Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
695
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Vierte Folge. 695

hatte der ⸗dicke Fritz⸗ der Leſer möge erlauben, daß wir dieſen Namen beibehalten es verſtanden, ſich in der Umgegend bald eine große Popularität zu erwerben. Er ſcherzte mit den jungen Mädchen, ſchmeichelte den Müttern und trank mit den Bauern im Kruge, wobei er ihnen auch zeitweiſe mit ſeiner kräftigen Baßſtimme ein Lied aus dem Commersbuch zum Beſten gab. Hierdurch wurde, wie geſagt, der edicke Fritz⸗ bei den Landleuten täglich eine ange⸗ ſehenere Perſon, während er ſich im Schloſſe, wo man genau von dem unterrichtet wurde, was unten im Dorfe vorging, bald als ein gefährlicher Menſch verſchrieen ſah, denn das Politiſtren hatte er, zumal wenn ihm das ſtarke Bier zu Kopf geſtiegen war, frei⸗

ſchaft mit dem Doctor Sander machte ihn im Her⸗

tenhauſe vollends verdächtig. (Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Alfred Formey.

Zum Geburtstag der Geliebten.

Im Glockenläuten ſchwebt auf's Neue Der Feiertag in's Erdenthal,

Der einſt der Augen Himmelsbläue Dir aufgeküßt mit ſanftem Strahl.

Das Kindesglück und der Kindesfriede,

Wohl zogen ſie hin mit dem Wiegenliede, Und die Glocken rufen im Morgenwind: Du warſt ein Kind! Du warſt ein Kind!

Und doch Dein Beten und Dein Lieben, Dein frommes Auge thut es kund, Daß ewig Du ein Kind geblieben Im allertiefſten Herzensgrund! Drum hat durch Sturm und Nacht voll Erbarmen Dich Gott getragen auf Vaterarmen, Und die Glocken rufen's im Morgenwind: Du biſt ein Kind! Du biſt ein Kind!

Ich bette wieder voll Vertrauen Dich an das Herz des treu'ſten Herrn! Auf's Neue führ' auf Friedensauen Dich ſeiner Liebe Morgenſtern! Er ſchütze lächelnd im Sturmestoſen In Deiner Seele die himmliſchen Roſen, Bis die Glocken rufen im Abendwind: Du wirſt ein Kind! Du wirſt ein Kind!

Ein Albumblatt.

Du wanderteſt im Morgenglüh'n Hinaus in's Weltgetriebe,

Da ſaheſt Du ein Röslein blüh'n: 's war Deine erſte Liebe.

Von ihrer Seele Duft umweht

Sankeſt Du nieder in Gebet; 's war Deine erſte Liebe.

Da flog im leiſen Frühlingswind Ein Engel Gottes nieder,

Der brach Dein Röslein Dir geſchwind: Du ſahſt es nimmer wieder.

Nun irrſt Du einſam durch die Flur

Und ſuchſt nach Deines Rösleins Spur; 's war Deine erſte Liebe.

Laß enden Deinen ſtillen Schmerz, Trockne der Seele Zähren.

Richt' auf das Auge himmelwärts, Gott kann Dein Leid verklären:

Er weiß ja, wenn ein Herz zerbricht,

Dein Hüter ſchläft und ſchlummert nicht, Er iſt die ew'ge Liebe.

Abendläuten.

Durch die ſtille Abendluft Klingt ein Läuten fern, Das die müden Seelen ruft An die Bruſt des Herrn.

Einſam läutet's auch in mir. Zieht's mich himmelwärts?

Oder ruft es nur nach Dir, Du geliebtes Herz?

Volkslied.

Mein Herz ſchlägt ſchwer, mein Herz ſchlägt bang, Mein Auge trübe ſchaut, Dieweil ich ſcheiden muß ſo lang Von Dir, mein Liebchen traut! Die Sonne geht auf ſo hold, ſo licht, Die Sonne geht niederwärts: Ach, ich ſchau' Deine blauen Aeuglein nicht, Du allerliebſtes Herz!

Mein Friede hat die Seele Dein Gewählt zum tiefen Grab,

Nun kann ich nimmer fröhlich ſein, Dieweil ich Dich nicht hab'!