Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
620
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Aber zufälliger Weiſe brauche ich ſie, antwortete Flo⸗ rian kalt.

Du willſt ſie doch nur in einem jener Spielhäuſer verſchwenden oder Dich wieder ſo abſcheulich betrinken, ent⸗ gegnete Miſtreß Richley ihm ſpitz.Es iſt zu abſcheulich, mir mein Geld abzuſchwatzen, um Dich dieſen ſchrecklichen Gewohnheiten hinzugeben! Weshalb verdienſt Du Dir nicht ſelbſt Geld?

Ruhig, Mama, ruhig! ſagte der gehokſame Sohn, der ſich träge in eine ſitzende Stellung erhob.Werden Sie nicht heftig, denn es kann Ihnen nichts helfen. Dieſe Zehn⸗ dollarnote wird mir helfen, mein Glück zu machen; ſie iſt be⸗ ſtimmt, die liebenswürdige Laura dieſen Abend in die Oper zu führen!

Unſinn, dieſer ſchöne Plan wird ebenſogut zu Waſſer werden, wie alle Deine übrigen Luftſchlöſſer. Sie wird Dich nicht haben wollen!

O doch, ſie will, meine ungläubige Mama. warten Sie nur noch eine kurze Zeit und Sie werden es ſehen. Ich werde ſie bald bis zu dieſem Punkte bringen, dann werde ich Ihnen aus dem Geldſack meiner Lady Ihr Geld mit Intereſ⸗ ſen zurückzahlen.

Und wirſt Du dann aufhören, die Spielhäuſer zu

beſuchen? O Florian, ſie werden Dich noch ganz zu Grunde richten!

Vielleicht vielleicht nicht! entgegnete der junge Mann unverſchämt.Das wird ganz ſo ſein, wie es mir behagt.

Sowohl die Mutter wie ihr hoffnungsvoller Sohn hat⸗ ten offenbar die Gegenwart des jungen Mädchens, die in dem dunkeln Schatten in der Nähe der Thür ſtand, bis zu dem Augenblick ganz vergeſſen, wo Miſtreß Richley ſich raſch um⸗ drehte und ſie ſah.

Worauf warten Sie noch? fragte ſie ärgerlich. Habe ich Ihnen nicht bereits geſagt, daß ich Ihnen das Geld heute Abend nicht bezahlen werde? Weshalb gehen Sie nicht Ihren Geſchäften nach?

Ihre Wangen rötheten ſich ſelbſt unter der künſtlichen

Röthe, die ſie bedeckte, und ihre kalten grauen Augen funkelten

von ihrem zunehmenden Aerger, als Laura Avery ganz ruhig voranſchritt. Sie nahm eine der Wachskerzen aus dem Por⸗ zellanleuchter, zündete ſie im Kamin und dann die Gaslampe mit feſter Hand an, deren reiche Ringe Miſtreß Richley in Verwunderung verſetzten.

Es thut mir leid, daß Sie das, was Sie ſchuldig ſind, in einem ſo dringenden Falle nicht bezahlen können, Madame, ſagte ſie, indem ſie der erſtaunten Mutter und dem Sohne ruhig ins Geſicht blickte,aber es thut mir gar nicht leid, einem Vorfall beigewohnt zu haben, der mir die Augen über den wahren Charakter des Herrn Florian Richley geöffnet hat. Ich will die Zehndollarnote für meine kranke Freundin neh⸗ men, mein Herr, da Sie es ganz unmöglich finden werden, ſich die Ausgabe zu machen, Miß Laura Avery dieſen Abend in die Oper zu führen!

Florian's hübſches Geſicht war ganz blaß geworden ſeine Kniee zitterten unter ihm, als er die Zehndollarnote aus ſeinem Taſchenbuche nahm und ſie in die Hand der gebieteri⸗ ſchen Schönheit legte, während Miſtreß Richley ganz erſchro⸗ cken in ihren Schaukelſtuhl zurückſank.

Florian machte einen verzweifelten Verſuch, ſein verlor⸗ nes Glück wieder zu gewinnen, ſelbſt in dem Augenblick ſeiner traurigen Niederlage.

Es thut mir ſehr leid ein trauriges Mißverſtänd⸗

erzählten.

