Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
660
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Novellen

He das alſo iſt des Pudels Kern? fiel der Student hohnlachend ihm in's Wort.Sie ſind wohl gekommen, um dieſe Furien über mich heraufzube⸗ ſchwören? Geben Sie ſich keine Mühe, mein Beſter; vorerſt fühle ich mich in dieſen Verhältniſſen noch ſehr wohl; was ſpäter kommt, darüber nachzudenken habe ich noch keine Zeit gefunden.

Ernſt, ich bitte, ich beſchwöre Dich, werde ein Anderer, gieb unſeren armen Eltern den Frieden wie⸗ der, den Du ihnen geraubt haſt! bat Röschen mit Thränen in den Augen.

Das iſt eine kindiſche Bitte, deren Erfüllung ich, wie ich Dir ſchon oft eroͤrtert habe, nicht zuſagen kann, erwiderte der Student kalt und gemeſſen.Der alte Mann aber glaubt, ich ſei der Verworfenſte un⸗ ter der Sonne; er verlangt, ich ſollepater peccavi ſagen und mich in ein einſames Kämmerchen einſper⸗ ren laſſen! Glaubt er vielleicht, daß ich ein Schul⸗ knabe ſei, dem er die Bibel in die Hand drücken könne, damit er daraus die Erkenntniß ſeiner Sün⸗ den ſchöpfe?

Ernſt, das hat unſer Vater nie gewollt! er widerte Röschen raſch.Er wird Dich mit offenen Armen empfangen

Ja wohl! höhnte der Student.Hat er nicht auch geſagt, er wolle ein Kalb ſchlachten zur Feier der Rückkehr ſeines verlorenen Sohnes? Geh', Deine ſüßen Worte bethören mich nicht; ich will bleiben, was ich bin; das Vagabundenleben gefällt mir beſſer, als das eintönige Einerlei da unten!

Habe Du Erbarmen mit ihm, Vater im Him⸗ mel! ſeufzte das Mädchen rathlos;hier iſt meine Weisheit zu Ende.

Hartwig zog die Geliebte an ſeine Bruſt.Ich dachte nicht, daß jedes beſſere Gefühl in ihm ſo ganz erſtickt wäre, ſagte er leiſe;hätte ich es gewußt, würde ich Deine Begleitung nicht angenommen haben.

Der Student hörte dieſe Worte nicht mehr; er hatte die Ruine verlaſſen; als die Beiden aufblickten, war er verſchwunden.

Der Vater hatte Recht, ſagte Röschen auf dem Heimwege;nur die gewaltige Hand Gottes kann ihn auf den beſſeren Weg zurückführen, menſch⸗ liches Dichten und Trachten vermögen hier nichts mehr.

Die Antwort des Regierungsraths Hartwig traf

früher ein, als der Maler erwartet hatte; aber nicht die Poſt, ſondern ein elegant gekleideter, bereits ziem⸗ lich bejahrter Herr brachte ſie. Der alte Herr ſchrieb

in dieſem Briefe, die Verlobung habe ihn zwar über⸗ raſcht, aber auch in hohem Grade erfreut; wenn er auch Röschen nicht kenne, ſo gehe doch aus ihren

Zeitung.

Portrait hervor, daß ſie ein eben ſo ſchönes, als tu⸗

gendhaftes und gebildetes Mädchen ſei, und dieſes gleiche den Mangel au Vermögen vollſtändig aus.

Er ſtelle dem Sohne fünftauſend Thaler zur Verfü⸗

gung, dieſe würden vorausſichtlich zur Beſchaffung

der Ausſteuer und zur Einrichtung des Ateliers hin⸗ reichen. Das aber ſei Alles, was er thun könne;

Hermann müſſe nun ſein Talent, welches bei Gele⸗

genheit der jüngſten Kunſtausſtellung allſeitig Aner⸗

kennung gefunden habe, zu verwerthen ſuchen. Dieſem Briefe waren einige Zeilen an Röschen

und deren Vater beigefügt, die dem Herzen wie dem

Verſtande des Regierungsraths zu hoher Ehre ge⸗

reichten.

Und was verſchafft mir das Vergnügen, Sie

hier zu ſehen? fragte Hartwig den fremden Herrn, der am Fenſter ſtand und ſinnend auf die Berge

hinausſchaute.

nere Seite des Couverts zu werfen, erwiderte der Fremde,nachher werde ich Sie mit meinen Wün⸗ ſchen bekannt machen!

Der Ueberbringer dieſes Briefes, Herr Polizei⸗ Inſpector Rabe, tritt in dem Augenblick, in welchem ich dieſen Brief ſiegeln will, ein, las Hartwig;eine beſondere Miſſion führt ihn nach dort, ich gebe ihm dieſen Brief mit und bitte Dich, ihn nach Kräften zu unterſtützen.

Herrn Vater um einige empfehlende Zeilen an Sier zu bitten, ſagte der Inſpector, als Hartwig den Brief wieder in das Couvert ſchob;meine Aufgabe

ſchon ſeit einigen Wochen in dieſer Gegend weilen, ſo

Der Wunſch meines Vaters iſt mir Befehl, fiel Hartwig ihm zuvorkommend in's Wort. auch ohne dieſe Empfehlung würden Sie mich zur thatkräftigem Beiſtande gerne bereit gefunden haben. Ich bitte, nehmen Sie Platz, zünden Sie eine Cigarre an und theilen Sie mir mit

Vorher eine Frage, wenn Sie erlauben, un⸗ terbrach ihn der Inſpector, während er der Aufforde⸗

in dieſer Gegend genau bekannt?

Was die romantiſchen Punkte betrifft, aller⸗ dings!

Aber die Leute im Dorfe und in der Umge⸗ gend kennen Sie auch dieſe?

Nein; wenn Sie über dieſe Auskunft zu erhal ten wünſchen, ſo glaube ich, daß es am Beſten iſt,

Zeilen, aus dem Briefe ihres Vaters und aus dem

wenn Sie ſich an den Vater meiner Braut wenden.

Haben Sie die Güte, einen Blick auf die in

Entſchuldigen Sie, daß ich ſo frei war, Ihren

Aber

rung des jungen Mannes Folge leiſtete.Sind Sie

iſt eine ſehr ſchwierige, und da ich vernahm, daß Sie

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