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Vierte Folge.
kehren. Aber die Regierung iſt wachſam, ſie kennt ihre Leute, und auch dieſer Doctor Sander— nun, umſonſt iſt mein Bruder nicht Geheimerath im Mi—
niſterium des Innern, und die Winke, welche mir
aus der Reſidenz zukommen, ſind wahrlich nicht aus der Luft gegriffen.“
„Und in welcher Verbindung ſteht damit unſer Nachbar?“ fragte Hedwig, indem ſie unwillkürlich er⸗ bleichte.
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„Habe ich denn geſagt, daß er damit in Ver⸗
bindung ſteht?“ entgegnete der alte Herr ausweichend. „Genug, ich habe meine Gründe, mich von jedem Umgang mit Doctor Sander fern zu halten, und die Zukunft wird lehren, ob ich weiſe daran handelte. acht Tagen unten im Dorfe aufhält. Das iſt ein Patriot von Kopf bis zu Fuß, und wenn er mir guch nicht ſo warm von meinem Bruder empfohlen
worden wäre, ich würde den Biedermann doch ſogleich
in ihm herausgefunden haben und deshalb wird er mir auch jederzeit willkommen ſein.“
„Hm, ſeine Phyſiognomie hat eben nichts ſehr Empfehlenswerthes,“ ſagte Petermann.„In ſeinen Augen liegt etwas Lauerndes, obgleich er ſie immer niederſchlägt, und ſein Gang iſt ſchleichend wie der
einer Katze, die ſich zum Sprunge bereit hält. Was
will er denn eigentlich hier?“
„Nun, was ſoll er hier wollen? Der arme Menſch leidet an der Bruſt, und der Arzt hat ihn deshalb auf's Land geſchickt. Seine ſonſtigen Ver⸗ hältniſſe kenne ich nicht; es genügt mir, daß er durch neinen Bruder empfohlen worden iſt.“
„Da kommt er ja um die Ecke, der liebe Lach⸗ mansky,“ ſagte Petermann, indem er nach einem Wege zeigte, welcher vom Dorfe nach dem Gute führte, gleichzeitig aber auch mit dem Fräulein heim⸗ lich einen Blick austauſchte.„Wahrhaftig, tritt der Mann nicht auf, als wenn er auf Eiern ginge? Nun, entweder müſſen ihn die Hühneraugen drücken, der..
„Nun, oder?“ fragte der Baron.
„Oder das böſe Gewiſſen,“ platzte der Künſtler heraus.
„Verleumdung!“ entgegnete Herr von Steinau chſelzuckend.„Wer heutzutage ſeine Pflicht thut und
wird verdächtigt.“ Inzwiſchen näherte ſich Lachmansky, und indem (er ſchon von Weitem den Hut abzog, machte er da⸗ ie einige demüthige, heuchleriſche Bewegungen.
Die äußere Erſcheinung dieſes Mannes konnte u der That nicht empfehlenswerth genannt werden.
Ja, da lobe ich mir den Lachmansky, welcher ſich ſeit
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(Er hatte eine hagere, vertrocknete Geſtalt mit einem langen, dünnen Halſe, welcher in einer feſt zuſam⸗ mengeſchnürten Cravatte wie in einem Halseiſen ein⸗ gepreßt war, und während ſich ſein Mund zu einem Lächeln verzog, dem er den Ausdruck demüthiger Gutmüthigkeit zu geben bemüht war, blickten ſeine Augen lauernd unter den buſchigen Brauen hexvor und glitzerten wie die einer Schlange, indem er ſie mit einer kaum merklichen Bewegung unſtät hin und her ſchweifen ließ.
„Guten Morgen, Herr Lachmansky,“ ſagte der Gutsherr, indem er die kriechenden Verbeugungen desſelben mit einer herablaſſenden Neigung des Ko⸗ pfes erwiderte;„das iſt ſchön, daß Sie bei uns wie⸗ der einmal vorſprechen— nun, nehmen Sie Platz, Sie werden müde ſein.“
„Wenn's erlaubt iſt, bin ich ſo frei,“ entgegnete der Angeredete, indem er unterwürfig ſeinen Hut auf die Erde ſetzte und beſcheiden nur die Hälfte des ihm angebotenen Stuhles einnahm, während Peter⸗ mann gleichzeitig ſeinen Seſſel haſtig um einen Schritt von dem neuen Nachbar entfernte.
„Was giebt es Neues?“ fragte Herr von Steinau; „haben Sie Nachrichten aus der Reſidenz?“
„Keine— nur das, was ich aus den Zeitungen leſe: eine ſchlimme Zeit, Herr Baron, welche den hohen und höchſten Behörden viele Sorge macht— viele ſchlechte Geſinnung verbrecheriſcher Freiheits⸗ ſchwindel— revolutionäres Fieber, das immer mehr ſin ſich zu greifen droht.“
„Das weiß Gott!“ entgegnete Herr von Steinau, „und was man aus Würtemberg, aus der Pfalz und aus Heſſen hört, klingt wahrlich nicht erbaulich— der Wirth und der Siebenpfeifer und wie die De⸗ magogen ſonſt heißen— ja ſehen Sie, ſolche Leute müßte man ohne Weiteres feſtnehmen und hinter Schloß und Riegel ſperren, damit ſie verhindert wür⸗ den, das Gift, welches ſie ausſpritzen, noch mehr zu verbreiten.“
„Nun, in unſerem Lande,“ ſagte Lachmansky mit einem ſonderbaren Lächeln,„iſt man auf der Hut. Man kennt ſeine Leute, und Dero Herr Bru⸗ der, der Herr Geheimrath, welcher im Miniſterium des Innern der Polizei vorſteht, hält die Augen ſtets
iicht nach den Tönen der liberalen Pfeife tanzt, der offen.“
„Ja,“ rief Herr von Steinau;„mein Bruder, das muß man ihm laſſen, iſt ein zweiter Fouché, thätig und ſchlau, wachſam nach allen Seiten! Da wird kein Geld geſpart, um treue und zuverläſſige Agenten zu beſolden, und wo die ſo einen Demago⸗ gen wittern, da ruhen ſie nicht eher, bis ſie hinter
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