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Daß bei dieſer Art von Landesverwaltung, die eigentlich bei vorkommenden Conflicten mit den ge⸗ wohnlichſten Menſchenrechten auf Gewalt ausging und jene Menſchenrechte mit Füßen trat, von einer wah⸗ ren in die Intelligenz übergegangenen Religioſität des Königs Wilhelm nicht die Rede ſein konnte, liegt wohl klar genug zu Tage. Er war hierüber wohl nie mit ſich ſelbſt zum Abſchluß gekommen und lag noch tief in der Idee befangen, daß Alles Heil, Se⸗ gen, Gnade und Beglückung ſei, was den Untertha⸗ nen durch einen Fürſten beſchieden wäre, ganz gleich⸗ viel, ob dieſes Geſchick in Vernichtung der Freiheit oder in Erhöhung zu Orden und Ehrenſtellen beſtehe.
Manches vom Geiſte der Geſetze Wilhelm's blieb während der Regierungszeit ſeines Sohnes ſitzen und einzelne Nachklänge haben ſich bis heute unverwüſt⸗ lich erwieſen. Es iſt ſehr leicht, den Unterthan vom Werbeſyſtem zu befreien, wenn man es ihm zur Eh⸗
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besbeſchaffenheit nach dadurch zu documentiren, daß er ſeiner Militärpflicht hat genügen— dürfen. Der Verfaſſer hat Friedrich, den Kronprinzen, nicht mit Vorliebe und Sympathie behandelt, ja er bat vielleicht manche frühe Schattenlinie im Charak⸗ ler desſelben mit zu viel Nachdruck hervorgehoben, ohne doch dieſe Strenge durch eine genaue Unter⸗ ſuchung des Thatſachenbeſtandes zu berechtigen. Im⸗
gegneriſchen Standpunkt manches intereſſante Streif— licht hervor. Dagegen iſt es billig, daß das Geſammt— urtheil der Geſchichte über viele einzelne Schwächen hinwegſteht und, den Blick auf's große Ganze gerich⸗ tet, die reformatoriſche Macht anerkennt, mit welcher dieſer Hochbegabte ſpäter als Monarch den preußi⸗ ien Staat und überhaupt die europäiſche Politit umformte und mit einer neuen Grundlage verſah.
Reminisrenzen aus den ſpaniſchen Kriegen. Von E. Heuſinger. (Schluß.) II. Bild.
Es war anfänglich unſer Vorſatz geweſen von dem Wachtpoſten an der Kapelle, wo wir die Bekanntſchaft des Rittmeiſters Torreno gemacht, direct nach Caſtalla zurückzu⸗ kehren und von da weiter über Alcoy und St. Felipe nach Valencia zu reiſen. Indeſſen war zugleich der Wunſch in uns rege geworden, Biar noch einmal wieder zu ſehen, das freundliche Städtchen, worin deutſche Huſaren mit dem 20. Dragonerregimente und dem immer lebensfrohen thatendur⸗ ſtigen calabreſiſchen Freicorps unter dem Wechſel der Kriegs⸗ geſchicke manch ſchweren, aber auch fröhlichen Tag verlebt hat⸗ ten. Zudem ließ der Conde Torreno, unter welchem in der ſpaniſchen Geſchichte berühmten Namen der Befehligende des Reitercorps ſich bei der bald nachher erfolgenden Ablöſung von uns verabſchiedete, eine freundliche Einladung an uns ergehen, ihn in ſeinem allogamento in der Stadt zu beſuchen, ſodaß wir beſchloſſen, einen vollen Tag unſerm alten Quar⸗ tierſtande zu widmen.—
Als wir den gewundenen Felſenweg hinanritten, be⸗ grüßte ich als einen erſten alten Bekannten einen kleinen Aquaduct, der das aus dem nahen Felſen ſprudelnde kryſtall⸗ helle Waſſer in ein ſchön gearbeitetes Marmorbecken ergießt. Hier hatte ich mich früher oft während eines heißen Tages an einem friſchen Trunke gelabet, und nebenbei die ſchönen Formen der mitunter ſo reizenden Waſſerträgerinnen bewun⸗ dert. Wie oft hatte ich mich daran ergötzt, wenn die Jünge⸗ ren unter ihnen noch einen letzten verſtohlenen Blick auf den glänzenden Waſſerſpiegel warfen, um das Bild ihrer ſchlan⸗
man mehr bewundern ſollte,— die graziöſe Haltung bei die⸗ ſem ſo liebenswürdig ausgeführten weiblichen Manoeuvre, oder das Auge, aus dem Blitze wie Sonnenſtrahlen nieder auf das Waſſer fielen.
Auch heute war das Baſſin von ſchönen waſſerſchöp⸗ fenden Frauen umringt; aber nur wenige unter ihnen ſchie⸗ nen geneigt ihr Bild im ſchönen Sprudel zu ſehen. Die an den Frauen von Biar ſprüchwörtlich gewordenen Feuerblicke ſchienen getrübt, wenn nicht erloſchen von den zahlloſen Thränen, welche dieſe Augen über die Gräuel des Bürgerkrie⸗ ges vergoſſen hatten, der hier noch ganz zuletzt, angefacht durch den geiſtlichen Oberhirten von Orihuela, in ſeiner ganzen entſetzlichen Mordluſt gewüthet hatte.
Wie man mit der politiſchen Stimmung der Einwoh⸗ ner von Biar daran war, das war auf den erſten Blick ſchwierig zu ermitteln. Während der obere Stadttheil ſtreng chriſtiniſch geſinnt war, ſchien die untere Stadt, die jedem Ueberfall zuerſt ausgeſetzt war, ohne ſich viel zur Wehr ſetzen zu können, bald der einen, bald der andern Partei, je nach⸗ dem ſie Sieger war, ergeben geweſen zu ſein. So hatten ſich die unteren Bewohner bei dieſer wandelbaren Neutrali⸗ tät beſſer befunden als ihre auf der Höhe des Bergkegels wohnenden Mitbürger, die nicht ſelten, durch ihre Lage be⸗ günſtigt, eine Vertheidigung auf Tod und Leben unternah⸗ men. Von ihnen hatte Cabrera zwanzig Männer und vier Frauen erſchießen laſſen, die den erſteren den Schießbedarf zutrugen, als einer ſeiner Unteranführer ſich nach hartnäcki⸗ gem Kampf in Beſitz der der Königin treuen oberen Stadt geſetzt hatte. Den Alcalden nöthigten die Barbaren, ſich ſelbſt an dem Balcon ſeines eigenen Hauſes zu erhängen. Dann wurde der Ort geplündert und die Häuſer jener Pa⸗ trioten niedergebrannt, weil ſich Niemand finden wollte ſie
vollen Zügen lächelnd darin zu erblicken, während ſie da Gefäß auf den Kopf hoben! Man wußte oft nicht, was
ken Geſtalt oder das edel geformte Geſicht mit den d ſeen
12 kaufen, um dadurch dem Don Carlos neue Mittel in ſeine
eere Kriegscaſſe zu liefern. Es geriethen dann gewöhnlich
renſache macht, den Titel«Wohlgeboren“ ſeiner Lei⸗
merhin bringt aber auch eine ſolche Auffaſſung von
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