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Sache ſelbſt höchſt armſeliges Mittel, ihre Unterneh⸗ mungen in Bezug auf den Honorarpunkt möglichſt wohlfeil herzuſtellen. Die meiſten Lexikonartikel ſind, wie die meiſten der Preſſe in illuſtrirten und nicht illuſtrirten Journalen, von nichtsbedeutenden Perſön⸗ lichkeiten verfaßt, mit deren Namen man weder im Großen wie im Kleinen Parade machen koͤnnte. Es giebt in Deutſchland eine Unzahl nicht zu ihrem Le⸗ benszweck gelangter und in unglücklichen Carrièren verkommener Gelehrter, die bei drückenden Nahrungs⸗ ſorgen leider dazu verdammt ſind, dem Himmel zu danken, wenn ſie aufgefordert werden, an einem Lexi⸗ kon oder an einer wiſſenſchaftlichen Zeitſchrift für ein klägliches Honorar(für einige Louisd'or pro Bo⸗ gen vom engſten Druck!) mitarbeiten und ihr Leben ſo unter Qual und Arbeit hinfriſten zu dürfen. Das Wiſſen und der Fleiß dieſer zum härteſten Frohn⸗ dienſt gemißbrauchten Perſönlichkeiten ſind oft durch⸗ aus nicht zu tadeln; doch ſelten eignet ſich der menſch⸗ liche Geiſt unter ſo beſchränkenden Lebensverhältniſ⸗ ſen eine große und freie Anſchauungsweiſe an, und es pflegt im Allgemeinen nicht von ungefähr zu ſein, wenn literariſche Kräfte, ſei es im wiſſenſchaftlichen oder productiven Gebiet, unbekannt und ohne Re⸗ nommée verbleiben.
Dieſen gedrückten Gelehrten ſchließt ſich noch ein anderes großes Contingent von Mitarbeitern an. Es ſind intelligente und wohlbegüterte Privatleute, Dilettanten und Beamte, die ihre Mußeſtunden gern literariſch benutzen; ſich gedruckt zu ſehen, iſt ihnen eine große Genugthuung, und ſie ſind mit Anonymi⸗ tät oder einer darunter geſetzten Nummer vollkommen zufrieden. Denn ein ſolcher, in ſeiner Familie und im Weichbild ſeiner Freunde hochberühmter Dilettant bildet ſich gern ein, daß alle Welt unter Nummer 73 den Juſtizrath Gottfried Schulze in N. N. ehr⸗ furchtsvoll herauswittere.
Auch dieſe Leute ſchreiben für ein lächerlich ge⸗ ringes Honorar, und bei vielen von ihnen iſt dies auch ſehr in der Ordnung, da ſie eigentlich noch Geld darauf zahlen müßten, um ihre Erzeugniſſe zum Druck zu bringen.
Die von ſolchen Perſonen gelieferten Arbeiten werden nun von einigen Sachverſtändigen bei den üblichen Converſationslexicis und wiſſenſchaftlichen, ja ſogar kritiſchen Zeitſchriften redactionell überarbeitet und durch Glätten und Beſchneiden in den allgemei⸗ nen Rahmen hineingepaßt. Das Publicum glaubt,
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daß alles Derartige von denjenigen Namen herrühre, die nicht ſelten auf dem Titel als Lockvögel paradi⸗ ren. Viele davon haben in der Regel keine Feder angerührt und nur Einzelne etwas geliefert.
Man muß dieſes Treiben mehrfach mit angeſehen haben, um die Hohlheit und Spiegelfechterei desſel⸗ ben genügend ermeſſen zu können.
Vor allen Dingen geht den in ſolcher Weiſe verfaßten Lexicis die größte geiſtige Macht und Reife ab, durch welche alles Menſchenwerk, welcher Art es auch ſei, ſich auszuzeichnen beſtreben muß. Es iſt die Macht des Urtheils, die reif und edel geſchulte Kritik der reinen Vernunft und des hochgebildeten Geſchmacks.
Es verſteht ſich ganz von ſelbſt, daß encyklopä⸗ diſche Schriften und Repertorien des Wiſſens und der Zeitgeſchichte ſich nicht in polemiſchen Streitfra⸗ gen verlieren dürfen, ohne ihre Beſtimmung zu ver⸗ fehlen. Dieſe liegt in der poſitiven Darſtellung des wiſſenswürdigen Materials mannigfaltigſter Art. Wo dieſes Material aber in einem Referat über Perſön⸗ lichkeiten, Kunſtwerke, literariſche Erzeugniſſe, hiſto⸗ riſche und politiſche Zuſtände und Thaten, culturge⸗ ſchichtliche Fragen ꝛc. ꝛc. beſteht, da wird die Darſtel⸗ lung eine haltloſe, ja geradezu eine geiſtesbeſchränkte werden, wenn ſie nicht überall die untrügliche Mag⸗ netnadel kritiſchen Urtheils in ſich trägt und aus dem Labyrinth des Stofflichen dem Leſer unaufhörlich die Richtung zu Fortſchritt und Aufklärung angiebt.
Dieſes kritiſche Urtheil, dieſer richtige, geſchmack⸗ volle Tact in der Darſtellung ſind nicht die Eigen⸗ ſchaften des Anonymus. Sie können nur von Capa⸗ citäten befriedigt werden, denen eine Reihe jüngerer Talente in glücklicher Wahl angeſchloſſen wird.
Wie ſchon das große Meyer'ſche Lexikon den meiſten Uebelſtänden ſeiner Gattung in einer über⸗ aus gediegenen und erfreulichen Weiſe aus dem Wege zu gehen und dafür ein treffliches Geſammtreſultat hinzuſtellen wußte, ſo haben ſich die ⸗Ergänzungs⸗ blätter» vermöge ihrer ganzen Organiſation noch viel mehr von der nachtheiligen Anonymität emancipiren können. Sich renommirten Autoren zuwendend, ent⸗ halten ſie auch neben dem großen Reichthum ihrer kürzeren Artikel längere, lebendig und eingehend ge⸗ ſchriebene Aufſätze, in richtiger Erkenntniß der That⸗ ſache, daß der gebildete Laie durch anſprechende Ge⸗ genſtände des Wiſſens auch von Zeit zu Zeit dauern⸗ der und mit wärmerem Eingehen gefeſſelt ſein will.


