Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
657
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Vierte Folge.

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Gine Mlochenchronik für iteratur, Aunst, ſchöne Mliſſenſchaſten und Geſellſchaſt.

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am 20. October 1865.

III. Jahrgang.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Zurch Kampf zum Frieden.

Novelle

von

Ewald Auguſt König. (Fortſetzung.)

Röschen hatte inzwiſchen eine Lampe angezündet und ſie vor den Maler hingeſtellt, der aus ſeinem Sinnen erſt aufwachte, als die alten Leute ihm gute Nacht boten.

Das iſt ein ſchweres Schickſal für meine armen Eltern, ſagte Röschen bewegt, als ſie dem jungen Manne, wie ſie dies jeden Abend that, die Hand bot. Es ruht auf unſerer ganzen Familie wie ein Fluch, dem Jeder ausweicht. Wenn die Leute uns auch ihre Theilnahme beweiſen, wenn ſie auch durch verdoppelte Freundlichkeit uns die ſchwere Laſt weniger fühlen laſſen wollen, ſie weichen uns doch Alle aus, und im

Herzen iſt Jeder froh, daß er nicht in unſern Schu⸗ hen ſteckt.

Das iſt ein hartes Urtheil, Röschen, fiel Hart⸗ wig dem Mädchen in's Wort.Wie können Sie glauben, daß die Schande des Sohnes auf die Eltern zurückfalle?

Iſt es nicht ſo? fuhr Röschen fort, und der bebende Ton ihrer Stimme verrieth ihre leidenſchaft⸗ liche Aufregung.Seien Sie offen, Herr Hartwig; würden Sie jetzt, nachdem Sie die Schattenſeiten unſerer Familie kennen, ſich nicht ſehr bedenken, in ein engeres, freundſchaftliches Verhältniß zu uns zu treten? Würden Sie nicht befürchten, der ungerathene Sohn könne dem Freunde ſeines Vaters Unannehm⸗ lichkeiten bereiten?

Nein, Röschen; niemals würden dieſe Zweifel und Befürchtungen in meiner Seele auftauchen, ent⸗ gegnete Hartwig mit herzlicher Wärme,das verſichere ich Sie auf mein Ehrenwort. Aber nun Sie mich um eine offene Antwort gebeten haben, nun noͤchte ich auch Ihnen eine Frage vorlegen, auf welche je⸗