Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
671
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gung den Reſt. Polen verendete an ſeinen beiſpiellos wider⸗ ſtnnigen Inſtitutionen, an ſeiner Unvernunft, ſeinem innern Zerwürfniß, ſeiner nackten baaren Natürlichkeit, durch welche es hinter der Civiliſation, Cultur und Politik aller Nachbar⸗ ſtaaten und, mit Ausnahme der Türkei, hinter ganz Europa zurückblieb, ſo daß der polniſche König Sobieski den letzten ritterlichen Fürſten repräſentirt, ritterlich nicht blos in per⸗ ſünlicher Tapferkeit, wie Karl XII. von Schweden, ſondern in großmüthiger Geſinnung und in höchſt unpolitiſcher Reſig⸗ nation.

Es iſt zum Verzweifeln, zum Melancholiſchwerden, wenn man ſehen muß, daß eben das Schönſte, daß die Ro⸗ mantik, die Poeſie, die Ritterlichkeit, die Phantaſie, die nackte Natur, das bloße Temperament und Naturell, ja ſelbſt Divi⸗ nation und Prophetie, daß ſelbſt Glaube und Liebe, daß Begeiſterung, Heiligung und Treue für irgend welche Dinge, Principe und Perſonen, ſich mit dieſer modernen Ci⸗ viliſation und Politik, mit dieſer ganz und gar ausgenüch⸗ terten Verſtandeswelt und Profangeſchichte nicht vertragen und zuſammenreimen wollen. 7

9.

Die Dattelpalme.

Ueber dieſen für Arabien ſo wichtigen Baum finden wir in Palgrave's Central and Eastern Arabia: Folgendes:

In den meiſten Theilen Arabiens iſt die Dattelpalme der wichtigſte Artikel der Bodencultur. Von dieſem Baume ziebt es indeſſen ſehr verſchiedene Arten, und Kaſim kann ſich rühmen, die beſten davon zu beſitzen, die Khalas von Haſa allein ausgenommen. Die Frucht reift in der zweiten hälfte des Auguſt und in der erſten Hälfte des Septembers, umd ſo hatten wir Gelegenheit genug, dieſe Frucht zu prüfen. Diejenigen, welche wie die meiſten Europäer die Dattel nur nach den getrockneten Früchten kennen, wie ſie dort in den kadenfenſtern ausgeſtellt ſind, können ſich keine Vorſtellung davon machen, wie köſtlich ſie iſt, wenn ſie friſch und in Cen⸗ walarabien gegeſſen wird. Ebenſowenig iſt ſie, wenn ſie ſuiſch geſammelt iſt, erhitzend, ein Fehler, welcher der gedörr⸗ ten Frucht überall eigen iſt, und ihre Nahrhaftigkeit, ſo groß

dieſelbe auch iſt, verurſacht keine Sättigung; kurz die Dattel

it ein Nahrungsartikel, der gleichzeitig höchſt wohlſchmeckend und geſund iſt. Die Wohlfeilheit dieſer Frucht in ihrem Vaterlande iſt ganz erſtaunlich. Genug von den beſten Dat⸗ eln aus den Bereydah⸗Gärten, um ein arabiſches Tuch zu füllen, das 15 Zoll lang und eben ſo breit war, koſteten barakat und mir nur drei Farthings. Wir hingen das Duch in unſerm Zimmer an dem Balken der Decke auf, um die leckre Frucht vor den Ameiſen zu bewahren, und der ſüße Saft tröpfelte drei Tage auf den Fußboden herab, ehe wir die Früchte darin verzehren konnten, obgleich wir bei jedem

Mittag⸗ und Abendeſſen davon genoſſen. Dattelbäume ſind

h doher die Hauptquelle des arabiſchen Bauers, und eine kleine

Lalmen⸗Pflanzung muß oft einen armen Städter oder Dorf⸗ rwohner ganz allein erhalten. Die Frucht dient theils ihm urd ſeinen Hausgenoſſen zur Nahrung, wobei ſie die Stelle iinnimmt, welche in Deutſchland und Frankreich das Brod nct, und der Reſt derſelben wird oft in großen Maſſen nach hemen und Hedſchas ausgeführt, die in dieſer Beziehung von der Natur weniger begünſtigt ſind. Die Dattelbäume eines

