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fünf eiſerne Finger finden. Wenn es den Menſchen ſeinem Willen unterwerfen will, ſo legt es zwei dieſer Finger auf ſeine Augen, mit zweien verſtopft es ihm die Ohren, und in⸗ dem es den fünften auf ſeinen Mund legt, ſagt es zu ihm: „Schweige.“
Das Leben.
Das Leben iſt ſo gemacht, daß man auf einen Tag der Freude einen Monat des Knmmers uund auf einen Monat des Vergnügens ein Jahr des Schmerzes zählt. Es hat keine Kraft als nur in Gott.
Der freie Menſch.
Der freie Menſch iſt nur ein Sclave, wenn er habſüch⸗ tig iſt. Dagegen wird der Sclave frei, wenn er mit wenig ſich zu begnügen verſteht.
Die Wiſſenſchaft.
Die Wiſſenſchaft iſt ein Regen vom Himmel; wenn ein Waſſertropfen in eine ein wenig geöffnete Muſchel fällt, ſo erzeugt ſie die Perle; fällt derſelbe in das Maul der Viper, ſo erzeugt er das Gift.
Der Reiche und der Arme.
Wenn Du viel haſt, ſo gieb von Deinem Vermögen.
Und wenn Du wenig haſt, ſo giebt von Deinem Herzen. Die Blumen ohne Wohlgeruch.
Ziehe die Güte der Schönheit vor.
Es liegt in dem menſchlichen Herzen, Alles zu lieben, was ſchön iſt; aber wieviel glänzende Blumen findet man nicht in dieſer Welt, welche glänzen und unſern Augen gefal⸗ len, und dennoch jedes ſüßen und milden Wohlgeruchs be⸗ raubt ſind!
Die Frömmigkeit.
Heirathe nie eine Frau um ihres Vermögens willen; der Reichthum kann ſie unverſchämt machen.
Ebenſowenig heirathe ſie um ihrer Schönheit willen; ihre Schönheit kann ſie zu Grunde richten und verderben; heirathe ſie wegen ihrer Frömmigkeit.
Der Tod.
Der Tod iſt eine Thür, welche Jedermann zu paſſiren hat. Sie iſt aber nicht, wie man es glaubt, die Thür des Unbekannten. Haſt Du das Gute gethan, ſo führt ſie ins Paradies. Haſt Du das Böſe gethan, ſo führt ſie in die Hölle.
Die Todesverachtung.
Weshalb iſt das Leben uns ſo theuer? Weil man vor ſeinen Augen den ganzen Wohlſtand ſieht, den man ſich er⸗ worben hat oder der uns von unſern Vätern vermacht worden iſt: die Reichthümer, Ehrenſtellen, das gute Eſſen und Trin⸗ ken, die ſchönen Wohnungen, die weichen Betten, die Gärten, Bäder, Frauen und Kinder, und weil man ſich die andere Welt vorſtellt, als ſei ſie aller dieſer Vortheile beraubt; wenn man aber im Gegentheil Alles verachtet, was uns auf der Erde ſo ſehr erfreut, und feſt glaubt, daß der Himmel uns noch weit höhere Genüſſe ſchenken werde, ſo würde man den Tod nicht mehr fürchten.
Die andere Welt.
Die andre Welt und dieſe ſind wie das Morgen⸗ und Abendland; man kann ſich dem Einen nicht nähern, ohne ſich von dem Andern zu entfernen.—
Die größte Zahl dieſer ſchönen Gedanken ſtammen von dem Emir Abd⸗el⸗Kader her, und der General Daumas hat ſie in den laugen Unterredungen geſammelt, die er mit dem glorreichen Sohne Mahi Eddin's theils in Afrika, theils wäh⸗ rend deſſen langer Gefangenſchaft in Frankreich gehabt hat,
Novellen⸗
Zeitung.
dieſer moraliſchen und religiöſen Doctrinen zu verkennen, iſt unmöglich. Sie enthüllen zu gleicher Zeit die Ueberle⸗ genheit des Mannes, der ſie ausgedrückt hat, während ſie ihn zu gleicher Zeit unter den ergreifendſten Zügen malen. Sie zeigen, daß Abd⸗el⸗Kader nicht blos ein geſchickter Politiker und muthiger Krieger, ſondern gleichzeitig ein Mann des Glaubens und der Wiſſenſchaft, ein praktiſcher und erhabener Geiſt iſt, und dem General Daumas gebührt Dank, daß er durch dieſe veröffentlichten Maximen viel zur näheren Kennt⸗ niß dieſes ſo viel genannten Mannes beigetragen hat. C.
