Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
685
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e,arerſten franziſe wurden, nimmt SXII, unter den ein und das mit gzeſſin hat nie Je⸗ u und der wahre g bekannt,

den Gewande Sie eededen ſie e nicht mehr be⸗ bend zu ſein, ſie dem die Menſch⸗ en verſchwunden hrer immer erhabe⸗

Heiligenſchein um⸗

d entſpricht hügern Kenntniß F. Feuillet de Con⸗ s XIYI, Marie Xr- res et documents erſchienen iſt, der eſpondenz der Prir⸗ hmeichelten Gemäl⸗ t weniger abstrach de veden deut⸗ muth, aber das n Abbruch. Inden

Perſönlichkeit der einfacher, wahrer, nunſere Hochach⸗

geiſtreiche Perſon zufügt. Sie deſt Ait von Geiſt R Wendungen zeit ſpruch zu machen e, das letzte Won ſagt ſie:Mal Madame'Au⸗ jan müſſe lachen, hat ſie behallen ad erlaubt nihl

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ine geſunde⸗

Vierte Holge.

menden Aengſtlichkeit und der ſich häufenden Kataſtrophen ruhig und freien Geiſtes bleibt, ſo ſollte man ſagen, ſie ſei in das Geheimniß der Entwicklung eingeweiht. Sie leiht ſich willig den verdoppelten Beleidigungen des Geſchicks und der Menſchen, wie Jemand, der überzeugt iſt, doch das letzte Wort zu behalten. Dieſes letzte Wort, dieſe Entwicklung erwartet ſie vom Himmel. Vortreffliche Chriſtin und ſehr wenig Philoſophin betrachtet ſie die ſich vollziehenden Ereig⸗ miſſe blos von dem Geſichtspunkte der Sünden der Nation und des himmliſchen Zorns. Für ſie iſt die Revolution eine Geißel Gottes, eine ägyptiſche Plage, eine vorübergehende Entfeſſelung des ſataniſchen Geiſtes, wie eine Waſſerhoſe, die ſich aus der Hölle auf das Königreich herab ſtürzt; ſie leidet, demüthigt ſich und hofft. Wie der Gerechte in der heiligen Schrift erhebt ſie ihre Augen nach den Höhen, von wo Ret⸗ tung kommen wird; ſie fragt ſich, wie weit die menſchliche Aufregung, die ſich unter der Hand Gottes erhebt, gehen wird; aber ſie glaubt mit Sicherheit, daß dieſer Lärm auf ein Zeichen deſſen, welcher Alles erlaubt, ſich beruhigen und vaß die durch ſoviel ähnliche Kriſen erprobte monarchiſche Macht aus dieſer Erſchütterung feſter hervorgehen werde. Was liegt ihr an dem Sturme, der ſie mit fortzureißen droht? Hat ſie nicht das Verſprechen des unſichtbaren Piloten?

Die Stunde Gottes abwarten, das iſt unveränderlich ihr Rath; das iſt ihre Politik, und ſie ſagt ſtets in Bezug auf die Maßregeln, von denen man ſich ſehr viel verſpricht: Aus dem Allen wird nichts werden, wofern ſich der Himmel micht hineinmiſcht. An eine Freundin in Venedig ſchreibt ſie:Mein Gott, wie unglücklich iſt man, in dieſem Augen⸗ blick hier zu leben! Man trifft nur Narren, Schwachköpfe

oder Böſewichte! Gott gebe, daß der menſchliche Geiſt end⸗

lich die Augen für das Licht öffnet, von dem man ſagt, daß unſer Jahrhundert es beſitzt, das aber noch ſo dunkel iſt, daß ich meinerſeits nur einen Nebel von einem ſehr großen Umfang

ſehe. Wenn die Religion uns nicht zur Hülfe kommt, ſo hat

es ganz den Anſchein, daß wir lange Zeit in dieſer peinlichen Lage leben werden. Doch wir müſſen das wollen, was Gott will.

Auf dieſem Felſen, worauf ſie ſich ſtützt, läßt der Wind, welcher die Einrichtungen der Vergangenheit wie leichte Stroh⸗ halme forttreibt, ſie gleichgültig, munter oder erfüllt ſie mit Verachtung. Sie erfährt, daß die Nationalverſammlung den Adel, die Titel und Wappen unterdrückt hat; ſie ärgert ſich nicht, ſie ſcherzt, ja ſie ſpottet ſogar:Was mich betrifft, ſo hoffe ich, mich Fräulein Capet oder Hugues oder Robert zu

nennen, denn ich glaube nicht, daß ich den wahren Namen

Frankreichs werde nehmen können. ſehr; und wenn dieſe Ferren nur ſolche Decrete erlaſſen wol⸗ ten, ſo werde ich der kiefen Achtung, von welcher ich für ſie durchdrungen bin, Liebe hinzufügen. Du wirſt in Bezug auf die Umſtände meinen Styl ein wenig leichtſinnig finden, zoch da er keine Contrerevolution enthält, ſo wirſt Du ihn wir verzeihen. Weit entfernt an eine ſolche zu denken, wer⸗ en wir in vierzehn Tagen mit allen Milizen des Königreichs die berühmten Tage des 14. und 15. Juli feiern, von denen Du vielleicht gehört haſt. Man bereitet das Marsfeld dafür Es wird 600,000 Seelen faſſen können. Für ihr Vohl und das meinige hoffe ich, daß es nicht ſo warm ſein dird wie in der vorigen Woche; ich glaube, ich würde dann herſten.... Als die Conſtitution fertig entworfen iſt, be⸗ grüßt ſie dieſelbe mit dem Ausruf:Endlich iſt das unſterb⸗ lcche Werk da, von dem Target am 4. Februar im Jahr 90 entbunden worden iſt. Madame Eliſabeth iſt ſicher eine

Das beluſtigt mich

vor.

