Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
643
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Tochter wendend, fort, ehe der Maler Zeit zu einer Erwiderung fand;derſelbe Wuchs, derſelbe Gang, dieſelben Augen

Aber nicht ganz dasſelbe Gemüth! fiel Hart⸗ wig ihm lächelnd in's Wort.Er iſt im Laufe der Jahre ernſt und ſtreng geworden, und das werde ich niemals werden.

Sagen Sie das nicht, erwiderte der Pfarrer. In Ihrem Alter war Ihr Vater ein flotter Bruder Studio. Aber jetzt kommen Sie in's Haus, Röschen ſoll Ihnen Ihr Zimmer zeigen, und nachher ſetzen wir uns in die Laube und verplaudern ein Stünd⸗ chen.

Aber der gute Pfarrer ſollte das nicht ſo raſch, wie er wünſchte, abgemacht ſehen, denn die Pfarrerin kam jetzt auch hinzu, um den Gaſt zu empfangen, und ihre theilnehmenden Fragen, ob er auch müde ſei, wie ihm das, was er von ihrer Heimath ſchon geſehen habe, gefalle, ob er nun auch recht lange zu bleiben Fedenke, wollten kein Ende nehmen.

Der Pfarrer machte endlich ſeine Gattin darauf aufmerkſam, daß der junge Herr ſich noch in den Rei⸗ ſekleidern befinde und man ihm vor allen Dingen einen Augenblick Ruhe gönnen müſſe. Jetzt erlaubte auch die Pfarrerin ihrer Tochter, den Gaſt in ſein Zimmer zu führen.

Hartwig fühlte ſich in dem freundlichen, einfach

aber geſchmackvoll eingerichteten Stübchen ſo heimiſch,

daß er am liebſten hier den Abend verbracht hätte. Nachdem er ſich vom Staube gereinigt hatte, trat er an's Fenſter, um die herrliche Ausſicht auf die vom Purpurſchein der ſinkenden Sonne umfloſſene Land⸗ ſchaft zu genießen. Zur Rechten lag das Dörfchen mit ſeinem ſchlanken Kirchthurme, ſeinen Hütten und Obſtgärten am Fuße eines Berges, von deſſen Gipfel eine Ruine träumeriſch in die Lande hinunterblickte; zur Linken fiel der Blick auf einzelne Gehöfte und im Hintergrunde auf hohe, bewaldete Berge, hinter denen der majeſtätiſche Rheinſtrom rauſchte.

Lange ſchaute der junge Mann in dieſe Land⸗ ſchaft hinaus, aber ihre Schöͤnheit beſchäftigte ſeine Seele weniger, als das Bild der hübſchen Pfarrers⸗ tochter, die ſo zutraulich ihn empfangen und mit ihren ſchönen Augen ihm tief, vielleicht ſchon zu tief in's Herz geblickt hatte. Was aber war die Urſache jener trüben Wolke geweſen, die bei ſeiner Behaup⸗ tung, daß ſie eine Freundin der Natur ſein müſſe, ſo plötzlich ihre Stirne umdüſtert hatte? Auch die Züge des Pfarrers trugen den unverkennbaren Stem⸗ pel der Sorge und des Kummers. Laſtete ein gehei⸗ mer Gram auf dieſer dem Anſcheine nach ſo glück⸗ lichen Familie? Nicht das Alter hatte die Haare der

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Eltern Röschens ſo frühzeitig gebleicht, nicht die Zeit dieſe tiefen Furchen in ihre Stirnen gegraben, das errieth Hartwig ſchon in dem Augenblick, in welchem er ihnen zum erſten Mal in's Antlitz blickte. Und daß die Urſache dieſes Grams noch nicht gehoben war, das bewies jene Wolke, welche die Stirne Rös⸗ chens umdüſtert hatte.

Dem Maler blieb nicht die Zeit, lange darüber zu grübeln, denn der Pfarrer klopfte bald darauf an und lud ſeinen Gaſt ein, in der Laube eine Flaſche mit ihm auszuſtechen.

Im Laufe des Abends fand Hartwig Gelegen⸗ heit, Röschen und deren Eltern näher kennen zu ler⸗ nen. Er war auf ſeinem Lebenspfade ſelten ſo lie⸗ benswürdigen, offenherzigen und vertrauenden Men⸗ ſchen begegnet; er wußte nicht, was er mehr bewun⸗ dern ſollte, die Gemüthstiefe und Toleranz des Pfar⸗ rers, die Gutherzigkeit und vertrauende Offenheit der Pfarrerin, oder die gediegenen Kenntniſſe und die Beſcheidenheit des ſchönen Mädchens. Er fühlte ſich raſch heimiſch in dieſem Familienkreiſe, heimiſcher, als er ſich je in ſeinem Elternhauſe gefühlt hatte.

Folge.

Vier Wochen wollte Hartwig in dem Pfarrhauſe weilen, und davon waren zwei bereits verſtrichen. Damals, als er Düſſeldorf verließ, hatte er ſich kein beſonderes Vergnügen von dieſer Studienreiſe ver⸗ ſprochen, und jetzt dachte er ſchon mit ſchwerem Her⸗ zen an die Rückreiſe, an den Abſchied von dieſer lie⸗ benswürdigen Familie. Wie raſch waren ihm die Tage verſtrichen! Wie manche ſchöne Stunde hatte er in dieſem Hauſe verlebt! Und wie glücklich war er geweſen, wenn Röschen ihn auf ſeinen Wanderun⸗ gen begleitete, wenn ſie, während er zeichnete, neben ihm ſtand und ihre großen blauen Augen auf ſeiner Zeichnung ruhten! Dann hatte er oft in die inner⸗ ſten Tiefen ihrer unſchuldigen, frommen Seele ge⸗ ſchaut und manche köſtliche Blüthe, manche unſchätz⸗ bare Perle in ihr entdeckt, deren Daſein das Mäd⸗ chen ſelbſt nicht ahnte. Sie hatten ſich unterhalten über Alles, was das Menſchenherz bewegen kann, über Freundſchaft, Religion, Kunſt und Poeſte, nur nicht über das, was ihnen doch am nächſten lag, die Liebe. Und doch liebte Hartwig das Mädchen mit der ganzen Kraft ſeiner Seele, doch fühlte er, daß die Trennung von ihr ihn unglücklich machen werde. Er hatte nicht den Muth, ihr ſeine Liebe zu geſte⸗ hen. Röschen war ſeit einigen Tagen eine Andere geworden, in ihrem Benehmen gegen den Maler hatte Vieles ſich geändert. Früher zuvorkommend und zu⸗ traulich, war ſie jetzt kalt und zurückhaltend, und

wenn Hartwig ſie bat, ihn auf ſeinen Ausflügen zu