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eine ebenſo offene Antwort wünſche. Röschen! Was habe ich Ihnen gethan, daß Sie in den letzten Ta⸗ gen ſo kalt und theilnahmlos an mir vorbeigingen?“
Purpurgluth übergoß die Wangen des Mädchens; Hartwig fühlte, wie ihre Hand in der ſeinigen zit⸗ terte.„Das kann, das darf ich Ihnen nicht ſagen,“ ſtotterte ſie verlegen.
„Röͤschen; was es auch ſein möge, ſagen Sie mir die Wahrheit. Sie ahnen vielleicht nicht—“
Doch, ich ahne es, und daß ich es ahnte, das war ja der Grund meiner Kälte, die zu heucheln mir ſelbſt ſo unſägliche Ueberwindung gekoſtet hat!“ rief das Mädchen, unfähig, ihre Gefühle zu bemeiſtern.
Ein Lichtſtrahl erhellte plötzlich das Räthſel, welchem Hartwig ſo lange nachgegrübelt hatte. Jetzt ward ihm Alles klar; Röschen hatte ihn gemieden, weil ſie befürchtete, er werde bereuen, ſich mit der Schweſter eines Mannes verlobt zu haben, den er verachten mußte.
„Röschen, das konnteſt Du glauben?“ fragte er, indem er die Geliebte an ſein Herz zog.
„Mußte ich es nicht befürchten?“ flüſterte ſie, in⸗ dem in ihren blauen Augen das beſeligende Entzücken der Liebe leuchtete.„Hermann! Ich liebte⸗ Dich, ehe Du eine Nacht unter dieſem Dache verbracht hatteſt; aber damals wußte ich es noch nicht. Erſt ſpäter, als ich in Deinen Augen die Erwiederung meiner Liebe las, da fühlte ich, was mein Herz bewegte, und ich erſchrak vor den Folgen. Wenn Du erfuhrſt, daß mein Bruder ein verlorener Menſch iſt, ein Menſch, den Du verabſcheuen mußteſt, dann, ſo befürchtete ich, würde die Reue Deine heilige, reine Liebe er⸗ ſticken und—“
„Nein, nein!“ fiel Hartwig lächelnd ihr in's Wort, während er leiſe über die blonden Locken der Geliebten ſtrich.„Wenn Du das befürchten konnteſt, dann kennſt Du das Weſen der Liebe noch nicht. Die Liebe kann jedes Opfer bringen, und mich wird ſie nur unterſtützen in dem Beſtreben, Deinen Bruder auf einen beſſeren Weg zurückzuführen. Morgen früh wollen wir Deine Eltern um ihre Einwilligung zu unſerm Bunde bitten, und dann ſchreibe ich augen⸗ blicklich meinem Vater, der uns ſein Jawort nicht verweigern wird. Iſt das geſchehen, ſo ſuche ich Dei⸗ nen Bruder auf—“
„Und ich begleite Dich,“ unterbrach ihn Röschen raſch;„verſprich mir, daß Du mir das erlauben
willſt!“
Hartwig blickte lange in die ſchönen Augen, aus denen eine reine, fromme und liebeglühende Seele ihn anſchaute; zer hätte in dieſem ſüßen Augenblick
Novellen⸗Zeitung.
ſein Glück nicht für alle Schätze der Welt hingeben mögen.
„Es ſei,“ fuhr er endlich fort;„ich habe dann einen guten Engel zur Seite, der ſeine Bitten mit den meinigen vereinigen wird.“
Röschen drückte raſch einen Kuß auf die Lippen ihres Bräutigams, dann entwand ſie ſich ſanft ſeinen Armen.„Es iſt ſchon ſpät,“ ſagte ſie;„wir wollen zur Ruhe gehen. Wie glücklich werden meine Eltern ſein, wenn ſie morgen erfahren, daß ihr ſchönſter Wunſch erfüllt iſt!“
„Und doch waren Deine Eltern in den jüngſten
Tagen nicht mehr ſo zutraulich—“
„Daran trage ich allein die Schuld, Geliebter; ich hatte ihnen die Gründe genannt, die mich be⸗ wogen, kalt und zurückhaltend gegen Dich zu ſein, und ſie gaben mir Recht.“
„Und das konnteſt Du über's Herz bringen?“ fragte Hartwig in ſcherzhaft drohendem Tone. 8
„Vergieb, mein Geliebter!“ erwiderte Röschen bittend;„Du ahnſt nicht, welche Wunde ich ſelbſt meinem Herzen dadurch ſchlug.“—
„Gott ſegne und behüte Euch, meine Kinder!“ ſagte der Pfarrer, Morgen um ſeinen Segen bat, und ſeine Stimme zitterte vor freudiger Rührung.„Das iſt in der That eine Ueberraſchung, an die ich in meinen kühn⸗ ſten Träumen nicht gedacht hätte. kenne ich die Gnade und Liebe Gottes,
und ihm danken für das Gute, welches er mir er⸗ zeigt!“
fühlte Hartwig, der früher im Kreiſe übermüthiger
Zecher oft in ihren Spott über die Religion einge⸗
und tiefe Fröm⸗ ne am Gebete
ſich durch die wahre Mannes zur Theilna
ſtimmt hatte, migkeit dieſes hingeriſſen.
„Was aber wird Ihr Vater dazu ſagen?“ fragte die Pfarrerin, die nicht minder erfreut war über dieſe Verlobung.„Die Wünſche des Herrn Regierungs⸗ raths gehen vielleicht höher hinaus; wenn ihm nun die ſchlichte Pfarrerstochter nicht genügte—“
„Mein Vater iſt ein vernünftig denkender Mann,“
unterbrach Hartwig ſie ruhig;„ſein Herz hat nie an
Rang und Reichthum gehangen.“
„Wenn er noch ſo ſchlicht und einfach iſt, wie er damals war, dann dürfen wir ſeiner Einwilligung gewiß ſein,“ ſagte der Pfarrer;„er ſelbſt hat ja bei der Wahl ſeiner Gattin weder auf den Stand, noch auf die Mitgift geſehen.“
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Daran aber er⸗ und ſo wil ich denn geduldig tragen, was er über mich verhängt,
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Bei den letzten Worten nahm der alte Manna ſein Sammtkäppchen vom Haupte, und unwillkürlich
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