Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
677
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ich den Brief von Heidelberg erhielt, fuhr der alte Mann fort, indem er tief aufſeufzte;aber was auch kommen mag, wir wollen geduldig und ſtill ſein, un⸗ ſer Vater da oben weiß ja am Beſten, was uns Noth thut!

Bangt Dir wirklich, daß unſer Ernſt ſo tief geſunken ſein könne? fragte die Mutter.

Kannſt Du ſagen, daß Dir nicht davor bange? erwiderte der Pfarrer mit bebender Stimme.

Man klopft! vief Röschen in leidenſchaftlicher Aufregung.Das iſt Hermann, er wird uns gute Nachricht bringen.

Sie war bei den letzten Worten ſchon hinaus⸗ geeilt und kehrte kurz darauf am Arme ihres Bräu⸗ tigams, den der Inſpector begleitete, zurück.

Ich komme, um Abſchied zu nehmen, ſagte Hartwig ruhig;der ſtrenge Befehl dieſes Herrn ent⸗ führt mich Ihnen; aber ich hoffe nur für eine kurze Zeit.

Der ſtrenge Befehl dieſes Herrn? fragte Rös⸗ chen beſtürzt.

Der Polizei muß man gehorchen, fuhr Hart⸗ wig fort, und das Lächeln, welches bei dieſen Worten ſeine Lippen umſpielte, verſcheuchte raſch die Beſorg⸗ niſſe des Mädchens.Ich war hinaufgegangen, um von der Ruine aus die Landſchaft bei Sonnenunter⸗ gang zu betrachten, wandte er ſich an die Eltern ſeiner Braut, die unter dem Druck ihrer Ahnungen und Befürchtungen nicht wagten, den Blick zu erhe⸗ ben, weil ſie befürchteten, in den Zügen des Polizei⸗ beamten eine Veſtätigung dieſer Ahnungen zu finden. Darüber wurde es mir etwas ſpät. Auf dem Heim⸗ wege begegnete ich dieſem Herrn; er forderte mich auf ihn zu begleiten und verhaftete mich, als er in dem unterirdiſchen Gewölbe die Werkſtätte der Falſch⸗ münzer entdeckte, unter dem Vorwande, ich ſei ver⸗ dächtig, die Verbrecher gewarnt und ihre Flucht be⸗ günſtigt zu haben. Das iſt ein lächerlicher, haltloſer Vorwand, den zu widerlegen mir keine große Mühe koſten wird.

Das iſt ja entſetzlich! ſagte die Pfarrerin.

Mein Gott, wie wird das enden! ſeufzte Röschen.

Betrachten Sie es als eine Prüfung, die Ihnen der Himmel ſchickt, ſagte der Pfarrer, indem er dem jungen Manne die Hand reichte.Darf ich vor Ge⸗ richt für Sie zeugen, ſo

Erlauben Sie, die Zeit drängt! fiel der In⸗ ſpector dem alten Herrn in's Wort, während er einen Blick auf ſeine Uhr warf.

Aber Sie werden mir doch erlauben, daß ich zuvor meine Koffer packe? fragte Hartwig.Ich

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gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich binnen einer Viertelſtunde wieder hier bin.

Sie ſollen nicht ſagen, daß ich Sie wie einen gemeinen Verbrecher behandelt habe, entgegnete der Beamte;ich rechne aber darauf, daß Sie mich nicht länger warten laſſen, als unbedingt nöthig iſt!

Hartwig eilte in ſein Zimmer; Roͤschen wollte folgen, der Inſpector aber vertrat ihr den Weg.

Erlauben Sie, mein Fräulein, ſagte er kalt, Ihr Bräutigam iſt Arreſtant; ich darf nicht zuge⸗ ben, daß Sie mit ihm allein reden.

Auch das hatte der Maler erwartet. Er ſchrieb in ſeinem Zimmer raſch einige Zeilen, legte ſie ein Buch, welches der Pfarrer ihm geliehen hatte, und übergab beim Abſchied dieſes Buch ſeiner Braut mit dem Bemerken, ſie möge es wieder in die Biblio⸗ thek ihres Vaters ſtellen.

Röschen verſtand den Wink; kaum hatte ihr Bräutigam das Haus verlaſſen, als ſie haſtig das Buch durchblätterte.

Das kann eine ſehr ſchlimme Wendung neh⸗ men, ſagte der Pfarrer mit bedenklichem Kopfſchüt⸗ teln;aber ich hoffe, ſein Vater, der Regierungsrath, wird ſeinen ganzen Einfluß den höheren Kreiſen für den Sohn geltend machen.

Mir ahnt, daß er ſich geopfert hat, für unſeren Sohn, erwiderte die Pfarrerin.

geopfert

Ja, das hat er, ſagte Röschen mit leuchten⸗ den Augen, während ſie dem Vater den Zettel reichte, den ſie im Buche gefunden hatte,und dieſes Opfer hat ihn mit unlösbaren Banden an uns gefeſſelt.

Ernſt iſt auf dem Wege nach Breslau, las⸗ der Pfarrer;dort will er ſeine Studien fortſetzen. Er läßt Dich und die Eltern grüßen und hat mir ſein Wort darauf gegeben, daß er ſeine Reue Euch beweiſen werde. Um mich ſei unbeſorgt; der Inſpec⸗ tor hat ſich einen ſchlechten Spaß erlaubt, deſſen Folgen ihn allein treffen werden.

Gott ſegne ihn! ſagte der Pfarrer.So groß auch das Herzeleid iſt, welches Ernſt mir angethan⸗ hat, ſeine Reue wird mich wieder mit ihm verſöhnen. Iſt doch im Himmel mehr Freude über einen Sünder, der Buße thut, denn über neunundneunzig Gerechte!

Aber aus dieſen Zeilen geht nicht hervor, ob Ernſt ein Verbrecher war, warf die Mutter ein. Laſſen wir den Schleier ruhen, der für uns

dieſes Geheimniß deckt, fiel Röschen ihr in's Wort. Er iſt uns zurückgegeben, ſo wollen wir denn auch nicht grübeln, welcher Miktel die Vorſehung ſich be⸗ diente, um ihn auf den beſſeren Weg zurückzuführen.

Röschen hat Recht, ſagte der Pfarrer;wenn