Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
615
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Vierte Folge. 615

Melander und der Lüneburger General Klitzing. Von nun an fanden täglich kleine Gefechte ſtatt; mehrere hölzerne Nothbrücken mußten gebaut werden, und Jo⸗ ſeph hatte vollauf dabei zu thun. 3

Am 12. Mai wollte Feldmarſchall Piccolomini die Schweden umgehen und ließ einen ſtarken Aus⸗ fall nach der Haide zu machen. Die Truppen ſtießen V bald in der Waira Mainander. Es entſtand ein ernſtliches Treffen, Kaiſerlichen gänzlich ge⸗ ſchlagen und bis an de kleine Saalbrücke zurückge⸗ worfen wurden. Die Schweden zogen ihre Batterien weiter vor, bombardirten die kaiſerlichen Verſchanzun⸗ gen mit ſolchem Erfolge, daß dieſelben weiter zarns nach den breiten Bergen beim Steiger, nach Garns⸗ dorf und in die Beulwitzer Thäler verlegt werden mußten. Sieben Tage darauf, am 19. Mai, wurde wieder ein Ausfall gemacht. Um Mitternacht mar⸗ ſchirten zwei ſtarke Abtheilungen unter General von V Breda, eine oberhalb und die andere unterhalb Saal⸗ V

feld auf den Feilld los. In der erſten Zeit waren ſie im Vortheil und nahmen einige Batterien. Nun traf ſich's aber, daß beide Truppenkörper auf einan⸗ der ſtießen, ſich bei Nacht nicht erkannten, die Parole vergeſſen hatten, ſich daher für Feinde hielten und ſich gegenſeitig ſchlugen. Die Schweden, dadurch alarmirt, überfielen die Kaiſerlichen und vernichteten ſie faſt gänzlich, ſo daß wenige davon in die Stadt zurückkamen. Nun rückte Banner noch weiter vor und beſetzte faſt alle Päſſe im Rücken der Kaiſerlichen. Nur noch der Paß über Schmalenbuche und Stein⸗ baide blieh offen. Dadurch trat, wie die Chronik ſchreibt, große Hungersnoth in der Stadt ein, ſo daß ein Stück Brod wie eine Fauſt groß einen Ducaten und eben ſo viel eine Hand voll Salz koſtete.

Bei dieſer letzten Affaire blitzte in Joſeph ein Gedanke auf, zu dem er auch gleich die nöthigen Vorbereitungen traf. Er nahm ſein kleines Floß,

das er immer gebrauchen mußte, verband es feſter, 5

machte in der Mitte eine kleine Brüſtung und vee

pfählte dasſelbe unterhalb der letzten Saalbrücke. Zu Hauſe theilte er ſeinen Plan, zu dem er nur im außerſten Nothfalle greifen wollte, ſeiner Hedwig mit, dis auch denſelben ſogleich mit Entſchloſſenheit bil⸗ igte. Am 23. Mai machten die Schweden einen An⸗ griff, nahmen die Saalmühlen, die kaiſerlichen Schan⸗

zen und drangen bis zur Kirche von Altſaalfeld vor,

worfen. (Schluß folgt.)

wurden aber hier durch Uebermacht wieder zurückge⸗. V

Gedichte von Emil Taubert.*)

Lebenshöhe.

Ach, hätt' ich Gedanken, die friſch wie der Wind Die Segel des Herzens Dir ſchwellten,

Und Dich im Sturm, vieltheures Kind,

Auf die Höhen des Lebens ſtellten,

Daß Du der Herrſcherin mächtige Luſt

Und den Stolz großherzigen Adels

Und die Freuden der ſchaffenden Dichterbruſt Nachfühlteſt! Des neidiſchen Tadels,

Ich weiß es gewiß, wärſt fähig Du nie; Doch würdeſt Du ſelig erkennen:

Die ſchönſte Lebenshöh' iſt die,

Wenn Zwei für einander erbrennen.

Einſamkeit.

Und meine Seele tauchte In's grüne Wipfelmeer. Ein Meiler einſam rauchte Schwerwolkig drüber her.

Und leiſe Quellen gingen Verſteckten Blumen nach, Und ferner Glocken Klingen Zog, wie ein Traum, mir nach.

Und wie der Himmel droben, Ward mir die Bruſt ſo weit, Das Herz hinaufgehoben In blaue Seligkeit.

Ein Liebeston klang innen, Klang außen her um mich. Und allen meinen Sinnen Du offenbarteſt Dich.

Gleiche Augen. Am kühlen Morgen, Traum der Nacht, Wie biſt Du hold zerfloſſen! Du haſt der Sehnſucht heiße Macht Mit friſchem Thau begoſſen.

Nun mein' ich ſie in Hain und Flur, In jedem Buſch zu ſehen; Hat ſie die gleichen Augen nur, Welch liebliches Verſtehen!

Dann wird der Wind uns hin und her Die ſel'gen Grüße tragen, Wir aber ſind getrennt nicht mehr Beim Nachtigallenſchlagen.

*) Gedichte von Emil Taubert. Berlin. Verlag von F. Heinicke. 1865.