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Vierte Folge.
nuch Häuſer von Unſchuldigen inz Brand, und das wurde dann eine neue Gelegenheit für die entmenſchten Banden die Plünderung von vorn zu beginnen.
Eine der ſchönſten Kirchen in Biar iſt die von nuestra Señ5ora de Pilar, die theilweiſe eine arabiſche Moſchee oder Schloß geweſen ſein mag, wie man aus den leider hin und wieder in Trümmern liegenden Arcaden wohl annehmen kann, welche die Kirche nach einer Seite begrenzen. Die herrlichen Säulen, die leicht geſchweiften Bogen gewähren noch in ihrer halben Zerſtörung einen herrlichen Anblick. Zu bewun⸗ dern aber iſt der ganze Umriß des kühnen luftigen Baues. Die zierlichen Arabesken längs der Wände, die wohlerhalte⸗ nen goldenen, phantaſtiſch verwebten Blumengewinde, welche die einzelnen noch wohl erhaltenen Deckengewölbe zieren, deuten auf den hohen Standpunkt, welchen die Kunſt unter den damaligen mauriſchen Bewohnern jener ſpaniſchen Lan⸗ destheile eingenommen hatte. Vergoldung, Malerei und Bildwerke ſind in den noch bedeckten Theilen der Arcaden vollkommen friſch und wohl erhalten. Die idealen Schöp⸗ fungen der Araber vermochten dem Zahne der Zeit vollkom⸗ men ſo gut zu trotzen als die Bild⸗ und Schnitzwerke der wlten Kirchen und Bauten im gothiſchen Style.
Größer noch iſt der Eindruck, den dieſe ſchönen Ueber⸗ weſte zugleich mit der Kirche ſelbſt in der Mondbeleuchtung hervorbringen. Zart und duftig wie morgenländiſche Träume, ſcheinen unter ſolchem Lichte die blendend weißen Säulen⸗ gänge mit ihren gebrochenen Bogendecken im dunkeln Aether zu ſchwimmen. Unmerklich verlieren ſie ſich in des Himmels beſterntem Blau, welches zur azurnen Decke wird, die ſich langſam über ihnen zu wölben beginnt. Dann nehmen die Gebäude die Geſtalt eines ringsum offenen, mächtigen Tem⸗ pels an, in dem die Genien der allgewaltigen Liebe bereit ſind, ihre heiligen Myſterien zu feiern, wie ſie von den aller⸗ euſten Bekennern des Chriſtenthums ſelbſt im Morgenlande geübt wurden.
Aber nicht immer war meine Phantaſie, durch meine
Liebe zur Kunſt getragen, ſo ſchwebend und in ſo guter Laune
als an dieſem Tage.
Gleich nach dem Ueberfall, den der Rittmeiſter Craw⸗ ſord vom 20. Dragonerregiment im Jahre 1813 auf ſeinem Borpoſten bei der Kapelle erlitten, hatte man im engliſchen Hauptquartiere zu Caſtalla in Erfahrung gebracht, daß jener Ueberfall nur ein Vorverſuch geweſen, hinter dem ein größe⸗
ſpäter ausgeführt werden ſollte. In Folge dieſer Kunde mußte das zu jener Zeit aus 4 JInfanteriebataillons, einer reitenden Batterie und 6 Escadrons beſtehende, in die größte Kähe des Feindes vorgeſchobene Corps, von Anbeginn der Nacht bis zu Tagesanbruch, drei Wochen lang im Angeſicht der ſchönen Kirche del Pilar auf dem großen Platze unter dem Waffen ſtehen. Wenn uns dann mit Herannahen des Morgens unter ſtark wie Regen eiskalt fallendem Thau zu ſchütteln begann, dann ſahen wohl die Meiſten von uns Anderes, als was ich heute auf dem großen Platze wahrnahm und bewunderte, dann erblickten wir in der kleinen ſo wun⸗ dervollen Alhambra neben dem Dom, die uns zu Anfang enſerer Nachtwachen ſo manchen Stoff zur Unterhaltung ge⸗ b peben und die archäologiſchen Kenntniſſe manches Cameraden zu Tage gefördert hatte, den man bislang nur für einen bra⸗ ven Soldaten gehalten, in den vom nüchternen Mondſchein deleuchteten Bauwerksreſten, nichts weiter als ein buntes Ge⸗ virr weißgrauer Steine, die uns umſomehr langweilten, je
von Tibi und Onnil den Weg es Unternehmen, ein Ueberfall auf die ganze Avantgarde
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länger wir ſin ihrer Nähe auszuharren durch den ſtrengen Vorpoſtendienſt gezwungen waren.