Novellen⸗Zeitung.

niß ich hoffe, Sie werden mir Gelegenheit geben, es zu 1

erklären ſtammelte er.

Ich begehre keine Erklärung, mein Herr, war Lau⸗ ra's kalte Antwort, als ſie ſich ſtolz und unnahbar wie eine Statue von Eis aus dem Zimmer zurückzog.

Sie eilte durch die Straßen in dem Dämmerlichte mit brennenden Wangen und klopfendem Herzen und es war bei⸗ nah dunkel, als ſie wieder in Ellen Weynall's Zimmer ein⸗ trat, das nur durch den ſchwachen Schein eines kleinen Feu⸗ ers erleuchtet war.

So ſchnell zurück, Laura? fragte Ellen etwas er⸗ ſtaunt.

Hier iſt das Geld, Nelly, und der Wein, ſagte ſie, während ſie im Herzen dem Halbdunkel dankbar war, das ihre Geſichtszüge nicht verrathen konnte, welche ihre Geſchichte Und nun mußt Du Dich ſo ſchnell, wie es nur möglich iſt, erholen.

O Laura, ich bin Dir ſo großen Dank ſchuldig, ſagte Ellen ernſthaft.

Laura machte dieſen Dankesbezeigungen ein Ende, in⸗ dem ſie die blaſſe Wange ihrer Freundin küßte, während ſie in ihrem Innern erwog, wieviel Grund ſie habe, dem Him⸗ mel für Helenens Unwohlſein zu danken.

Sie erzählte aber Ellen nie von der Entdeckung, die ſie ohne ihren Willen bei der Erfüllung eines Freundſchaftdien⸗ ſtes gemacht, und Niemand erfuhr mit Beſtimmtheit, was die Veranlaſſung zu dem Abbruch der beabſichtigten Verbindung zwiſchen Florian Richley und Laura Avery gegeben hatte.

Es giebt Handlungen, welche ihre Belohnung bereits in dieſer Welt finden und die Herzensgüte, welche Laura

in dieſem Falle ihrer kranken Freundin bewies, rettete ſie

von dem Unglück, unbewußt den unheilvollen Schritt zu thun, der ſie für ihre ganze Lebenszeit elend gemacht haben würde. C.

Die Umwandlung eines Märchens.

Wir haben vor einiger Zeit bei Gelegenheit der ver⸗

dienſtlichen Märchenſammlung von Vernaleken den Gedan⸗ ken ausgeführt, daß faſt alle Märchen des Volkes ein ungleich höheres Alter haben, als die meiſten Leſer vermuthen, ja daß die meiſten weit über die Anfänge des Chriſtenthums hinaus⸗ und in die heidniſchen Anſchauungen hineinragen. Sie ver⸗ lieren ſich leicht im Naturmythos, der einzelne Kräfte des Alls zu poetiſchen Geſtalten perſonificirt.

Wir wollen hier unſern Leſern an einer von Rochholz mitgetheilten ſehr intereſſanten Schweizerſage(denn hier fließt Sage und Märchen in Eins zuſammen) ein Beiſpiel ſolcher Umwandlungen, ſoweit ſie ſich andeuten laſſen, von der Urzeit bis in das Mittelalter geben. Das iſt ein Zeitraum, der

wenigſtens zwei, vielleicht aber auch vier bis ſechs Jahrtau⸗

ſende umfaßt, denn wir können noch nichts darüber beſtim⸗ men, wie alt jene variirende europäiſche Urreligion iſt, von der uns die Edda die Grundzüge eines ſpäteren Abbildes auf⸗ bewahrt hat.

Die betreffende Sage handelt von der Erbauung der Kirche zu Montagny, unweit des Neuenburger Sees.

Geht man von Grandſon nach dem Dorfe Montagny,

ſo fällt auf jener ausgedehnten Ebene, ein nicht gerade be⸗ deutender Hügel in's Auge, welcher einige hundert Schritt von der Landſtraße ab in den Gütern liegt. Dort ſoll Karl der Kühne von Burgund einſt ſein Kriegszelt aufgeſchlagen haben, da er zur Beſiegung der Schweiz in's Land eingebro⸗

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