Fändes im Kriege niederzuhauen, iſt eine böſe That; das

ſichen eines wachſenden Wohlſtandes. Die Mohammedaner

elee eines neuen Feldes mit Dattelbäumen das erſte

rnangeln ſelten zu verſichern und zu glauben, der Dattel⸗

Folge. 671 baum könne nur in Ländern gefunden werden, deren Einwoh⸗ ner ſich zum Islam bekenneten; die Dattel ſei ein Segen, welcher den Gläubigen nie fehle, aber auch ihnen nur allein vorbehalten ſei. Wäre das in der That der Fall, ſo wären viele ſchöne Pflanzungen in Haſa und Omen, einige Diſtricte in Schomer gar nicht zu erwähnen, zum Verdorren verur⸗ theilt. Aber Er, der Seine Sonne über Gerechte und Un⸗ gerechte aufgehen läßt, hat den Dattelbaum nicht blos für Mohammedaner wachſen laſſen, und unter den Mauern von Conſtantinopel ſind ſeit den Tagen, wo der Islam zur Zeit Mohammed's II. dort eingeführt worden, keine großen Dattelpalmen⸗Pflanzungen gewachſen. Der Glaube iſt kin⸗ diſch, und verdient nur inſofern Erwähnung, weil er dem Wahnbegriff ähnlich iſt, daß ein ſchlechtes Jahr, ein Erd⸗ beben ꝛc. als eine Strafe Gottes zu betrachten ſei. C.

Eine lebende Uhr.

Für Jäger, welche keine Taſchenuhr bei ſich führen, ſorgt der Wald mit einer lebendigen Uhr, nämlich dem Ge⸗ ſang der Vögel.

Nach der Nachtigall, welche faſt die ganze Nacht hin⸗ durch ſchlägt, iſt der Buchfink der früheſte Sänger unter den Vögeln, und er giebt das Signal. Sein Geſang ertönt, noch ehe die Morgenröthe am Himmel erſcheint, und läßt ſich des Morgens von halb zwei bis zwei Uhr vernehmen.

Von zwei bis halb drei Uhr erwacht die Grasmücke mit ſchwarzem Kopfe und ſie läßt ihren Geſang hören, der mit dem der Nachtigall wetteifern würde, wäre er nicht ſo kurz.

Von halb drei bis drei Uhr ſcheint die Wachtel, die Freundin der unglücklichen Schuldner, ſie durch ihren Ruf: Paye tes dettes! Paye tes dettes! warnen zu wollen, ſich nicht von dem Sonnenaufgang überraſchen zu laſſen.

Von drei bis halb vier Uhr ertönt der melodiſche Ge⸗ ſang der Grasmücke mit der rothen Bruſt.

Von halb vier bis vier Uhr hört man die ſchwarze Am⸗ ſel oder Spottdroſſel, welche alle Melodieen ſo gut lernt, daß in Frankreich Herr Dureau de la Malle alle Amſeln in einem Canton die Marſeillaiſe ſingen ließ, die er einer gelehrt hatte, der er dann die Freiheit wieder gab.

Von halb fünf bis fünf Uhr läßt die Meiſe ihr Lied⸗ chen ertönen.

Von halb ſechs bis ſechs Uhr macht ſich dann der Haus⸗ ſperling bemerkbar. 8

Iſt es nicht reizend eine Uhr zu haben, die dem frühen Jäger die Stunden ſingt? C

Misrellen. In der Schlacht bei Miani meldtte ſich ein Officier bei Sir Charles Napier und ſagte:Sir Charles, wir haben eine Fahne erobert. Der General ſah ihn an, gab aber keine Antwort und ſetzte ſein Geſpräch mit einem Andern fort. Der Officier glaubte nicht verſtanden worden zu ſein und wiederholte:Sir Charles, wir haben eine Fahne er⸗ obert,So ſcheren Sie ſich zum Teufel, donnerte Napier ihn an,und erobern Sie noch eine.

In ſeinen Memoiren erzählt Guizot eine charakteriſtiſche Anekdote: Als die Kataſtrophe von 1848 die alten Staats⸗ lenker nach England verſprengt hatte, ſahen ſich Guizot und Metternich zu London in einem ariſtokratiſchen Cirkel wieder. Der franzöſiſche Flüchtling tritt an den öſterreiſchiſchen heran und ſtellt ihm folgende Frage:Erlauben Sie mir eine