jahrhunderte früher die wichtigſte und bedeutendſte Stadt von Unter⸗Aegypten. Der König Amaſis, einer der glücklichſten unter Aegyptens Herrſchern, hatte Sais zu ſeiner Reſidenz erhoben, mit den reichſten Kunſtwerken und Prachtbauten geſchmückt, ſo daß ſpäter ſelbſt noch in ihrem Verfall die Stadt dem Beſucher viel Merkwürdiges und Sehenswerthes dar⸗ bot. Dieſelbe war mit einer breiten und hohen Mauer aus gebrannten Ziegeln umgeben; eine eben ſolche, fünfzig Fuß breite Mauer umgab auch den könig⸗

lichen Palaſt oder die Burg, welche im nordweſtlichen

Theile der Stadt auf einer maleriſchen Anhöhe lag. Ein rieſiges, großartiges Gebäude, mit unzähligen Zimmern, Gängen, Thoren, Säulenhallen, betrug ſie in ihrem Umfang eine halbe engliſche Meile. Da die Burg der Göttin Neith gewidmet und in einem ge⸗ raden Viereck aufgeführt war, ſo befand ſich in ihrer Mitte der Tempel der Göttin, einer der ſchönſten in Aegypten. Ein mit großen Quadern gepflaſterter, hun dert Fuß breiter und zweihundert Fuß langer Platz lag vor demſelben, und ein ſolcher Platz, der ſich vor einem jeden ägyptiſchen Tempel befand, wurde Dro⸗ mos genannt. Auf beiden Seiten desſelben waren Sphinxe von dreißig Fuß Länge aufgerichtet, und ehe man unter den Porticus gelangte, der von Säu⸗ len getragen wurde, welche die Geſtalt von Palm⸗ bäumen hatten, ſtaunte man über vier mächtige Obe⸗ lisken, welche vor demſelben ſtanden. Rechts von dem Tempel, noch in dem heiligen Bezirk, befand ſich ein mit Steinen ausgelegter und dichtem Gebüſch be⸗ wachſener See, zu dem eine doppelte Allee von Pal⸗ men führte und auf dem Nachts bei Fackelſchein von den Prieſtern die heiligen Myſterien der Göttin ge⸗ feiert wurden. Auf der andern Seite waren die aus Marmor koſtbar ausgeführten, mit den verſchiedenſten Bildſäulen reich geſchmückten Bäder für die Prieſter angebracht, da es dieſen von ihrer Religion zur Pflicht gemacht wurde, daß ſie ſich in jeder Nacht zweimal und eben ſo oft am Tage baden mußten.

Unter dem mächtigen Porticus hindurchſchreitend, kam

man durch einen langen, hohen, reichverzierten Säu⸗ lengang in den Vortempel, deſſen Wände überall mit Hieroglyphen bedeckt waren. Aus dieſem nun ge⸗ langte man in den eigentlichen Tempel, welcher für das Volk täglich geöffnet wurde, da es wohl ſelten

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einen Aegypter gab, der nicht Morgens und Abends ſein Gebet an heiliger Stelle verrichtete, während das innere, abgeſchloſſene Heiligthum von keinem Uneingeweihten, ſondern nur von den Prieſtern be⸗ treten werden durfte. In der Mitte des Tempels, nahe der Hinterwand, ſah man den Hauptaltar, einen großen viereckigen Block von ſchwarzem Marmor, zu welchem ſechs Stufen, ebenfalls von Marmor, führ⸗ ten. Auf beiden Seiten waren noch zwei kleinere Altäre angebracht, mit goldenen Vaſen und friſchen Blumen reich geſchmückt, auf denen viele Kerzen brann⸗ ten. An der Hinterwand war in einer tiefen Niſche die Bildſäule der Göttin aufgeſtellt, doch den Blicken der Menge nicht ſichtbar, da ein feines, gazeartiges, reich mit Gold durchwirktes Gewebe ſie jedem Auge entzog. Eine wohlthuende Kühle, aber tiefe Däm⸗ merung herrſchte hier zu jeder Stunde, nur eine ein⸗ zige, in der Decke über der Niſche angebrachte Oeff⸗ nung ließ einzelne Sonnenſtrahlen auf das verhüllte V Götterbild fallen, die in dem übrigens düſteren Raume eine ſeltſame Wirkung hervorbrachten und der Bild⸗ ſäule Leben zu verleihen ſchienen, da es ſo ausſah, als gingen ſie von derſelben aus. Die Decke über dem Tempel, aus großen Granitplatten zuſammenge⸗ fügt, ruhte auf ſo hohen Säulen, daß man die Ca⸗ pitäler, welche Lotospflanzen vorſtellten, mit dem bloßen Auge kaum erreichen konnte; ſie war mit einer glänzend blauen Farbe überzogen und mit gol⸗ denen Sternen bemalt. Die Wände waren ſo reich mit Gold, Silber und edlen Steinen verziert, daß das Auge geblendet wurde von dem Glanze, der durch den Schein der Kerzen vervielfältigt wurde. Die Thore, ſowie die ganze vordere Seite des Tempels bedeckten Hieroglyphen, welche meiſt die vorgeſchrie⸗ benen täglichen Gebete des Volkes enthielten, ſowie die Glaubensdogmen der Aegypter und die Pflichten, welche die Religion das Recht hatte, einem Jeden aufzulegen. Alle dieſe Bildwerke machten den Cyelus der heiligen Lehre aus, in ſymboliſchen Figuren dar⸗ geſtellt. Das Gotteshaus war gleichſam das Lehr⸗ buch des prieſterlichen Unterrichtes.

Strahlte nun auch der Tempel der Göttin zu allen Zeiten in bewunderungswürdiger Pracht, ſo war dies doch beſonders bei dem Feſte der Lampenerleuch⸗ tung der Fall. Jene Räthſelweſen auf dem Dromos trugen in dieſer Nacht Fackeln in Geſtalt feuriger Kronen auf ihren Rieſenhäuptern, auf den Obelisken brannten flammende Büſche und nur die Palmen, die zu dem heiligen See führten, blieben in Nacht und Schweigen gehüllt. Unter dem Porticus, auf drei altarartigen Erhöhungen, loderten weiße, grüne und rothe Feuergarben. Die Säulen waren überall mit