Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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werthen Geſinnungen der Königin der Schönheit ihres Aeu⸗ ßern entſprechen, und daß dieſelben ſie gegen die Vorwürfe hätten ſichern müſſen, welche das ſchon damals durch Partei⸗ umtriebe aufgeregte Uebelwollen ihrem Betragen machte, wo⸗ rin man höchſtens leichtſinnige Züge finden konnte, welche aus der Ruhe entſprangen, die ihr die Güte ihrer Grundſätze einflößte....

Nach Verlauf einer Stunde trat der König ein. Ob⸗ gleich ſein Aeußeres nichts Ausgezeichnetes hatte, und ſeine breiten Schultern und ſeine ſtarken, gebräunten Züge denen eines Grobſchmieds glichen, entdeckte man andererſeits in ſeiner Unterhaltung einen rechtlichen und gütigen Charakter, ja es zeigte ſich ſogar bei ihm ein Fonds von Belehrung und Geiſt, der, weil er ſich nur bei ſolchen Gelegenheiten entfal⸗ tete, wo er ſich ganz behaglich und froh fühlte, allen denen unbekannt war, welche ſich ihm nicht ſehr nähern konnten.

Die in dem erwähnten Werke veröffentlichten Briefe Ludwig's XVI. beſtätigen das ehrenvolle Zeugniß des Herzogs von Sachſen⸗Teſchen über ihn.

Schließlich erwähnen wir noch ein Urtheil des Kaiſers Joſeph II. über den König, das Herr de Conches erwähnt.

Der Kaiſer hatte eben einen Bericht über die bekannten Octobertage im Jahr 1789 geleſen. Die Schwäche Lud⸗ wig's XVI. empört ihn; die Röthe ſteigt ihm ins Geſicht und er bricht in die Worte aus:Es iſt unbegreiflich, daß der König ſich nicht weit eher hat tödten laſſen, als nachzugeben, diejenigen, die ihn vertheidigt hatten, abzudanken und aufzu⸗ opfern. Man muß Blut von klarem Waſſer, Nerven von Werg und eine Seele von Baumwolle haben, um ſich in die⸗ ſer Art zu betragen. Ich bin darüber entrüſtet!

Das Urtheil Joſeph's II. war nicht zu hart. Ludwig XVI. war ein ſchwacher Mann, und nur ſeine Schwäche war der Grund, daß er zuletzt ſeinen Kopf unter der Gulllotine verlor.

Wir haben bereits erwähnt, daß der dritte Band dieſes Werkes bis Ende Auguſt 1791 reicht. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß das Intereſſe im folgenden Bande ſich ſehr ſteigern muß. C.

Ein neuer Weg, um die Hand eines jungen

ſchönen Müdchens zu erlangen.

Ein Correſpondent ſchreibt dem(Guelph Advertiser aus Garafaxa in Canada:

Die jungen Männer in einer der benachbarten Städte ärgerten ſich kürzlich ſehr, als ſie erfuhren, daß ein alter, grauhaariger Wittwer ſich mit dem ſchönſten jungen Mäd⸗ chen in der Gegend verheirathet habe. Da dieſe Thatſache ſehr ſonderbar erſchien, ſo fühlten einige Perſonen ſich ver⸗ anlaßt, Erkundigungen einzuziehen, in welcher Art es ihm gelungen ſei, ſeine Bewerbungen mit einem ſolchen Erfolge gekrönt zu ſehen, und wenn ihr Bericht ſich auf Wahrheit gründet, ſo ſind ihre Bemühungen, das zu erforſchen, ſehr gut bezahlt worden. Sie ſagen, der erſte Schritt des alten Liebhabers ſei geweſen, eine Zigeunerin aufzuſuchen, welche der jungen Dame wahrſagen ſollte, zu welchem Zweck er ihr die folgenden Worte dictirt habe:Meine theure, junge Dame, Ihr Stern wird bald auf eine kurze Zeit durch eine ſehr dunkle Wolke verſteckt werden, doch wenn er wieder er⸗ ſcheint, wird er mit ununterbrochenem Glanze bis an das Ende Ihrer Tage fortſcheinen. Ehe eine Woche um iſt, wird ein reicher, alter Wittwer, der ſchwarz gekleidet iſt und einen fei⸗ nen Caſtorhut trägt, Ihnen einen Beſuch machen und Sie

