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Frage: ich weiß, wie und warum die Februarrevolution in Paris vor ſich gegangen; aber wie und warum die Revolu⸗ tion in Wien ausbrach, das weiß ich nicht und möchte es von Ihnen erfahren.“ Mit einem„traurig⸗ſtolzen Lächeln“ ant⸗ wortete Metternich:„Die Sache iſt, ich habe zuweilen Eu⸗ ropa beherrſcht, Oeſterreich niemals!“ Guizot fährt fort: „Ich meinerſeits lächelte in meiner Seele über ſeine hochmü⸗ thige und ſehr eitle Erklärung.“
Vom deutſchen Büchermarkt.
Bunte Glaſuren. Geſammelte Novellen, Humo⸗ resken und Gedichte von Theodor Dvobiſch. Dresden, Druck und Verlag von Meinhold und Söhne.
Zu jener Anzahl von leichtarbeitenden und wenig ſcru⸗ pulöſen Schriftſtellern, die alle ihre Kräfte daran ſetzen, um einen großen, nicht peinlichen Leſerkreis auf humoriſtiſche Weiſe zu unterhalten, gehört auch der Genannte. Er hat bis jetzt keine geringe Zahl einzelner Erzeugniſſe in den ver⸗ ſchiedenſten literariſchen Formen veröffentlicht und es liegt hier von ihm eine Sammlung von Novellen, Humoresken und Gedichten vor. Viele dieſer Einzelnheiten ſind bei tages⸗ geſchichtlichen Veranlaſſungen entſtanden und gehen ſo aus der Tagesliteratur in den Buchhandel über. Die Färbung des hier waltenden Humors wird ſchon andeutungsweiſe durch einige Ueberſchriften bezeichnet, wie z. B. aus den„Memoi⸗ ren eines Seehundes“,„Nachtwächterhornſtudien“,„der Menſch, die Körbe und das Leben“,„Johann Strauß, der Walzerkönig“,„das Thierparlament“ ꝛc. Manche andere Einzelnheiten lehnen ſich auch an Zeiterſcheinungen und renommirte Perſönlichkeiten an. O. B.
Eine Dame aus der großen Welt. Roman von Ferdinand Gleich. Prag, Verlag von Steinhau⸗ ſer. 1865.
Novellen⸗Zeitung.
Der Verfaſſer hat bis jetzt muſikaliſche Charakterköpfe
und ähnliche in dieſes Genre einſchlagende Sächelchen her⸗ ausgegeben und tritt nun hier auch als Romanſchriftſteller auf. Seine Leiſtung gehört derjenigen Gattung an, die vor⸗ zugsweiſe nur den Anforderungen ſtofflicher Unterhaltungs⸗ lectüre zu genügen ſtrebt. O. B.
Der Stedinger Freiheitskampf. Ein vater⸗ ländiſches Gedicht von Arnold Schloenbach. Bremen, Verlag von Müller.
In viel beſſeren Verſen und mit einer wirklich indivi⸗ duellen Begeiſtexung, die ſich beſonders im einleitenden Ge⸗ dicht ausſpricht, hat der Verfaſſer hier den denkwürdigen Frei⸗ heitskampf und Untergang der Stedinger Bauern geſchildert. Viele Einzelnheiten dieſes Epos ſtellen ſich als eine ſehr gute Beſchreibung in flüſſiger wohlklingender Rede dar und durch das Ganze geht ein erhobener Aufſchwung. O. B.
Gedichte von Carl Altmüller. Kaſſel, Krieger’⸗ ſche Buchhandlung.
Die Ausſtattung dieſer Sammlung iſt ungemein elegant, deſto jugendlicher jedoch ihr Inhalt, der ſich in der Sprache oft bis zur Freiheit des Incorrecten verſteigt. mor fehlt dem Verfaſſer die Ader, weniger aber die Luſt, ſich eine ſolche zu ſchlagen. Er thut dies durch ein Tendenzge⸗
dicht an Dingelſtedt und durch eine komiſche Romanze an den O. B.
veilchenblauen preußiſchen Referendar“. 3„ Durch Kampf zum Frieden. Inhalt* König.(GFortſetzung.)— Das Vaterhaus. Hermann von Loeper.— Literariſche Briefe von Otto Banck. Feuilletan. Reminiscenzen aus den ſpaniſchen Kriegen. Von C. Heuſinger. II. Bild.— Eine Silhouette des polniſchen Charat⸗
ters.— Die Dattelpalme.— Eine lebende Uhr.— Miscellen.— Vom deutſchen Büchermarkt.
Novelle von Ewald Auguſt Gedicht von
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Im Verlage von Hermann Coſtenoble in Jena und Leipzig erſchien und iſt in allen Buchhandlungen und Leihbibliotheken
zu haben:
Graf Jzarogy. Ein Roman 4
von
Ernſt Freiherrn von Bibra.
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3 Bände. 8.
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broch. 3 ¾ Thlr.
Die höchſt ſpannende Geſchichte ſpielt in Deutſchland, und die Hauptperſon iſt ein angeblicher Graf Izarogy, der ſich für Graf
St. Germain oder Caglioſtro ausgiebt, und dadurch verſchiedentlich in Familienverhältniſſe eingreift und das Intereſſe lebhaft in An⸗
ſpruch nimmt.
Herzog wallenſtein
Mecklenburg. . Hiſtoriſcher Roman
aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges von
Julius von Wickede. broch. 4 ½ Thlr. Es iſt wohl kaum ein militäriſcher Schriftſteller befähigter als Wickede, die obige Epiſode aus dem dreißigjährigen Kriege an⸗
4 Bände. 8.
ziehend zu ſchildern. Das Buch wird denſelben verdienten Beifall wie alle früheren Arbeiten des Herrn Verfaſſers finden.
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Für den Hu⸗
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Redigirt unter Verantwortlichkeit von Otto Friedrich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig.— Druck von A. Edelmann in Leipzig.


