Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
613
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Vierte HFolge.

Dieſen Spaß will ich mir auch mit Euch machen!

⸗Ich bekomme Calamitäten und werde in Arreſt geſchickt! ſtimmte der Cornet bittend an.

⸗Das wird Euch gerade nützlich ſein,» antwor⸗ tete ich. ⸗Wir wollen nur erſt das Regiment einen tüchtigen Vorſprung machen laſſen; Euer Pferd iſt gut, in einer Stunde habt Ihr das Regiment ein⸗ geholt...»

Wie ich nun glaubte, daß das Regiment ziem⸗ lich entfernt zund alle Gefahr beſeitigt ſei, legte ich die Leiter zum Abſteigen an, trat einige Schritte zu⸗ rück und zog die Piſtolen auf. Als der Cornet un⸗ ten angekommen war, rief ich: Vorwärts! Das Pferd ſteht vor dem Hauſe! Gleich von hier aus aufgeſtiegen! Die Piſtolen halfen nach. Mit grim⸗ migem Geſichte ging der Cornet vor mir her und ſchwang ſich auf's Pferd.

Die Piſtolen!» ſchrie er wüthend.

Die ſind in guten Händen,» erwiderte ich.

Dda faßte er nach der Klinge, Ich zog ein Pi⸗ ſtol in die Höhe und rief: Hand von der Waffe, oder eine Kugel fliegt Euch durch den Leib!

Er knirſchte mit den Zähnen, gab ſeinem Pferde einen furchtbaren Riß, daß es hoch aufbäumte, und im Carrière ging's durch das Dorf auf die Land⸗ ſtraße. Fort war der Dränger....

Das iſt ja eine furchtbare Geſchichte, ſagte die leidende Matrone, und Hedwig ſchmiegte ſich an Jo⸗ ſeph an.

Freilich! ſprach Joſeph weiter.Wenn wir uns nur im Leben nicht wieder treffen, ſonſt giebt's blutige Köpfe. Es liegen jedoch ſechs Jahre dazwi⸗ ſchen; aus einem unbärtigen Jüngling iſt ein Mann geworden, und ſo wird er mich ſchwer wieder erken⸗ nen, zumal in fremdem Lande. Hierauf fuhr er in der Erzählung fort:Die Kriegsvölker verließen nach dieſer Zeit unſer Land; es wurde wieder etwas Ruhe. Mein Vater hatte in einer Reihe von Jah⸗ ren als lutheriſcher Geiſtlicher Mißhandlungen aller Art erlitten, er kränkelte und ſtarb noch im ſelben Jahre. Meine Schyeſter verheirathete ſich an einen Kaufn in Hamburg. So ſtand ich allein, ent blößt allen Geldmitteln. Was ſollte ich machen? Ich entſchloß mich kurz, ging in die Stadt, wurde bei einem tüchtigen Baumeiſter Zimmermann, Geſelle, Zimmermeiſter und zuletzt Gehülfe des Baumeiſters. So wäre Alles recht gut geweſen, wenn nicht im vergangenen Jahre wieder der Krieg ſich in unſer unglückliches Land gezogen hätte. Die Gräuelſcenen gingen von neuem an; dazu kam noch, daß man re⸗ krutirte und kein junger Mann ſicher war, mit Ge⸗

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walt oder Liſt fortgeſchleppt zu werden. Da ſchnürte ich mein Felleiſen und kam hierher. Er küßte der Mutter die Hand und umarmte ſeine Hedwig.

Die Wege des Herrn ſind unerforſchlich, ſagte bewegt die Mutter.Er hat es gut mit uns ge⸗ wollt. Ich kann nun ruhig ſcheiden von dieſem Le⸗ ben, denn ich weiß mein Haus beſtellt, und meine größte Sorge meine liebe Hedwig iſt nun von meinem Herzen genommen!

Ach, ſprich nicht ſo, liebe Mutter! ſagte jam⸗ mernd Hedwig.Du bleibſt noch lange bei uns.

Läge es in meiner Macht, gewiß bliebe ich gerne bei Euch, liebe Kinder! Aber mein ſeliger Herr erſcheint mir jede Nacht, und dies giebt mir Gewißheit, daß ich bald bei ihm ſein werde. Jetzt ſchlaft wohl, Kinder, ich bedarf der Ruhe...

Nach vierzehn Tagen war die gute Mutter ver ſchieden. Die Liebenden ſtanden trauernd an ihrem Sarge.

Joſeph wurde Bürger und Vormund von Hedwig.

Im Monat März 1640 ging das Gerede, die Kriegsheere der Kaiſerlichen und Schweden würden aus dem ausgehungerten Böhmen und Sachſen über Thüringen nach Franken ziehen, und man befürchtete mit Recht, in Saalfeld viele Durchmärſche aushalten zu müſſen. Dies Gerücht ließ dadurch die Wahrheit vermuthen, weil Sturmvögel des Unglücks ſich be⸗ reits vor den Thoren zeigten. Einzelne Truppen Kai⸗ ſerlicher und Schweden kamen und gingen, hielten ſich jedoch nicht auf. Da wurde auch die Kunde ruchbar, die Schweden hätten am 9. April bei Plauen ein nachtheiliges Gefecht gehabt und ſich nach Erfurt zurückgezogen; die Kaiſerlichen wären dagegen nach Schleiz vorgerückt. So zog ſich das Kriegsgewitter immer näher um Saalfeld zuſammen. Am 17. des⸗ ſelben Monats demolirten die Schweden den mittle⸗ ren Bogen der ſteinernen Saalbrücke. Zwei Tage darauf reparirten Kaiſerliche denſelben wieder.

Joſeph bangte; er ſah ein, daß beide Heerfüh⸗ rer Saalfeld für einen Entſcheidungspunkt hielten. Es war der Paß über den Thüringer Wald. Den 26. darauf kamen von Schleiz 50,000 Mann Kaiſer⸗ liche, rückten in Saalfeld ein und nahmen auf län⸗ gere Zeit Quartier. Es war dies das Kriegsheer unter Feldmarſchall Piccolomini. Bei demſelben be⸗ fanden ſich Erzherzog Leopold Wilhelm von Oeſter⸗ reich, der geiſtliche Fürſt Stadion, Fürſt Gonzaga, General Breda, General Palfi, Oberſt Tiefenbach ꝛc. Der größte Theil der Armee bezog ein Lager bei den Dörfern Graba, Wälsdorf, Remſchütz, Cröſten und Beulwitz bis an den Wald hinan, und verſchanzte ſich, weil die Schweden bereits ſchon Vorpoſten auf