Vierle Folge.
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die die Form geworde en und berſehn und
Zimmer näherte und dem gleich ein Klopfen an ihre Zimmer⸗ thür folgte. „Herein!“ ſagte E Wangen trocknete.„Laura! Denn Laura's Arme hatten ſich um ihren ſchlungen und ihre warmen, roſigen Lippen preßten ſich
llen, die eilig die Thränen auf ihren Iſt es möglich, daß Du es biſt?“
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Hals ge⸗ noch ſ
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auf ihrem Arme und einem blauen Schleier, der von ihrer Sammethaube herabhing und ihr Geſicht verdeckte, an ihr Bett kam.„Miſtreß Richley hat mir drei Dollars für dieſes Kleid und ſieben Dollars für eine ältere Rechnung, die ſie mir chuldig iſt, zu bezahlen.“
„Zehn Dollars! Ich will ſie für Dich eintreiben, ſei ohne Furcht,“ ſagte Laura heiter, als ſie verſchwand, wäh⸗
Nelll Ich rend es dewarmen Helene ſchien, als ob mit dem Weggehen um ihrer ſchönen Freundin die frühere Oede wieder in ihrem
s durch teeff Helenens kranke Wangen. loS„Ja, ich bin es ſelbſt und Niemand anders, d genießen? konnte mir gar nicht erklären, warum Du nicht kamſt, un deie ſch be⸗ mir das Kleid anzuprobiren, wie Du es verſprochen hatteſt, Zimmer herrſche.
jetzt kenne ich den Grund. Nelly, Du biſt krank— warum haſt Du nicht zu mir geſchickt?“
Ellen verſuchte, ſchwach zu lächeln.
„Ich bin nicht ſehr krank, Laura— wenigſtens habe ich bis dieſen Abend nicht viel Schmerzen gehabt, und der Doctor ſagt, wenn ich nur etwas Wein hätte— Nein, Laura, ziehe Deine Börſe nicht heraus,“ fügte ſie mit einem kaum bemerkbaren Aufblitzen ihres Auges und einem ſtolzen Erzit⸗ tern ihrer Lippen hinzu.„Ich bin noch nicht ſo tief verarmt, um Wohlthaten anzunehmen. Ich will Dich nicht verletzen oder Dir wehe thun, liebe Laura, aber Du weißt, wie empfindlich ich in dieſem Punkte bin, ein Gefühl, über das ich nicht Herr zu werden vermag. Es iſt nur für eine kurze Zeit. Wenn ich wieder wohl genug bin, um dieſes Kleid abliefern zu können, und das Geld dafür empfange, dann werde ich mir Alles kaufen können, was ich bedarf.“ 1
Laura Avery knieete mit einem ſanften, bittenden Blick am Bette ihrer Freundin nieder.
„Liebe Ellen, Du wirſt es mir ſicher nicht abſchlagen, ein zeitweiliges Darlehn von mir anzunehmen?“
Ellen ſchüttelte den Kopf mit einem ernſten Lächeln.
„Ich kann warten, Laura!“
Laura blickte von dem Kleide auf Ellen mit einem Ge⸗ ſichte, auf dem ſich eine peinliche Verlegenheit ausſprach. Plötzlich ſchien ihr ein glücklicher Einfall zu kommen.
„Laß mich das Kleid abliefern, Ellen,“ rief ſie aus. Gang wird mir ganz wohl thun und auf dem Rück⸗ ür Dich beſtellen.
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verfolgte Du wirſt nie wieder zu Kräften kommen, wenn Du Dich nicht welche ihr ein wenig pflegſt. Du läßt mich gehen, Nell?“ runkle Atmo⸗ Ellen zögerte einen Augenblick.
„Aber, Laura—“
„Kein Aber in dieſer Angelegenheit, liebe Nell,“ ſagte Laura lachend, die ſofort wohlgemuth das reiche Kleid ſorg⸗ ſam in ein Körbchen packte, das auf dem Tiſche neben demſel⸗ ben ſtand.„Wem ſoll ich es bringen?“
„Der Miſtreß Richley in der Rivesſtraße. Aber, Laura, was haſt Du?“
„Nichts— ich habe blos das Kleid falſch gefaltet,“ ent⸗ gegnete Laura mit einer leiſen Stimme. Es war gut, daß Ellen nicht das Scharlachroth ſehen konnte, welches ihrer lie⸗ benswürdigen Freundin ins Geſicht ſtieg, während ſie ihren Rücken dem Bett zukehrte und die Falten des Kleides glatt ſtrich. Miſtreß Richley! Laura that es beinah leid, daß ſie ſich zu dieſem Gange angeboten hatte— es war aber zu ſpät, jetzt ihr Anerbieten zurückzunehmen.