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Novellen⸗

Zeitung.

um Ihre Hand bitten. Sie werden ſein Anerbieten anneh⸗ men, ſeine Gattin werden, und ſich vor Ende dieſes Jahres als ſeine Wittwe in dem Beſitz ſeines ganzen Reichthums ſehen. Ihr zweiter Gatte wird der junge Mann ſein, an den Sie jetzt am fleißigſten denken. Drei Tage ſpäter fand ſich der alte Herr, ganz ſo angekleidet, wie die Zigeunerin geſagt, bei der jungen Dame ein, erhielt ihr Jawort, worauf kurz nachher die Trauung folgte, und ſo wurde er der Gatte einer der ſchönſten Frauen an dieſer Seite von Guelph oder irgend eines andern Ortes.

Theater in Cambodſcha.

In China erſcheinen die Frauen niemals auf der Bühne; ihre Rollen werden von jungen Männern dargeſtellt. In Cambodſcha findet ganz das Gegentheil ſtatt. Dort beſteigen die Frauen allein die Breter, welche die Welt bedeuten, und ſie ſpielen die Rollen beider Geſchlechter, ausgenommen die der Clowns, welche ſie Männern überlaſſen. Das Orcheſter beſteht aus einer Batterie Harmonikas, welche fortwährend ziemlich angenehme Melodien ſpielen. Um die Muſiker her⸗ um gruppiren ſich gegen vierzig Frauen, welche Chöre ſingen und die Muſik begleiten, indem ſie zwei Bambusſtäbe gegen einander ſchlagen.

Das trägt, beſonders bei lebhaften Bewegungen, viel zur allgemeinen Wirkung bei. Was ihre Tänze betrifft, ſo ſind ſie weit mehr Bewegungen der Hüften und Arme, als der Füße, die ſich darauf beſchränken, auf die Erde zu ſtam⸗ pfen, ohne ſich je über dieſelbe zu erheben.

Die reich gekleideten Tänzerinnen ſind im Allgemeinen jung und hübſch, in ihren individuellen Stellungen und in den Figuren, die ſie bilden, indem ſie ſich vermiſchen und lei⸗ denſchaftliche Geſinnungen ausdrücken, ſehr graciös. Ihre Nägel, die ſie zwei bis drei Centimetres über die Finger her⸗ auswachſen laſſen, ſind vergoldet; ihre Handgelenke wenden ſich nach hinten wie nach vorn, um die Geſticulation zu er⸗ leichtern. Ihre Füße ſind unbekleidet; aber dem gewöhn⸗ lichen Anzuge entgegen, der die Frauen faſt ganz nackend ſein läßt, ſind ſie auf der Bühne dem ſtrengſten Anſtande ge⸗ mäß gekleidet. C.

Amerxikaniſche Liſt.

Ein eben aus Newyork zurückgekommener Franzoſe theilt folgende kürzlich daſelbſt vorgekommene echt amerikani⸗ ſche Anekdote mit..

Ein Rheder hatte ſeit einiger Zeit nichts von einem ſeiner Schiffe vernommen.

Zum Kuckuk! ſagte er, indelher den Zeigefinger an ſeine Stirn legte,ich glaube, ich hätte wohl daran gethan, mein Schiff zu verſichern.

Sofort eilt er zu dem nächſten Aſſecurant, wo ſich der folgende Dialog entſpinnt:

Mein Herr, ich komme Sie zu erſuchen, mir ein Pa⸗ tent für eins meiner Schiffe zu geben, deſſen Ankunft im Ha⸗

fen ſich verſpätet.

Sie erwarteten es?

Ich erwartete es.

Und jetzt?

Ich erwarte es noch. Ich habe von Niemandem darü⸗ ber Nachrichten zu erlangen vermocht.

Das Riſico iſt groß, mein Herr, und ich kann die Ver⸗ ſicherung desſelben nur unter harten Bedingungen üher⸗ nehmen. 8

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