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68 Heilige, aber, was man nicht genug bemerkt hat, eine Heilige, welche Lachen zu erregen verſtand.

In dem Maße, wie man in dem furchtbaren Unbekann⸗ ten voranſchreitet und wie das Gewölk ſich mehr und mehr verdunkelt, als der Kampf giftiger und die Freiheit immer mehr beſchränkt wurde, mäßigt Madame Eliſabeth ihre Offenheit, die für manche Perſonen Gefahren bereiten konnte; ſie beherrſcht ihre Laune, ohne ſie in Verſtimmung verwan⸗ deln zu laſſen, ſie ſchärft den Pfeil und verſchleiert die Ironie. Sie ſpricht in halben Worten, ſchreibt zwiſchen den Zeilen; ſie weiß aus Inſtinct die Kunſt der abſichtlichen Uebergehung, welche ſcharfſichtigen Leſern das iſt, was ſympathiſche Tinte für die Augen iſt. Sie entfaltet die Talente eines Journa⸗ liſten des neunzehnten Jahrhunderts. Ihrer Freundin in Venedig ſchreibt ſie:Tröſte Dich. Wir leben hier in einem ſolchen Augenblick der Freiheit, daß ich Dir nicht ſagen kann, was ich im Herzen habe; Alles, was ich mir erlauben kann, iſt, Dir zu ſagen, daß ich zufrieden bin.

Jemand richtet die Frage an ſie, weshalb ſie nicht ihren Brüdern und Tanten in's Ausland gefolgt iſt. Sie antwortet mit der vollkommenen Aufrichtigkeit des wahren Muthes:Ich glaube nicht, daß meine Pflicht mir dieſen Schritt gebiete; das hat mir mein Verfahren dictirt.

Der Tod Mirabeau's flößt ihr einige kurze Bemerkun⸗ gen ohne politiſche Tragweite ein, die in den Kreis frommer Ideen, worin ſie lebte, eingeſchloſſen blieben:Mirabeau iſt geſtern früh geſtorben. Seine Ankunft in der andern Welt hat ſehr grauſam ſein müſſen. Man ſagt, er habe ſeinen Geiſtlichen eine Stunde lang geſehen; ich beklage ihn ſehr mit ſeiner unglücklichen Schweſter, die ſehr fromm iſt und die ihn bis zur Narrheit liebte. Die Politiker ſagen, dieſer Tod ſei ein Unglück; was mich betrifft, ſo will ich es erſt ab⸗ warten, ehe ich urtheile. Ich gebe zu, daß er große Talente beſaß, aber ich kenne ihn nicht genug, um ihn lebhaft zu be⸗ dauern.

Weshalb hätte ſie auch Mirabeau bedauern ſollen? Sie wünſchte in ihrem Herzen etwas ganz Anderes als eine Transaction. Sie unterwarf ſich der revolutionären Noth⸗ wendigkeit, wie einer Züchtigung, aus der man ſich wieder erhebt, wie einem Unglück, das man beklagt, aber ſpäter aus dem Gedächtniß vertilgt.

So erſcheint Madame Eliſabeth in ihrer Correſpondenz.

Aus dem Werke des Herrn de Conches wollen wir ſchließlich unſern Leſern noch ein paar intereſſante Stellen mittheilen, die ſich nicht auf die Prinzeſſin beziehen.

Im Jahr 1786 beſuchte der Herzog von Sachſen⸗Te⸗ ſchen, der Schwager der Königin und Einer ihrer Correſpon⸗ denten, Frankreich. Von ihm findet ſich in Dresden in dem königlichen Archiv eine ſchriftliche Erzählung ſeiner Reiſe, woraus Herr de Conches Stellen mittheilt. Unter Andern ſagt er:Im Palaſte von Verſailles angekommen, war ich nicht wenig über den Schmutz verwundert, den ich bei jedem Schritte antraf, und nicht weniger über die kleinen Buden, die ſich auf den Abſätzen und oben an der Treppe fanden, welche ihr das Anſehen eines Trödelkrams gaben und wo man unter andern Sachen alle verbotene Bücher verkaufte.

Man führte uns zuerſt bei der Königin ein. Wir konnten uns von der Wahrheit deſſen überzeugen, was man uns über ihre Liebenswürdigkeit und den Reiz ihrer Unter⸗ haltung geſagt hatte, worin ſie nach meiner Meinung zuwei⸗ len ſelbſt den Punkt überſchritt, der dem hohen Charakter, mit dem ſie bekleidet iſt, geziemt. Wir hatten auch die Gelegen⸗ heit, uns in der Folge davon zu überzeugen, daß die ſchätzens⸗