„Was für ein ſelbſtſüchtiges kleines Geſchöpf ich bin!“
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ee aumenzir⸗ dachte ſie im Stillen.„Die arme Nelly braucht das Geld
6 dig e⸗ ſo nothwendig und kann nicht ſelbſt darnach gehen, und es iſt
ſe e gar nicht wahrſcheinlich, daß ich Florian ſehen werde. Ich ntſchlſ will gehen, damit iſt die Sache zu Ende.“
Jren e Pan⸗„Ich danke Dir, liebe Laura; es iſt ſo gütig von Dir,“ af ihren We;: 2 ihr ſagte Ellen recht warm, als Miß Avery mit dem Körbchen
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der neugierig nach dem Körbchen ſah, das ſie trug.
Es war beinah dunkel, als Miß Avery, die ihren gan⸗ zen Muth zuſammenraffte, die braune ſteinerne Treppe hin⸗ auf ſtieg, die nach Richley's Hauſe führte, wo ſie ſchellte.
„Iſt Miſtreß Richley zu Hauſe?“
„Was haben Sie bei ihr zu thun?“ fragte der Diener, Laura biß ſich auf die Lippen— dieſe Manier der Dienſtboten war für ſie eine ganz neue Erfahrung, doch wie oft mußte die arme Ellen das ertragen haben!
„Ich bringe ein Kleid, das für ſie gefertigt worden iſt, ſagte ſie im Tone ruhiger Würde.
„O,— o— ja. Gut, ich meine, Sie thun am beſten hinein zu gehen.“
Der Diener leitete ſie die Treppe hinauf in eine Art von Wohnzimmer oder Boudoir, wo Miſtreß Richley, eine anſehnliche Dame von etwa funfzig Jahren, prachtvoll in Seide gekleidet, in ihrem Schaukelſtuhle dem Kohlenfeuer im Kamin gegenüberſaß. Laura war in ihrem Innern froh, daß die Gaslichter noch nicht angezündet waren, beſonders als ſie bemerkte, daß Herr Florian Richley auf einem Sam⸗ metſopha am Fenſter lag. Miſtreß Richley blickte auf, als der Diener die Ankommende in das Zimmer eintreten ließ.
„Junge Frau, was wollen Sie hier?“
Laura's Wangen färbten ſich bei dem Tone grober Un⸗ verſchämtheit, mit dem ſie angeredet wurde, aber ſie beherrſchte ſich und antwortete ſanft:
„Ich bringe Ihnen Ihr Kleid, Miſtreß Richley!“
„Wo iſt Miß Waynall?“
„Sie iſt krank.“
„Ganz gut— legen Sie das Kleid auf jenen Seſſel— es iſt Alles in Ordnung.“
Doch Laura behauptete ihren Grund tapfer.
„Miß Waynall möchte ihr Geld gern dieſen Abend haben, Madame; es ſind ſieben Dollars von der alten Rech⸗ nung und drei Dollars für dieſes Kleid.“
„Es paßt mir heute Abend nicht.“
„Aber, Miſtreß Richley, Miß Weynall iſt krank und braucht das Geld nothwendig,“ entgegnete Laura beharrlich.
„Siehſt Du, Florian,“ ſagte Miſtreß Richley unwillig, indem ſie ſich an den jungen Mann im türkiſchen Schlafrock und ſorgſam friſirten Haar wandte,„ich ſagte Dir eben, wie es kommen würde.“
„Was zum Kuckuck giebt es denn?“ fragte Florian auffahrend, der ſich zum erſten Mal herabließ, ein Intereſſe an dem zu nehmen, was vorging.
„Ei, dieſe unverſchämten Putzmacherinnen fordern immer Geld, Geld und gerade jetzt, wo Du mir den letzten Cent abgezwackt haſt!“
„Ei, laß ſie fordern, das iſt mein Rath,“ ſagte Herr Florian, ohne nur ſeinen Kopf zu bewegen.
„Gieb mir doch dieſe Zehndollarnote jetzt zurück,“ drängte ihn ſeine Mutter,„Du brauchſt ſie dieſen Abend
doch nicht.“


