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das auf dem niedrigen Balcon des Hauſes geführt
der Baron;„Niemand entbehrt Sie gern, und im
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ich glaube, es wäre beſſer geweſen, wenn ich mich nicht ſo tief mit ihm eingelaſſen hätte. Das Mate⸗ rial, welches er für meine Rechnung gekauft, ſtellt ſich als theuer und ſchlecht heraus; die Abſatzwege bewähren ſich keineswegs als ſo günſtig, wie er mir dieſelben vorſtellte; kurz und gut,“ ſchloß Herr von Steinau mit einem Seufzer,„ich fühle, as koſtſpie⸗ lige Unternehmen iſt ein verfehltes, und ich werde mich auf harte Einbuße gefaßt machen müſſen.“ „Geben Sie die Verbindung mit dieſem Men⸗ ſchen auf, lieber Vater,“ ſagte in einem weichen, ein— dringlichen Tone die Tochter, indem ſich ihr Blick beſorgt auf den Letzteren richtete;„Liebmann genießt keines guten Rufes, und hier Herr Petermann...“ „Nun, was wiſſen Sie, Herr Petermann?“ fragte der Baron, indem er ſich in ſeiner verdrüßlichen Stim⸗ mung halb mit einem Anfall von Gereiztheit, halb mit dem Wunſche, ſeine Frage beantwortet zu ſehen, an eine dritte Perſon wendete, welche dem Geſpräch,
wurde, bisher ſchweigend zugehört hatte.
„Es iſt eben nicht viel Gutes,“ ſagte der Be⸗ fragte, indem ſich ſein offener, ungenirter Blick auf Herrn von Steinau heftete.„Sie wiſſen, die ganze Gegend kennt mich, und überall bin ich zu⸗ Hauſe, hier als Maler, dort als Decorateur, kurz und gut—
es iſt Ihnen ja bekannt, daß ich ſo ein wan⸗ lie bin, dem es an freundlicher Aufnahme Vertrauen nirgends mangelt.“
„Nun, darüber beſteht Zweifel,“ antwortete
ganzen Kreiſe weiß ja jedes Kind, daß Sie überall mit zur Familie gezählt werden. Alſo ganz offen und ehrlich:„Was ſpricht man über mich und den Liebmann?“ 2 „Nun, man bedauert Sie,“ entgegnete der wan⸗ dernde Künſtler;—„man behauptet, Sie hätten ſich viel zu tief mit dieſem Menſchen eingelaſſen, den man als gewiſſenloſen Speculanten kennt und welchem ſchon mehr als ein redlicher Mann zum Opfer gefal⸗ len iſt.“ 4 „Nun, ſo weit bin ich noch nicht,“ ſagte etwas verwirrt der Baxon;„aber ich gehöre keineswegs zu Denen, welche gegen Warnungen taub ſind, und ich will mir Mühe geben, mich von Liebmann ſo bald wie möglich loszumachen.“ „Und auch der Doctor—“ fuhr Petermann fort. „Ah, auch der Doctor!—“ rief Herr von Steinau mit einem etwas ſpöttiſchen Lächeln;„er ſchenkt mir alſo auch ſeine Theilnahme?“. „Gewiß,“ entgegnete der Künſtler unerſchrocken; „und überdies, ich glaube, daß Sie Herrn Sander
Jeitung.
gänzlich verkennen. Woher das kommt, weiß ich nicht, da Sie doch noch voriges Jahr, als Sie von Ihrer Rheinreiſe zurückgekehrt waren, viel günſtiger über ihn urtheilten.“
„Damals war er für mich nur eine flüchtige
Bekanntſchaft, welche ich unterwegs machte,“ ſagte
der Baron,„und die Zeit war zu kurz, um ſeinen Charakter näher kennen zu lernen. Jetzt aber, da er ſich in unſerer unmittelbaren Nähe in ſo überraſchen⸗ der Weiſe angeſiedelt hat, bin ich über ihn nicht mehr im Unklaren.“
„Nun, nun,“ erwiderte Petermann, ungläubig mit dem Kopfe ſchüttelnd;„über ſeine Moralität läßt ſich doch nichts ſagen!“
„Man erzählt ja auch ſo manchen Zug, welcher von ſeiner Herzensgüte Zeugniß ablegt und wodurch er als ein edler, gefühlvoller Mann hingeſtellt wird,“ ergänzte Hedwig mit bewegter Stimme, indem gleich⸗ zeitig ein ſanftes Roth ihre Wangen überzog.
„Nun, ihr Frauen laßt euch gleich von jeder Kleinigkeit fortreißen, das iſt eine bekannte Sache,“ erwiderte der Baron;„übrigens darf der günſtige Eindruck, den man für einen Fremden bei einer flüch⸗ tigen Begegnung faßt, nicht über die Grenzen eines
ſolchen zufälligen Zuſammentreffens hinausgehen,”“
ſetzte er in einem etwas verweiſenden Tone hinzu.
„Mein Gott,“ ſagte hier das Fräulein verwirrt, „wenn Sie die vorjährige Reiſe meinen...“
„Ja, die meine ich,“ fuhr der Gutsherr fort. „Nun, ich laſſe Jedem gern Gerechtigkeit widerfah⸗ ren; ich gebe alſo zu, daß Herr Sander die Gabe der Unterhaltung beſitzt, und daß ſeine geſellſchaft⸗ lichen Manieren gefällig ſind, aber hiermit und mit einigen Handlungen der Wohlthätigkeit iſt es nicht abgemacht, wenn das Rechte fehlt.“
„Das Rechte?“ fragte Petermann verwundert.
„Ja! Damit meine ich die patriotiſche Geſin⸗ nung, die Treue gegen den Landesherrn, den Gehor⸗ ſam des Unterthanen, die pflichtmäßige Unterordnung unter die Geſetze des Staates.“
„Aber lieber Vater,“ fiel hier Hedwig etwas
eifrig ein,„welches Recht haben wir denn, uns zu Richtern der Anſichten eines Anderen aufzuwerfen?“
„Davon verſtehſt Du nichts, meine Tochter,“ entgegnete Herr von Steinau etwas kurz.„Was in Hannover und Braunſchweig vor zwei Jahren ge⸗ ſchah*), bereitet ſich jetzt in Süd- und Mitteldeutſch⸗ land vor. Der Boden wird nach allen Seiten durch⸗ wühlt, man predigt Haß gegen die beſtehenden Ein⸗ richtungen, man träumt von einem einigen Deutſch⸗ land und möchte gern das Oberſte zum Unterſten
*) Im Jahre 1830.
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