Heute aber war das ein Andres. Das alte Mauren⸗ ſchloß ſtand wieder in der vollen Glorie ſeiner ſchönen archi⸗ tektoniſchen Verhältniſſe vor meinen Blicken da. Es wurde mir ſchwer von dem Platze zu ſcheiden, wo wir hingeſtreckt auf dem Steinpflaſter, unter dem Stampfen und Wiehern der Roſſe, die Guitarrenklänge der Calabreſen heraushörten, die ſich in weichen ſehnſuchtsvollen Liedern ihres fernen Vater⸗ landes erinnerten und die Zeit der Nachtwache verkürzten, wäh⸗ rend Engländer und Deutſche um den vollen Punſchkeſſel ſaßen und Papiercigaretten ſchmauchten. Dann horchte auch wohl halb verborgen hinter den ſeidenen Behängen des nahen Balcons eine gefühlvolle Spanierin den in ihrem eigenen Herzen wiederklingenden Tönen. Echtes Ritterthum und ſinnige Minne! wahrhaftig, man konnte zu Zeiten kein lebendi⸗ geres Bild davon ſehen als in ſternhellen Nächten hier auf dem großen Platze von Biar, neben den hohen Portalen und den ſchlanken Säulen des in ein chriſtliches Gotteshaus ver⸗ wandelten Maurenſchloſſes. Für ein ſolches aber bin ich nach Form und nach der theilweiſe noch vorhandenen Umwallung es zu halten weit eher geneigt als für die Ueberreſte einer Moſchee, deren Halbmond dem Kreuze hat weichen müſſen, wie bei den ſpaniſchen Alt⸗Gläubigen die Sage geht.—
Auf dem Wege mein ehemaliges Quartier aufzuſuchen, welches, als eins der im Orte allerhöchſt gelegenen Gebäude, mit Schießſcharten verſehen und in ein kleines Fort umgewan⸗ belt war, erblickte ich Sir Robert Crawford, der mir von einer Straßenecke dem großen Platze gegenüber ganz gegen ſeine ſonſtige ſehr ruhige Gewohnheit mit faſt neapolitani⸗ ſcher Lebendigkeit Zeichen machte, aus denen ich halb und halb ſchon entnehmen konnte, daß er mir Mittheilungen von Wichtigkeit zu machen hatte.— Und intereſſant, ſelbſt wichtig genug für einen Reiſenden, dem als Militär alles was zum Kriegsweſen gehörte am Herzen lag, war der Inhalt ſeines kurzen Rapports.
Unſer ſpaniſcher Kriegscamerad von geſtern war ihm ſoeben begegnet und hatte ihm im Vorübergehen flüchtig er⸗ zählt, daß ſeine Schwadron ſoeben den Befeyl zum Ausrücken erhalten, um einen Trupp carliſtiſcher, wahrſcheinlich ver⸗ ſprengter Lanceros abzuſchneiden, die mit unbegreiflicher Ver⸗ wegenheit, kurz nach Tagesanbruch, aus dem Gebirge herab⸗ gekommen, wahrſcheinlich in der Abſicht durch die Engpäſſe Concentaya zu erzwin⸗ gen.„Es iſt ein ſchwacher Haufen, der Spaß wiro nicht allzu lange dauern und wir haben ſie!“ hatte er im Forteilen geſagt.„Suchen Sie einen Punkt innerhalb der Ihnen be⸗ kannten nächſten Umgebung, um Zeuge von der Affaire zu ſein, wenn ſie nahe kommen ſollten. Jedenfalls aber war⸗ ten Sie mit Ihrem Freunde den völligen Ausgang ab; dann gebe ich Ihnen, um für alle Fälle geſichert zu ſein, eine Salva guardia mit bis nach Caſtalla. Von da nach Valencia iſt die camina real völlig ſicher und die ganze Gegend von Marodeuren und ſonſtigem noch übrig gebliebenen Geſindel des Morato und Conſorten geſäubert.“
Es mochte kurz nach 1 Uhr Mittags ſein, als die Esca⸗ dron ohne Sang und Klang unter Beobachtung der nothwen⸗ digen Vorſichtsmaßregeln Biar verließ. Die eine Hälfte zog des Weges auf Caſtalla, die andere marſchirte aus einem Ne⸗ benthore hinaus, welches in das bei den Städten Onnil und Tibi auslaufende Gebirge führte. Unſer Bekannter, der Ritt⸗ meiſter Torreno, welcher die ſtärkſte Abtheilung befehligte, grüßte uns freundlich, als er auf ſeinem ſchönen andaluſiſchen