Der erſte Dollar des Prüſidenten Lincoln. Doctor William Kelley, welcher mit dem verſtorbenen Präſidenten der Vereinigten Staaten von dem Tage an, als er hierzu erwählt wurde, bis zu deſſen Tode in den freund⸗ ſchaftlichſten Beziehungen ſtand, erzählte kürzlich von ihm folgende Anekdote: 304.* Eines Abends waren mehrere Herren, untes ihnen Mr. Seward, in dem Salon des Präſidenten, wobei ſich die Un⸗ terhaltung auf einen Gegenſtand lenkte, welcher Mr. Lincoln veranlaßte, zu fragen:„Seward, habe ich Ihnen ſchon ein⸗ mal erzählt, wie ich meinen erſten Dollar verdiente?“„Nein,“ erwiderte Mr. Seward.
„Gut, ich war damals ungefähr achtzehn Jahre alt und gehörte zu Denen, welche man im Süden Lumpen⸗(the scrubs) nennt, denn wer weder Land noch Selaven beſitzt, gilt dort nichts. Dennoch hatten wir, hauptſächlich durch meine Bemühungen, eine ziemlich bedeutende Menge von Waaren angehäuft, welche ich an der Mündung des Fluſſes abzuſetzen gedachte.
Nach vielen Bitten hatte mir meine Mutter erlaubt, ein kleines flaches Fahrzeug zu bauen, das groß genug war, mich und zwei Fäſſer mit Waaren und noch einige Pakete nach Neu⸗ Orleans zu bringen. Im Begriff, daſſelbe flott zu machen, kam ein Dampfboot den Fluß herab geſchwommen. Wie Sie wiſſen, giebt es längs der Flüſſe des Weſtens weder Quais noch Einſchiffungsplätze, und die Reiſenden, welche unterwegs ein Schiff beſteigen wollen, geben demſelben ein Zeichen zum Anhalten und fahren auf kleinen Kähnen vom Ufer hinüber.
bemüht war, es noch in einigen Details zu verbeſſern, kamen in einem mit Gepäck beladenen Wagen zwei Reiſende an das Ufer, warfen einen prüfenden Blick auf die vorhandenen Kähne, bemerkten mein Fahrzeug und fragten:„Wem gehört dies?“„Mir,“ antwortete ich mit einer gewiſſen Beſchei⸗ denheit.„Wollen Sie wohl uns und unſer Gepäck zu dem
der Ausſicht auf einen Verdienſt, denn ich rechnete darauf,
würde. Das Gepäck wurde eingeladen, die Reiſenden ſetzten ſich darauf, und ich begann nach dem Dampfboote hinzurudern.
ren, als ich die Herren erinnerte, daß ſie vergeſſen hätten, mich zu bezahlen, worauf Jeder in ſeine Taſche griff und mir eine Silbermünze in mein Fahrzeug warf. Ich traute meine Augen nicht, da ich das Geld aufhob und zwei halbe Dollar in der Hand hatte. Meine Herren, Sie werden dieſen Vor gang als eine ſehr geringfügige Kleinigkeit betrachten, und mir ſelbſt kömmt er jetzt wie eine Kinderei vor, abagdamals war er wichtig für mein ganzes Leben. Ich kolunte kaum
was ihnen einen um ſo höheren Werth giebt. Die Größe
glauben, daß ein armer Burſche wie ich in weniger als einen
Während ich mir nun mein kleines Fahrzeug betrachtete und
Dampfbot hinüberfahren?“„Gewiß,“ ſagte ich ſehr froh ind
daß mir Jeder von ihnen zwei oder drei kleine Münzen gebenfal
Dort ſtiegen ſie ein, ich ſetzte ihre ſchweren Koffer auf das 8 Verdeck, und das Boot war eben im Begriff weiter zu fah⸗ d
Tage einen lar mit rec und beſſer mehr Hoffn kunft.“
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